Pirmasens Immer wieder „Paranoid“
Eine Band zu gründen, geschieht oft aus einer Bierlaune heraus. Auch zahlreiche Bandnamen entstehen aus eben jener. Ganz anders verhält es sich bei der Band „Chakalaka“, die Musiker aus den Kreisen Südwestpfalz und Kaiserslautern vereint. Die Band, zumindest für einen Tag zu gründen, war ein Hochzeitswunsch, und der Bandname entstand sozusagen aus einer Gewürzlaune heraus. Laut, rockig, heavy – dafür steht „Chakalaka“, die einen Bürgermeister als Leadsänger haben und heute das erste Manta-Treffen im Schwarzbachtal bei Waldfischbach-Burgalben rocken werden. Wenn die Sonne untergeht.
Nein, es ist nicht Dave Grohl von den „Foo Fighters“, der an einem sonnigen Freitagabend „The Pretender“ gibt, also in diesem Fall im positiven Sinne etwas vorspielt. Hans-Peter Peifer, im normalen Leben Mitarbeiter der Stadt Kaiserslautern und Bürgermeister in Steinalben, steht am Mikrofon und lässt es zusammen Sohn Nicolas (Bass), dessen Schwiegervater Dieter Hamberger (Schlagzeug), sowie Nicolas Kumpel, Trauzeuge Sascha Dehaut (Rhythmusgitarre) und Frank Michel (Leadgitarre) krachen. Michel ist in der Kaiserslauterer Club-Szene so etwas wie eine Legende, in jedem Fall in allen Clubs ein gern gehörter Gast. Hans-Peter Peifer und Michel kennen sich von früheren gemeinsamen Bandprojekten, standen in den 90er Jahren unter anderem bei „Violet“ gemeinsam auf der Bühne. Die Probe für den abendlichen Auftritt beim Manta-Treffen laufen auf Hochtouren. Normalerweise komplettiert Peifers Tochter Juliette die Band. An diesem Probenabend muss sie passen. Lob gibt es für sie von allen Männern der Band. „Sie singt klasse“, sind sich alle einig. Juliette stehe morgens auf und singe, erzählen Papa Hans-Peter und Bruder Nicolas. Da war klar: „du singst mit“. „Chakalaka“ ist eine spannende Mischung. Auf der einen Seite ein kleines Familienprojekt, auf der anderen Seite die Wiedervereinigung der langjährigen Musikerfreunde Hans-Peter Peifer und Frank Michel und in jedem Fall ein Projekt von Freunden, die ihre Liebe zu gutem, handgemachten Rock leben. „Der Freitagabend ist heilig“, sind sich die Peifers und Sascha Dehaut einig. Freitag ist Probetag. In Linden, in einem seit über 30 Jahre bestehendem Proberaum, wird es wöchentlich ab 18 Uhr laut und rockig. Der Blick auf die Set-Liste beweist es: „Touch Too Much“ von „AC/DC“, „Be Yourself“ von „Audioslave“, „Breaking The Law“ von „Judas Priest“ stehen beispielsweise darauf. Zwei Dinge seien bei „Chakalaka“ ganz wichtig, sagt Nicolas Peifer, der mit seiner Hochzeit und seinem Wunsch die Hochzeit als Festival zu feiern, der Initiator für die Band war. „Wir sind sicher nicht die typische Party-Band, wir mögen es laut und hart“, sagt er. Und zum zweiten versuchen sie auch viele Songs der bekannten Bands zu spielen, die auf den Set-Listen anderer Rockbands nicht unbedingt stehen. „Wir wollen das spielen, was uns Spaß macht und was nicht jeder gerade so spielt“, so Dehaut. Das machen sie richtig gut und die Auftritte nehmen zu. Nicht nur weil Michel einen exzellenten Ruf in Musikerkreisen genießt, sondern auch, weil das „Festival of Love“, wie die Hochzeit schließlich hieß, 2018 eine Neuauflage erfuhr, zu der auch Kenner der Musikszene eingeladen waren. „Wir wollten eine Beurteilung unserer Leistung von Leuten, die damit professionell zu tun haben“, sagt Nicolas Peifer. Die fiel so gut aus, dass der Auftrittskalender in diesem Jahr schon Termine wie das Manta-Treffen im Mai, das Seewoog-Fest in Ramstein-Miesenbach im Juni enthält. Am 31. August sind sie wieder Veranstalter des „Festival of Love“. Gespielt wird dieses Mal mit fünf Bands am 31. August in Schopp. Für Michel gibt es im Oktober eine Rückkehr an eine Spielstätte, in der er mit seinen Fähigkeiten an der Gitarre Musikfans oft eine Riesenfreude machte: „Wir spielen im Irish House“, freuen sich die „Chakalaka“-Mitglieder. Er sei früher immer extra ins Irish House gegangen, wenn es hieß, dass Michel mit einer seiner Bands dort spiele, erzählt Dieter Hamberger. So genial sei das, was Michel den Instrumenten entlocke. Gekannt hatte er den Gitarristen nicht, bis sie die familiären und freundschaftlichen Bande jetzt bei ihrem gemeinsamen Band-Projekt zusammenbrachte. „Klar, das hat mich riesig gefreut“, bekennt Michel. Für den Schlagzeuger gibt es dann schon mal bei der Probe als Dankeschön ein kleines Special auf den Gitarrensaiten. Ein Song darf bei keiner Probe, bei keinem Auftritt fehlen: „Paranoid“ von „Black Sabbath“. „Der steht über allem“, sagt Nicolas Peifer. Auch beim Manta-Treffen wird „Paranoid“ garantiert nicht fehlen.