Pirmasens
Handball: Arg geschwächte TS Rodalben erkämpft Remis gegen TV Wörth
Kampf, Moral und Leidenschaft wurden nur zum Teil belohnt: Mit seinem achten Tor zwei Sekunden vor dem Abpfiff rettete Jonas Goll den arg geschwächten Handballern der TS Rodalben wenigstens ein 29:29-Unentschieden im Pfalzliga-Heimspiel gegen den TV Wörth. Zweimal zeigten die Schiedsrichter die Rote Karte.
Dabei sah’s am Samstagabend in der TSR-Halle lange Zeit nach einem sicheren Sieg der Gastgeber aus – obwohl mit dem erkälteten Moritz Baumgart und dem am Knie verletzten Kevin Hauck zwei weitere Leistungsträger ausfielen. 14:9 führten die Turnerschaft zur Halbzeit. Doch teils kleinliche Zeitstrafen führten dazu, dass erst der agile Hendrik Matheis (29. Minute), dann auch Florian Bold (41.) nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte sahen.
Weishaars Comeback
„Ich bin begeistert. Über weite Strecken hat mein Team eine klasse Leistung gezeigt. Leider wurde unser Spiel durch die zwei Roten Karten zerstört“, sagte TSR-Coach Moritz Baumgart. Er hatte Felix Weishaar reaktiviert. Weishaar erzählte nach seinem ersten Spiel im TSR-Dress seit sieben Jahren: „Ich kann noch stehen, obwohl es sehr anstrengend war.“
Großartiger Glöckner
Die ersten beiden Minuten des Spiels gehörten TSR-Torwart Pascal Glöckner, der drei Tempogegenstöße entschärfte. Während Rodalben auf eine 6-0-Abwehr setzte, wechselte Wörth in seiner offensiven Abwehrreihen ständig von einem 5-1 in ein 3-3. Dank des großartigen Torhüters Glöckner und des flinken Spielgestalters Jonas Goll bekamen die Rodalber immer mehr Oberwasser.
Goll macht spätes Ausgleichstor
Nach dem 15:9 (31.) durch Andreas Voitl schien die TSR auf dem Weg zu einem sicheren Sieg, doch drei Minuten später stand es nur noch 17:14. Fortan entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem die TSR mit großer Leidenschaft bis zur 50. Minute (25:24) meist mit einem Tor Differenz führte, woran der eingewechselte Moritz Greiner und Lukas Haury einen großen Anteil hatten. Die Dramatik nahm in den letzten zehn Minuten immer mehr zu. 28:29 stand es vor den letzten 75 Sekunden. Nach Ballverlust wegen eines technischen Fehlers nahm Wörth 20 Sekunden vor dem Abpfiff eine Auszeit. Ein Foul von Wörths Simon Zolk wurde fünf Sekunden vor dem Spielende mit einem Siebenmeter bestraft, den Goll zum 29:29-Endstand verwandelte.
Viel gelaufen
„Es war überwiegend ein Kampfspiel. Ich bin mit dem Punkt zufrieden, nachdem wir schon so stark in Rückstand geraten waren“, zog Wörths Trainer Frank Schindler sein Fazit. TSR-Regisseur Jonas Goll, Vertreter des verletzten Jonas Baumgart, stellte fest: „Gegen die offensive Deckung mussten wir viel laufen, und wir hatten ja nicht die besten Wechselmöglichkeiten.“ Co-Trainer Hubert Hubele fand, dass „vor allem die Spieler aus der zweiten Reihe eine tolle Leistung gezeigt“ hätten.
SO SPIELTEN SIE
TS Rodalben: Glöckner, bei Siebenmetern Seelinger - Lukas Baumgart (6), Goll (8/3), Matheis (3) - Haury (5), Voitl (1) - Bold (1); Weishaar, Hubele (2), Greiner (3), Kettering
Spielfilm: 5:4 (10.), 9:6 (21.), 12:7 (25.), 14:9 (Halbzeit), 18:14 (37.), 23:23 (47.), 26:27 (55.) 29:29 (Ende) - Zeitstrafen: 7 - 7 - Rote Karten: Matheis (29.), Bold (41., beide 3. Zeitstrafe) - Siebenmeter: 3/3 - 5/5 - Beste Spieler: Glöckner, Lukas Baumgart, Goll - Wesper, Hänle, Ritter - Zuschauer: 95 - Schiedsrichter: Spies/Schneider (Lambsheim/Hochdorf).