Tore, Träume, Temperamente
Hauenstein: Die überraschende Rückkehr eines Oberligafußballers
Stanjeks Comeback
Das war dann doch ein überraschendes Comeback. Sebastian Stanjek trug am Samstag nach rund fünf Jahren erstmals wieder das Trikot des SC Hauenstein. Im Landesligaspiel gegen den VfL Simmertal, dem vorletzten in der Saison, gab der 33-jährige Beamte bei der Stadt Pirmasens den Innenverteidiger. „Er hat eine überdurchschnittliche Leistung gezeigt und bringt uns extrem weiter“, war SCH-Spielertrainer Niklas Kupper angetan von dem Mann, der 102 Oberligaspiele für Hauenstein in den Beinen hat. Da Stanjek sechs Monate kein Pflichtspiel für seinen früheren Verein, den SV Ruhbank, bestritten hatte, konnte der zweifache Vater eingesetzt werden. „Das war genau so abgesprochen“, erzählte Kupper. Gegner Simmertal, bereits abgestiegen, „passte zum Reinkommen“ für Stanjek.
Der eigentliche Star der Partie am Samstag indes war Kai Schacker. Denn der Feldspieler, der den SCH nach der Saison verlässt, stand zum zweiten Mal in Folge im Kasten seines Teams, weil die beiden Stammtorhüter Hendrik Gräfe (Leistenzerrung) und Kevin Jung (Kreuzbandriss) nicht zur Verfügung standen. „Er steht auch schon mal im Training im Tor und war auch in der Halle unser Keeper“, begründete Kupper die Nominierung von Schacker als Spieler mit den Handschuhen. „Und er hat seine Sache bestens gemacht“, lobte Kupper seinen Ersatztorhüter, der freilich wenig zu tun hatte gegen den Drittletzten der Tabelle (14 Punkte). „Richtig gut“ fand Kupper die Abstöße von Schacker, „schließlich ist er ja auch Feldspieler“.
Tor aus dem Nichts
„Das war schon extrem bitter“, sagte am Sonntagabend Lars Sommer, der Spielertrainer des SV Hermersberg II. Sein Team hatte am Nachmittag im Spitzenspiel bei Tabellenführer TV Althornbach mit 3:2 geführt – bis in die 89. Minute. Da markierte Marius Müller für den TVA „aus dem Nichts“, so Sommer, den 3:3-Ausgleich. Binnen Sekunden hatte Hermersberg II zwei eminent wichtige Punkte weniger auf dem Konto. Die Chancen, Meister der B-Klasse West zu werden oder wenigstens Platz zwei zu erreichen, schrumpften auf ein Minimum. Sommer: „Das war ein fast perfektes Spiel von uns, nur dass es 3:3 endete, passte nicht.“
Schließlich hatte sein Team einen 1:2-Rückstand weggesteckt und war mit 3:2 in Führung gegangen, hatte den Sieg fast schon sicher. Zudem schien in der Nachspielzeit das 4:3 für Hermersberg fällig, doch Althornbachs Keeper fischte den von Dustin Bajorat abgefeuerten Ball aus dem oberen Tordreieck. „Ich bin niedergeschlagen“, befand Sommer. Doch was wäre Fußball ohne Überraschungen? Am kommenden Sonntag, dem letzten Spieltag, muss Althornbach in Ixheim antreten, wo schon Hermersberg und Großsteinhausen den Kürzeren zogen. Falls Althornbach verliert, könnte Hermersberg gleichziehen. Derweil könnte sich dann Großsteinhausen mit einem Sieg gegen Contwig II doch noch den Titel holen. Es bleibt spannend.