Pirmasens „Ich will ein gutes Gefühl beim Reiten haben“

Seit fünfeinhalb Jahren ein reitsportliches Paar: Marlen Lingenberg und Womanizer.
Seit fünfeinhalb Jahren ein reitsportliches Paar: Marlen Lingenberg und Womanizer.

«PIRMASENS.» Wenn heute die Landesmeisterschaften der Reiter und Vierkämpfer beim Reit- und Fahrverein Pirmasens-Winzeln beginnen, ist Marlen Lingenberg am Start. Die 21-jährige Dressurreiterin hält neben U16-Springreiterin Luna Neef das Fähnchen der Winzler Reiter im Meisterschaftsfeld hoch. Lingenberg startet in der Konkurrenz der LM Masters.

„Ich gehe ohne großes Ziel da dran. Ich will einfach ein gutes Gefühl beim Reiten haben, wenn etwas dabei herauskommt, ist das schön“, sagt die Studentin, die das Lehramt an Grundschulen anstrebt. Dass die in Lemberg wohnende Reiterin bei der Landesmeisterschaft starten kann, verdankt sie mehreren Besonderheiten. Die erste hat vier Beine, hört auf den Spitznamen Willow und wird in den offiziellen Pferdeverzeichnissen als Womanizer 13 geführt. Der schicke schwarze Hannoveraner-Wallach gehört der Pirmasenserin Ulrike Zangmeister, die ihn in der Freizeit reitet und ihn Marlen Lingenberg für den Sport zur Verfügung stellt. „Ich bin sehr dankbar für die Chance, ich darf ihn fast so behandeln wie ein eigenes Pferd“, erzählt sie und strahlt. Seit fünfeinhalb Jahren sind Lingenberg und der mittlerweile elfjährige Rappe ein Reitsportpaar. 2016 durchschritten sie ein tiefes Tal. „Im Januar hatte er eine Kolik, es sah zwischenzeitlich nicht gut aus. Er war fast ein Jahr außer Gefecht“, erzählt Lingenberg. Seit Februar reitet sie ihn wieder. „In dem Jahr mit der Kolik wären wir unsere erste M-Dressur gegangen“, fügt sie an. „Im Verhältnis zu seiner langen Krankheitsphase ist er schon sehr fit. Ich gebe ihm aber die Zeit, die er braucht“, sagt sie mit Blick auf etwaige sportliche Ambitionen. Die M-Klasse ist frühestens im nächsten Jahr eine Option, in diesem Jahr sollen L**-Anforderungen, wie sie jetzt bei der Landesmeisterschaft gestellt werden, das Maximum sein. Dass sie zu Hause bei den LM Masters starten kann, ist eine weitere Besonderheit. Üblich war bislang, dass zwei L- und eine M-Dressur – daher kommt der Namensteil LM, Masters sind die dem Juniorenalter (bis 18) entwachsenen Reiter – geritten werden mussten. Das hätte für Lingenberg und Womanizer nicht gepasst. In diesem Jahr wurden drei L-Prüfungen ausgeschrieben, das passt. „Es ist unsere erste L**-Prüfung“, bemerkt Lingenberg mit ein bisschen Anspannung, „das ist eine echte Herausforderung.“ Besonders wenn es um die Trabtraversalen geht, die sie mit Trainerin Steffi Rath intensiv geübt hat. „Am Mittwoch im Training war er richtig toll“, fügt Lingenberg an. Drei- bis viermal wöchentlich reitet sie den Rappen. „Dazu gehört auch die Bespaßung mit dem Halsring“, erzählt sie lachend. Bis Sonntag wollen sie jetzt erst mal im Dressurviereck Spaß haben.

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