Tore, Träume, Temperamente RHEINPFALZ Plus Artikel Hinterweidenthaler feiert mit 55 Jahren Debüt in Fußball-Landesliga

War früher auch Trainer des SV Hinterweidenthal: Bernd Jung, hier auf einem Foto von 2015.
War früher auch Trainer des SV Hinterweidenthal: Bernd Jung, hier auf einem Foto von 2015.

In der neuesten Ausgabe seiner Fußball-Kolumne „Tore, Träume, Temperamente“ widmet sich RHEINPFALZ-Mitarbeiter Helmut Igel auch einem Meister im Dauer-Feiermodus.

SV Hinterweidenthal: Landesliga-Debüt mit 55

Er war lange Jahre Spieler und (von 2012 bis 2016) auch Trainer des SV Hinterweidenthal. Heute ist er 55 und kickt nur noch sporadisch in der Ü50 der SG Sauerbachtal: Bernd Jung. Das war so richtig bis zum Sonntag, denn da feierte der Ur-Hinterweidenthaler sein Debüt in der Landesliga. In der 65. Minute wurde er im Match des SVH bei Tabellenführer TuS Steinbach eingewechselt.

Freilich hatte Hinterweidenthals Coach Daniel Tretter keine andere Alternative, als er selbst mit einer Muskelverletzung passen musste, denn Jung war an diesem Tag der einzige Auswechselspieler des SVH. „Wir haben einige Ausfälle gehabt. Deshalb habe ich bei Bernd angefragt, ob er mit nach Steinbach fahren könnte. Wir waren gerade elf Spieler und wollten nicht zu zehnt zu Ende spielen, falls sich ein Spieler verletzt“, bezog Tretter Stellung.

„Ich hatte es befürchtet“, kommentierte Jung seine Einwechslung. Er habe dann eine Position im Angriff eingenommen, „um einen Mann zu binden“. Es stand 0:1, als der Hausmeister der Heltersberger Tehalit GmbH eingewechselt wurde. Die Wende konnte er nicht einläuten. Wäre denn auch wohl zu viel des Guten gewesen. Hinterweidenthal verlor mit 0:2.

Weiter bemerkenswert: Der 43-jährige Florian Ringhof zog sich in diesem Match zum 701. (!) Mal in einem Pflichtspiel das Trikot seines Heimatvereins über. Tretter: „Wir führen da genau Statistik.“

Meister: Feiernde Rodalber, seriöse Weselberger

Vorigen Mittwoch holte der FC Rodalben mit einem 2:0 im Finale vor knapp 1000 Zuschauern gegen die SG Weselberg/Linden den Kreispokal. Nach den ersten Feierlichkeiten in Waldfischbach wurde im Sportheim des FCR das Double – Rodalben hat die Meisterschaft in der A-Klasse schon sicher – bis in den frühen Morgen bejubelt. Am Vatertag war das Team in die Gaststätte am Spiegelbrunnen in der Stadtmitte eingeladen. Am Freitag fanden sich die Pokalhelden zu einem Umtrunk auf der Terrasse am Sportheim ein. Die Spieler schauten den Zweitmannschaftskollegen bei deren Training zu und feierten weiter. Am Samstag fuhren dann die meisten Akteure zum Scheunenfest nach Dellfeld. Einziger Tagesordnungspunkt: feiern. Am Sonntag gab’s dann die Quittung, die dritte Saisonniederlage im Heimspiel gegen Martinshöhe. Trainer Daniel Wafzig nahm die 1:2-Pleite eher gelassen: „Die Anspannung war weg.“

„Auch bei uns war die Anspannung weg, aber wir wollen das Bestmögliche aus der Runde herausholen“, sagte indes Denis Jung, der Trainer des unterlegenen Pokalfinalisten Weselberg/Linden, der in der B-Klasse West schon als Meister feststeht. Das habe er seinen Spielern, die selbstredend weniger gefeiert hatten als die Rodalber, „vor dem Spiel ganz deutlich gemacht“. Die Spielgemeinschaft habe in der in Linden ausgetragenen Partie die Vorgaben des Trainers „komplett umgesetzt“ und mit 5:1 gegen Gersbach auch das 14. Heimspiel in Serie gewonnen. Jung: „Wir wollen die Runde seriös beenden.“

Helmut Igel
Helmut Igel
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