Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Homburgs Kicker „Schucki“ gibt sich entspannt

Hinspiel-Zweikampf: Ex-FKP-Spieler Philipp Schuck (rechts, jetzt FC Homburg) und der Pirmasenser Verteidiger Gianluca Lo Scrudat
Hinspiel-Zweikampf: Ex-FKP-Spieler Philipp Schuck (rechts, jetzt FC Homburg) und der Pirmasenser Verteidiger Gianluca Lo Scrudato, der Homburgs neuen Trainer sehr gut kennt.

Das Heimspiel am Samstag gegen den FC Homburg wäre für den FK Pirmasens eigentlich ein Festtag. Doch die Corona-Krise macht auch aus dem Saar-Pfalz-Derby, das normalerweise eine vierstellige Zuschauerzahl anzieht, ein Geisterspiel. Für zwei Spieler des FCH bedeutet die Partie eine Rückkehr zum Ex-Verein, während beim Gastgeber ein Homburger gesperrt ist. Und ein Mann mit Champions-League-Erfahrung feiert sein Debüt.

Entspannt geht Philipp Schuck die Aufgabe um 14 Uhr im Framas-Stadion an. Im Sommer 2020 ist der Linksverteidiger vom FKP, wo er in seinem zweiten Jahr zuletzt nur auf der Ersatzbank saß, nach Homburg gewechselt. „Natürlich kenne ich noch viele FKP-Spieler“, sagt der ehemalige Kapitän der U19-Bundesligamannschaft des 1. FC Heidenheim, der 35-mal für Pirmasens in der Regionalliga auflief. Dass er nun wieder auf seine alten Teamkollegen trifft, berührt den 21-Jährigen nach eigenen Worten nicht sonderlich: „Für mich ist das ein Spiel wie jedes andere. Wir wollen und müssen gewinnen – und sonst nichts. Mit dem, was da vorher war, muss ich abschließen. Ich bin jetzt beim FCH, und so ist es halt.“ FKP-Trainer Patrick Fischer berichtet von einem guten Verhältnis zu seinem Ex-Spieler: „Wir schreiben uns ab und zu, zuletzt haben wir uns über Stadtallendorf ausgetauscht. Philipp hat in Homburg eine gute Entwicklung genommen.“

Beim Hinspiel am 29. September in Homburg sei die Sache noch ganz anders gewesen, räumt „Schucki“ ein: „Da habe ich zum ersten Mal gegen Pirmasens gespielt. Das war für mich da schon noch etwas Besonderes. Aber jetzt ist das eben nicht mehr so.“ Natürlich hat es den gebürtigen Heidenheimer mächtig gefuchst, dass der FC Homburg damals – obwohl Ex-FKP-Angreifer Jannik Sommer ein Tor erzielte und einen weiteren Treffer vorbereitete – zu Hause mit 2:3 den Kürzeren gezogen hat. „Vielleicht haben wir den Derby-Charakter und die Zweikämpfe wirklich nicht ganz so angenommen, wie die Pirmasenser das gemacht haben“, erinnert sich Schuck.

Mehr zum Thema

124427321
Pirmasens

RHEINPFALZ Plus Artikel
Reicht am Ende vielleicht sogar der drittletzte Platz zum Drinbleiben für den FKP?

Fischer und Homburgs neuer Coach Wenzel kennen sich von der A-Lizenz-Ausbildung

Dafür, dass es für den FCH diesmal besser läuft, soll nicht zuletzt der neue Cheftrainer Timo Wenzel (43) sorgen. „Er weiß, was er will, macht einen sehr positiven Eindruck“, hat Schuck seinen neuen Coach als Motivator kennengelernt. Wenzel, 2003 als Spieler deutscher Vizemeister im Dress des VfB Stuttgart, hat diese Woche beim FCH angeheuert. Interimstrainer Joti Stamatopoulos ist nun wieder Co-Trainer.

Wenzel weiß, dass seine Premiere nicht leicht wird. „Der FKP wird alles raushauen, was er hat. Auch vor dem Hintergrund, dass wir seit 16 Jahren nicht mehr dort gewonnen haben“, sagt der Mann mit der Erfahrung von 106 Bundesliga- und drei Champions-League-Spielen. Einen Pirmasenser Spieler kennt er bestens: Außenverteidiger Gianluca Lo Scrudato machte unter Trainer Wenzel 93 Liga- und Pokalspiele für Elversberg II und Schweinfurt. Und FKP-Coach Fischer ist ihm von der gemeinsamen A-Lizenzprüfung in der Sportschule Hennef bekannt.

FKP-Coach muss auf Gelb-gesperrten Bohl verzichten

Bei Homburg fehlen die verletzten Stammkräfte Serkan Göcer (Kreuzbandriss), Tim Stegerer (Aufbautraining nach Adduktorenabriss) und Maurice Springfeld (Reha nach Schulteroperation). Luca Plattenhardt und Kapitän Patrick Lienhard sind nach abgebüßten Rot- beziehungsweise Gelbsperren wieder dabei. „Lienhard ist ein überragender Spieler. Überhaupt hat Homburg einen sehr, sehr guten Kader, müsste damit eigentlich unter den ersten fünf stehen“, sagt FKP-Coach Fischer, der auf den aus Homburg-Einöd stammenden Daniel Bohl (Gelb-Sperre) verzichten muss.

Statistik

Seit historischem Debakel keine Niederlage mehr

Am 29. April 2005 kassierte der FK Pirmasens mit dem 0:7 gegen den FC Homburg seine höchste Oberliga-Niederlage. Doch seit jenem denkwürdigen Spiel, das Fritz Fuchs seinen Trainerjob auf der Husterhöhe kostete, hat der FKP kein Heimspiel gegen die Homburger verloren.

2005/06 (Oberliga): 1:1

2007/08 (Oberliga) 3:3

2008/09 (Oberliga): 2:2

2009/10 (Oberliga) 3:3

2011/12 (Oberliga): 2:0

2014/15 (Regionalliga): 1:1

2015/16 (Regionalliga): 2:1

2016/17 (Regionalliga): 1:0

2017/18 (Oberliga): 1:1

2019/20 (Regionalliga): kein Heimspiel wegen des Saisonabbruchs.

124427321
x