Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Ersatzgeschwächter TV Thaleischweiler scheidet in Pokal-Viertelfinale aus

Traf fünfmal: Dirk Buchheit vom TV Thaleischweiler.
Traf fünfmal: Dirk Buchheit vom TV Thaleischweiler.

Es hatte etwas von einer Gerichtsverhandlung, in der vorher schon klar ist, welches Urteil gesprochen wird. Den ersatzgeschwächten Handballern des TV Thaleischweiler fehlte im Kuhardter „Gerichtssaal“ der entscheidende „Entlastungszeuge“, Kreisläufer Alexander Escher. So hatte die „Verhandlung“ ein eindeutiges Ende: Die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam setzte sich mit 34:26 (17:9) durch und steht im Pfalzpokal-Halbfinale.

Dass Escher dem TVT gegen den zwei Klassen höher spielenden Gastgeber merklich fehlte, war schnell offensichtlich. Thaleischweilers Angriffe wurden lang und länger, ohne dass sich für die Rückraumspieler die entscheidenden Lücken öffneten. Bei der SG war zudem Torwart Max Geiger gut aufgelegt, und dann hatte der TVT auch noch Wurfpech, traf mehrfach nur Aluminium.

Aufseiten des TVT stimmte einzig bei Dominik Schweizer am Ende die Quote, dazu konnte Spielertrainer Marcin Waryas mit zwei gegen seine Blickrichtung geworfenen Toren Klasse aufblitzen lassen. Am Ende aber war das alles zu wenig.

Unkonventionell verteidigt

Waryas nutzte die zweite Hälfte, um eine neue Abwehrformation zu testen. Das unkonventionelle, seitlich verschobene, offensive 4-2 sollte die SG-Rückraumschützen vom Tor fernhalten, aber Waryas monierte: „Wir haben dann das Einlaufen der gegnerischen Angreifer nicht gut genug unterbunden.“ SG-Coach Christian Job stellte dagegen fest: „Wir hatten in der zweiten Hälfte gegen die veränderte Abwehr des TVT schon mehr Probleme als in Durchgang eins.“

„Sehr müde“

Waryas sah sein Team vor allem im ersten Durchgang „sehr müde“. So zog die SG nach dem 5:4 (10.) schnell deutlich davon und der TVT erlebte ein Spiel, in dem die Rollen im Vergleich zu fast allen Ligaspielen des TVT in dieser Runde einfach verdreht waren. Diesmal konnte die SG im zweiten Durchgang einen zuvor herausgeworfenen Vorsprung gegen einen klar unterlegenen Gegner verteidigen. Dennoch war Waryas vor allem mit den 26 eigenen Treffern am Ende sogar zufrieden.

Am Geburtstag kein Tor

An seinem Geburtstag warf Patrick Pfeifer kein Tor, sagte aber nach dem Spiel: „Es war seit Wochen klar, dass wir diese Personalsituation bei diesem Spiel haben. Nach dem guten Anfang war ein Bruch in unserem Spiel, dann haben wir uns auch hängenlassen.“ Pfeifer hatte dennoch seinen Spaß: „Es war ganz schön, mal so einen Gegner zu haben, der ein hohes Tempo gehen kann. Da gibt es bei uns in der Liga neben uns nur noch das Speyerer Team, das das so kann. Von daher war es super vor diesem Topspiel, das in einigen Wochen ansteht, noch mal so einen Test zu haben.“

Auch wenn das Urteil der sehr penibel pfeifenden Schiedsrichter am Ende im Spielberichtsbogen ebenso nüchtern wie eindeutig ausfiel: „34:26 (17:9), Sieger SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam“ steht da geschrieben. Damit ist die sensationelle Pokalrunde des TVT nach Verbandspokalsieg und dem Einzug ins Pfalzpokal-Viertelfinale, verbunden mit dem Ausschalten von zwei Pfalzliga-Teams, zu Ende.

SO SPIELTEN SIE

TV Thaleischweiler: Scherer, (22. und 31.-50. Schnur - Jens Schweizer (5), Dominik Schweizer (7), Buchheit (5/1) - Pfeifer, Groß - Heckmann; Waryas (7), Huber (1), Bohn

Spielfilm: 1:2 (2.), 5:3 (10.), 12:5 (21.), 17:7 (26.), 17:9 (Halbzeit), 21:13 (40.), 25:18 (46.), 32:21 (53.), 34:26 (Ende) - Siebenmeter: 4/2 - 2/1 - Zeitstrafen: 3 - 7 - Beste Spieler: Geiger, Hilsendegen, Horn - Dominik Schweizer - Zuschauer: 100 - Schiedsrichter: Hasenfratz/Portz-Funk (TSG Friesenheim).

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