Pirmasens
In der Wasgauhalle geht am Montag eine Infekt-Ambulanz in Betrieb
Die Ärzte in der Südwestpfalz und in Pirmasens erhoffen sich von der Ambulanz eine Trennung von Patientenströmen, die derzeit alle noch in den jeweiligen Hausarztpraxen auflaufen, erläuterte am Freitag Günther Zinßius, einer der drei Initiatoren der Infekt-Ambulanz. Zusammen mit dem Pirmasenser Michael Ehmann und Wolfgang Leidecker aus Waldfischbach-Burgalben hat Zinßius die Errichtung der Ambulanz angestoßen. In den Konferenzräumen der Wasgauhalle können sich Patienten, die eine normale Erkältung oder Grippe haben, untersuchen lassen und laufen nicht mehr Gefahr, dass sie doch das Corona-Virus haben und damit in eine überfüllte Arztpraxis platzen, wo sie weitere Patienten anstecken könnten, und auf Personal treffen, das sich wegen des Mangels an Schutzausrüstung infizieren könnte, wie Oberbürgermeister Markus Zwick am Freitag die Problemstellung skizzierte. Die Trennung zu anderen Patienten, die wegen Diabetes, Beinbrüchen oder anderen Beschwerden zum Hausarzt müssen, sei in den normalen Hausarztpraxen schwierig. Zudem herrsche eine immer größere Angst unter Patienten, sich beim Gang zum Hausarzt mit dem Corona-Virus anzustecken.
Wartezimmer für maximal 16 Patienten
Die neue Infekt-Ambulanz wurde innerhalb von drei Tagen von Mitarbeitern der Feuerwehr und der Schnellen Einsatzgruppe des Katastrophenschutzes im Erdgeschoss der Messe installiert. Über den Eingang zur Wasgauhalle, an der rechten Seite des Messegebäudes, geht es zur Ambulanz. Dort werden die Patienten mit Pfeilen und Trennwänden so geleitet, dass sie möglichst wenig Kontakt mit anderen Patienten und Personal haben. Wobei es auch in der Ambulanz ein Wartezimmer für maximal 16 Patienten gibt, die dort mit zwei Meter Abstand sitzen können.
15 Ärzte machen mit
Im Behandlungssaal gibt es zwei abgetrennte Räume zur Untersuchung, die beide von je einem Arzt betreut werden sollen. 15 Ärzte haben sich laut Zinßius bereit erklärt, in der Ambulanz Dienst zu tun. Darunter sollen auch Kinderärzte sein. Die Ambulanz soll täglich vier Stunden besetzt sein und sei auch über Ostern im Dienst. Zinßius, Leidecker und Ehmann zeigten sich am Freitag sehr angetan von den Räumen, die trotz des Provisoriums sehr gut eingerichtet seien.
Ohne vorherigen Termin geht nichts
In der Pirmasenser Infekt-Ambulanz und der ebenfalls neuen Corona-Ambulanz in Wallhalben sollen Patienten aus dem Kreis und der Stadt gleichermaßen behandelt werden, betonte Landrätin Susanne Ganster. Der Patient mit Symptomen einer Erkältung oder Grippe wie Fieber, Schnupfen oder Husten soll sich künftig telefonisch beim Hausarzt melden. Der entscheide dann, ob der Patient am besten zur Infekt-Ambulanz geht oder doch in die Hausarztpraxis kommen darf. Der Arzt gebe dann die Daten des Patienten an das Gesundheitsamt und die Hotline der Kreisverwaltung informiere den Patienten über seinen Termin in der Ambulanz telefonisch. Erst dann kann der Patient in der Messe vorsprechen. Ohne vorherigen Termin geht es nicht.
Laborkapazitäten unzureichend
Zinßius rechnet damit, dass durch die weitere Testmöglichkeit von Patienten mit unklaren Infekten, die mitunter nicht die sonst üblichen Kriterien erfüllen, die Zahl der Tests steigen werde. Wobei der Mediziner es begrüßen würde, wenn grundsätzlich mehr Personen getestet würden. Die Laborkapazitäten seien jedoch unzureichend. Aktuell dauere es länger als zwei Tage, bis ein Ergebnis vorliege, was Zinßius als „unbefriedigend“ bezeichnete.
Begeistert zeigte sich Zwick davon, dass in der Infekt-Ambulanz auch die ersten freiwilligen Helfer arbeiten werden, die sich nach einem Aufruf der Stadtverwaltung an Menschen mit medizinischen Vorkenntnissen gemeldet hätten. So könne der Empfang der Ambulanz beispielsweise schon mit frischen Kräften bestückt werden.
Information
- Die Infekt-Ambulanz ist täglich von 10 bis 12 Uhr und 16 bis 18 Uhr besetzt. Am Mittwoch ist nur nachmittags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. Termine müssen über den normalen Hausarzt zuvor vereinbart werden.
- Die Corona-Hotline der Kreisverwaltung (06331/809750) ist auch weiterhin am Wochenende von 10 bis 12 Uhr besetzt, um einen Termin im Testzentrum Höhfröschen, Gewerbepark 3, zu vereinbaren.