Pirmasens „Im Jahr des Rindes“: Vortrag und Rundgang zur Sonderausstellung

Ingrid Jansen hat mehr als 4000 Scherenschnitte gesammelt, die schon in 30 Ausstellungen gezeigt wurden. 80 Schnitte sind in Pir
Ingrid Jansen hat mehr als 4000 Scherenschnitte gesammelt, die schon in 30 Ausstellungen gezeigt wurden. 80 Schnitte sind in Pirmasens zu sehen.

Ingrid Jansen aus München hat eine besondere Leidenschaft entwickelt: Sie sammelt Scherenschnitte. 80 dieser Schnitte sind zurzeit im Pirmasenser Stadtmuseum zu sehen – in der Sonderausstellung „Im Jahr des Rindes“. Am Donnerstag, 29. Juli, hält die Sammlerin vor Ort einen Vortrag über die Kunstwerke.

Die filigranen Meisterwerke stammen von chinesischen Künstlerinnen, denen die Münchnerin Ingrid Jansen begegnete, als sie ab den 1980er Jahren in China lebte. Über die Jahre sammelte sie mehr als 4000 Schnitte, die schon in 30 Ausstellungen gezeigt wurden.

Durch ihren langjährigen Aufenthalt in China und den Kontakt zu Scherenschnitt-Künstlerinnen wie Gao Fenglian oder Hu Yumei erhielt Jansen einen tiefen Einblick in die chinesische Scherenschnittkunst. Mit ihrem Dia-Vortrag stellt sie das Leben und Wirken der Künstlerinnen vor, die Tradition des Scherenschnitts sowie ihre Reisen nach China. Von der Machart bis zur umfangreichen Symbolik der Schnitte spannt sie einen Bogen von den Anfängen bis zur heutigen Zeit, in der der Scherenschnitt in China in vielen modernen Variationen weiterlebt und 2009 von der Unesco als Immaterielles Kulturerbe anerkannt wurde.

Vertreibung böser Geister

Das Motto der Ausstellung richtet sich nach dem chinesischen Kalender. Seit dem Frühlingsfest, dem traditionellen Neujahrsfest am 12. Februar, steht das neue Jahr unter dem Zeichen des Rindes, beziehungsweise des Ochsen oder Büffels. Es ist das wichtigste Fest: Die ganze Familie kommt zusammen. Man isst gut, opfert den Göttern, bittet das Glück ins Haus und vertreibt mit Feuerwerk und vielen Symbolen die bösen Geister. Dabei spielen auch die Scherenschnitte eine große Rolle.

Zu Beginn des neuen Jahres werden die Gebäude, aber auch das Vieh und die Geräte, mit grimmig dreinschauenden Göttern vor bösen Dämonen und Einflüssen geschützt. Mit Motiven aus der Feldarbeit wird um eine gute Ernte gebeten. Die Fenster werden mit glücksbringenden Symbolen und dem Tierkreiszeichen des neuen Jahres geschmückt. Die ganze Vielfalt dieser Lebens- und Glaubenswelt zeigt sich in den ausgestellten Scherenschnitten.

Weitere Infos

Der Vortrag zur Sonderausstellung mit anschließendem Rundgang beginnt um 19 Uhr im Landgrafensaal des Stadtmuseums Altes Rathaus, Hauptstraße 26, in der Fußgängerzone. Eine Anmeldung unter Telefon 06331/842832 ist verpflichtend. Während des Rundgangs und Aufenthalts im Alten Rathaus müssen Schutzmasken getragen werden, am Platz im Landgrafensaal können die Masken abgenommen werden. Eine Testplicht besteht nicht. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Dauer: rund 90 Minuten.

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