Pirmasens „Ich habe nicht mit einer solchen Leistung gerechnet“

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Pirmasens. 21:0 Tore, alle Spiele in Gruppe A gewonnen, dabei noch richtig geglänzt: Der SV Rot-Weiß Pirmasens war der Gewinner des ersten Vorrundenspieltages der 39. RHEINPFALZ-Stadtmeisterschaft am Freitag in der Wasgauhalle.

Die 500 Zuschauer staunten nicht schlecht über einen groß auftrumpfenden SV Rot-Weiß. „Meine Mannschaft war richtig gut unterwegs“, staunte selbst dessen Trainer Ralf Friedewald, der „nicht mit einer solchen Leistung gerechnet“ hatte, zumal „wir am Mittwoch noch eine harte Trainingseinheit hinter uns gebracht hatten“. Der Erfolg hatte einen Namen und zwei Vornamen: Herrlich – Marcus und Alexander. Die Brüder spielten wie entfesselt auf. „Dabei haben wir zum ersten Mal zusammen in der Halle gespielt“, gab Marcus, mit 22 Jahren der ältere der beiden Brüder, zu notieren. „Wir haben jedoch schon von Kind an zusammen auf dem Bolzplatz gespielt“, nannte er einen Grund für das formidable Zusammenspiel zwischen den Banden. Da legte nicht nur der eine Bruder dem anderen uneigennützig auf, da trafen beide fast nach Belieben jeweils sieben Mal, was die Führung in der Torschützenliste bedeutet. Beide ließen kaum eine echte Torchance ungenutzt. Viel reifer als es seine 18 Jahre glauben machen wollten, agierte Alexander Herrlich. Er genoss bis zur B-Jugend die Ausbildung beim FK Pirmasens, spielte in der Regionalliga mit. „In unserer Mannschaft stimmt es einfach, und es hat jede Menge Spaß gemacht“, befand Marcus Herrlich. Trainer Friedewald freute sich zwar auch über die 21 geschossenen Tore – es waren die meisten am Freitag –, aber noch mehr über die Null in den Ergebnissen. Friedewald: „Ich habe nach dem ersten Spiel zu meinen Spielern gesagt, die Null muss immer stehen.“ Und sie stand viermal. Hinter den überragenden Rot-Weißen, die es lediglich mit C-Klässlern aufnehmen mussten, spielte sich Winzeln II auf Platz zwei in der Vorrundengruppe A. „Ich habe den zweiten Platz angepeilt und bin daher mit unserem Abschneiden zufrieden“, sagte der selbst mitspielende Trainer Andreas Fischer. Nur beim Auftakt gegen Rot-Weiß, wo eine 0:4-Niederlage eingesteckt werden musste, „haben wir schlecht gespielt, auch weil die Abstimmung in der Defensive nicht stimmte“, befand Fischer. Er selbst war mit 27 Jahren der mit Abstand älteste Feldspieler gewesen. Nicht wie geplant lief es für den FC Fehrbach in der Gruppe B. Da war der Bezirksligist hinter dem FK Pirmasens klar favorisiert. Doch im entscheidenden Spiel gegen den B-Klässler SV Ruhbank setzte es eine 1:2-Niederlage. „Da haben wir schlecht gespielt“, befand Spielertrainer Jochen Ellermann, der selbst nicht ins Geschehen eingriff, sondern nur stiller Beobachter war. Nach dem Rückstand gegen Ruhbank sei sein Team „zu hektisch geworden“, nannte Ellermann einen Grund für das Ausscheiden. Dann leistete sich auch noch Dominik Rindchen ein mit einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe geahndetes Foul, das der Ruhbänker Matthias Held mit all seiner Routine zum 0:2 aus Sicht des FCF nutzte. Und als Fabian Molter doch noch den 1:2-Anschlusstreffer erzielt hatte, war gegen die Ruhbänker nicht mehr durchzukommen. „Einige dachten wohl, wir gewinnen gegen Ruhbank sowieso“, haderte Ellermann. Doch müsse bedacht werden, dass in der Halle bei verkürzter Spielzeit die Klassenzugehörigkeit keine so entscheidende Rolle spielt. Und so waren denn die Ruhbänker glücklich, bildeten nach dem Schlusspfiff einen hüpfenden Kreis im Mittelkreis der Halle. „Wir sind überglücklich“, sagte eom strahlender SVR-Spielertrainer Steffen Keib. Seine Mannschaft habe in jedem Moment des Turniers an ihre Chance geglaubt. Bereits gegen den FK Pirmasens, als lange ein 0:0 gehalten worden war, habe Ruhbank zu überzeugen gewusst. Dann schoss der B-Klässler gegen den VfB Pirmasens einen um ein Tor höheren Sieg heraus als Fehrbach und schuf somit die Basis, dass auch ein Unentschieden zum weiterkommen reichen würde. Dass dann der FC Fehrbach sogar geschlagen wurde, sei das Tüpfelchen auf dem „i“ einer tollen Vorrundenleistung gewesen, betonte Keib. Er lobte besonders Torhüter Mike Alles, der gerade beim 8:1-Erfolg gegen den VfB einige tolle Paraden gezeigt habe und somit das Torverhältnis gegenüber Fehrbach positiv gestaltete habe. Es sei insgesamt „eine riesige Energieleistung“ gewesen, welche sein Team abgeliefert habe. Drei Siege in drei Spielen: Das ist das, was man vom Regionalligisten FK Pirmasens erwartet hatte. Der Rekord-Stadtmeister versprühte zwar wenig Glanz, spielte aber sein Pensum ungefährdet und souverän runter. Die individuelle Klasse der FKP-Akteure ließ keinen Zweifel am Gruppensieg aufkommen. „Mir gefiel Christopher Ludy sehr gut, weil er kaltschnäuzig und ohne ,Ferz’ gespielt hat“, sagte FKP-Betreuer Thomas Jeckel. Und dieser war überzeugt davon, dass „wir jederzeit noch hätten zulegen können, wäre dies erforderlich geworden“.

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