Pirmasens Hinterweidenthal lässt zu viele Chancen aus

Hermersbergs Angreifer Dennis Müller (links, beim Kopfballduell mit Volker Bohrer) sorgte mit einem Kontertor zum 3:1 für die en
Hermersbergs Angreifer Dennis Müller (links, beim Kopfballduell mit Volker Bohrer) sorgte mit einem Kontertor zum 3:1 für die endgültige Entscheidung. Rechts der Hinterweidenthaler Max Becker.

«Hinterweidenthal.» Der SV Hermersberg ist neuer Spitzenreiter der Fußball-Bezirksliga! Mit einem ganz hart erkämpften 3:1 (1:1)-Sieg gestern beim 60 Minuten bärenstarken SV Hinterweidenthal überholten die Hermersberger den bisherigen Spitzenreiter, den FV Rockenhausen, der tags zuvor 1:4 gegen die TSG Kaiserslautern verloren hatte.

„Diese Niederlage tut weh, ist extrem bitter. Im ersten Abschnitt besaßen wir drei klarste Chancen, haben uns aber nicht belohnt“, sagte Hinterweidenthals untröstlicher Trainer Denis Jung nach dem Spiel. Sein Team, ohne die verletzten oder verhinderten Dominic Kessler, Fabian Zwick, Michael Helfrich und Fabian Hirschinger angetreten, bot im ersten Durchgang eine Klasseleistung, ließ hinten gegen den Titelanwärter fast gar nichts zu und sorgte vorne gegen die zunächst etwas träge agierende Gästeabwehr immer wieder mit weiten Bällen für Gefahr. In der neunten Minute schoss Dominik Wafzig knapp am Hermersberger Tor vorbei. 20 Minuten später schien die Führung fällig: Marius Schweitzer lief nach Max Beckers Traumpass von rechts allein aufs Gästetor zu und hätte durchaus auch selbst abschließen können. Doch er entschloss sich zu einem Querpass auf den mitgelaufenen Wafzig. Doch dieser geriet zu ungenau, so dass der Angreifer trotz einer beherzten Grätsche den Ball verpasste. In Minute 37 die Szene des Spiels: Nach einem schönen Angriff über die linke Seite passte der umtriebige Wafzig an den Hermersberger Fünfmeterraum zu Luca Mangold, der dann das Kunststück schaffte, den Ball am leeren Tor vorbeizuschießen. Fünf Minuten danach ließ Mangold mit einem harmlosen Schuss eine weitere gute Chance der Gastgeber verstreichen. Und die Gäste? Nach Vorarbeit von Dennis Müller und Christian Schirrmann nutzte Johannes Mendel mit einem Drehschuss ins rechte Eck Hermersbergs erste Gelegenheit zur Führung (38.). Die hielt allerdings nur eine Minute. Schirrmann brachte im eigenen Strafraum Mangold zu Fall - Strafstoß. Hinterweidenthals Kapitän Kim-Dan Schenk verwandelte zum hoch verdienten Ausgleich. Vier Minuten nach dem Seitenwechsel vergab Wafzig allein vor dem Gästetor die Chance zum 2:1 für Hinterweidenthal. Doch die Gäste waren nun besser im Spiel. Nach 57 Minuten blitzte erstmals das spielerische Können Hermersbergs auf. Nach Doppelpass mit Müller traf Manuel Schütz den Pfosten. In der 64. Minute schwächte sich Hinterweidenthal selbst. Nach einer seiner Meinung nach falschen Abstoßentscheidung winkte Wafzig ab und sah Gelb. Als er danach abermals abwinkte, zeigte ihm Schiedsrichter Johannes Gartner Gelb-Rot. Nicht gerade clever von Wafzig, aber auch etwas überzogen vom Unparteiischen. Vier Minuten nach seiner Einwechslung servierte Miguel Deho einen Freistoß genau auf den Kopf von Mendel – 2:1 für Hermersberg (76.). Trotz der Unterzahl bekam die Platzelf nochmals die Chance zum Ausgleich. Doch Schenk köpfte nach Daniel Tretters Ecke knapp vorbei. In der Schlussminute besorgte Müller nach einem Konter das 3:1. „In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt. Da war das einzig Positive, dass Hinterweidenthal kein Kapital aus seinen Chancen geschlagen hat. In der zweiten Hälfte haben wir so gespielt, wie ich das erwarte“, sagte Gästecoach Jens Mayer. So spielten sie SV Hinterweidenthal: Jung - Becker (86. Radek), Werner, Schenk, Kaufmann - Tretter, Bohrer - Mangold (77. Schulz), Schweitzer (79. Reichert), Schnur - Wafzig SV Hermersberg: Schwartz - Schweig, Lechner (72. Deho), Schirrmann, Metzger - Masch - Brödel (61. Schwinzer), Freiler, Mendel - Müller, Schütz Tore: 0:1 Mendel (38.), 1:1 Schenk (39., Foulelfmeter), 1:2 Mendel (76.), 1:3 Müller (90.) - Gelbe Karten: Werner - Masch - Gelb-Rot: Wafzig (64.) - Beste Spieler: Schenk, Schnur, Tretter - Freiler, Masch, Mendel - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Gartner (Rheinzabern).

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