Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Illegal errichteter Pferdestall muss weg

Der Stall in der Fumbach soll laut Bauverwaltung weg. Das Gebäude sei einsturzgefährdet.
Der Stall in der Fumbach soll laut Bauverwaltung weg. Das Gebäude sei einsturzgefährdet.

Seit zwölf Jahren steht der illegal errichtete Pferdestall in der Fumbach. Jetzt soll er weg, obwohl der Besitzer nicht weiß, wo er dann seine Tiere unterbringen kann. Das Bauamt der Stadtverwaltung besteht darauf. Da halfen auch viele Tränen des Pferdebesitzers im Stadtrechtsausschuss nichts.

Der Tierhalter hatte die vergangenen Jahre eine sehr geduldige Verwaltung. Das Gelände hatte er von der Stadt gepachtet, 2010 einen Stall gebaut, allerdings die Genehmigung vergessen. Die holte er sich nachträglich. Die Stadtverwaltung wollte die Genehmigung aber nur befristet erteilen, hatte zudem tierschutzrechtliche Bedenken, da der Stall zu klein und zu niedrig für Pferde sei und zudem spitze Gegenstände die Tiere verletzen könnten. So stand es in einem Bescheid von 2017. Damals lebten zwei Pferde und fünf Ziegen auf dem idyllischen Gelände gegenüber dem Schießstand. Und genau wegen des Schießstands hätte das Veterinäramt schon früher eine Verlegung der Tiere bevorzugt. Pferdehaltung sei mit der ständigen Schießerei nicht verträglich, so die Meinung der Veterinäre. Der Pferdehalter ist da anderer Ansicht und verweist auf seine Erfahrung mit Kutschenpferden, die gerade gegen Schüsse resistent sein müssten.

Inzwischen leben nur noch ein Pferd und die fünf Ziegen auf dem Gelände. Der Tierhalter will das Pferd auch nicht wegbringen. Es sei inzwischen 28 Jahre alt. Er will das Pferd nicht weggeben, obwohl auch er schon im fortgeschrittenen Alter ist und nicht mehr allein sich um die Tiere kümmern kann.

„Der Stall hätte nie genehmigt werden dürfen“, urteilte Valérie Haag, die Vorsitzende des Stadtrechtsausschusses, der am Freitag über den Fall zu verhandeln hatte. „Es geht hier um den Tierschutz“, so Haag, die zudem darauf verwies, dass es sich um Außenbereich handele, wo ein solcher Stall nicht genehmigungsfähig für Hobbytierhalter sei. Der Tierschutzverein habe zudem geurteilt, dass die Pferdehaltung dort ein unmöglicher Zustand sei. Der Mann habe außerdem die Auflagen konsequent nicht eingehalten. „Sie hatten mehrfach die Chance, hier was zu ändern“, erläuterte Haag dem Senior, der mehrfach in der Ausschusssitzung in Tränen ausbrach, weil er befürchtet, dass ihm die Tiere weggenommen werden. Der Mann vermutet einen Komplott. In den vergangenen Wochen seien Unbekannte auf die Wiese eingedrungen und hätten das Trinkwasser für die Tiere ausgeschüttet. Eine Ziege sei ihm vergiftet worden und der Zaun mehrfach zerschnitten, was die Ziegen zum Ausbruch genutzt hätten.

In der Ausschusssitzung wurde dem Tierhalter letztlich signalisiert, dass die Verwaltung zusammen mit dem Veterinäramt sich um einen anderen Platz für die Tiere bemühen werde. Eventuell könnte auch ein Grundstück des Mannes in Gersbach für einen neuen Stall in Frage kommen. Der Tierhalter zog den Widerspruch gegen die Verfügung des Bauamtes schließlich zurück.

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