FUSSBALL
Hermersberg im Verbandspokal-Achtelfinale: Siegtor mit direkt verwandeltem Eckball
„Schiri, Schluss! Pfeif’ ab!“ Mehrfach kam am Sonntag von der Hermersberger Bank die Aufforderung, bis der gut leitende Unparteiische Jan-Vincent Ritter die üppig bemessene Nachspielzeit beendete. Es war keine überbordende Freude über den Sieg, eher Erleichterung darüber, dass es nicht noch zu einer Verlängerung gekommen ist. Diese hätte sich der SVH selbst zuzuschreiben gehabt.
„Oppau stark gemacht“
Die Partie war ein Paradebeispiel dafür, dass ein Gegner, den man im Sack hat, plötzlich Lunte riecht, weil man selbst besagten Sack nicht zugemacht hat. „Wir haben Oppau mit Fehlern und unnötigen Ballverlusten stark gemacht“, sagte SVH-Trainer Jens Mayer.
Angriffe über links
Auf die Frage, ob er die rechte Abwehrseite des BSC als Schwachstelle ausgemacht hat, grinste Mayer und nickte. Hermersberg spielte vor allem im ersten Abschnitt fast ausschließlich über seine linke Offensivseite, wo der pfeilschnelle Jens Kolb seinen Gegenspieler ein ums andere Mal überlief, ausspielte oder düpierte und so für ständige Gefahr sorgte. Auf diese Art und Weise fiel auch der Führungstreffer des SVH. Der starke Innenverteidiger Miguel Deho, dessen Außenristpässe eine gewisse Eleganz erkennen lassen, spielte einen Steilpass auf Kolb, der sich durchsetzte und maßgerecht flankte. Innen verpasste zwar Florian Weber, doch am zweiten Pause drückte Daniel Jochum die Kugel zum 1:0 über die Linie (21.). Mayer gefiel zwar dieses Flügelspiel, aber so ganz zufrieden war er jedoch nicht. „Da muss noch mehr Ertrag bei rauskommen“, monierte er.
Und wie das so ist, wenn der beruhigende zweite Treffer fehlt – plötzlich ist der bis dahin extrem harmlose Gegner da. In seiner besten Phase von der 41. bis 45. Minute hatte der BSC drei große Chancen, von denen Gianluca Ferraro eine zum 1:1 nutzte (45.).
Mendel befolgt Mayers Rat
Auch im zweiten Abschnitt ließ Hermersberg, dessen Spiel Kapitän Pascal Marsch von der Sechserposition aus lenkte und bestimmte, lange nichts zu und ging erneut in Führung. Johannes Mendel verwandelte einen Eckball direkt (60.). Quasi ein Tor nach Aufforderung. „Die Trainer hat in der Halbzeit gesagt, dass wir die Eckbälle scharf vor das Tor ziehen sollen, weil der Torwart bei hohen Bällen Probleme hat“, berichtete der 23-jährige Mendel. Mit seinem starken linken Fuß dirigierte er den Ball in den hinteren Winkel. „In der vergangenen Runde ist mir das schon einmal gelungen“, erinnert sich Mendel.
Doch wie in der ersten Hälfte ließ der SVH seinem Gegner die Hoffnung, ins Spiel zurückzukommen. Zweimal der quirlige Sebastian Gehring, der sich als Aktivposten erwies, und einmal Lars Sommer gaben riesige Gelegenheiten vom Fuß. So verwundert Mayers Fazit nicht: „Eine Runde weiter, nur das zählt im Pokal.“
SO SPIELTEN SIE
SV Hermersberg: Schwartz - Juner, Dausmann, Deho, Metzger - Masch, Mendel (90. Plitt) - Jochum (69. Vogt), Dudek (28. Gehring), Kolb - Weber (84. Sommer)
Tore: 0:1 Jochum (21.), 1:1 Ferraro (45.), 1:2 Mendel (60.) - Gelbe Karten: Garlipp, Brose, Queva, Christoph Jacob - Gehring, Vogt - Beste Spieler: Brose, Garlipp, Ferraro - Kolb, Deho, Masch, Gehring - Zuschauer: 290 - Schiedsrichter: Ritter (Kaiserslautern).