Pirmasens Glück, Geschick und Kläs sichern Sieg
PIRMASENS. „Gerechtigkeit hat heute gesiegt“: Alexander Heinze war „etwas sprachlos“ vor Staunen über den Pfiff von Justus Zorn. „Ein Witz-Elfmeter“, kommentierte Torhüter Daniel Kläs die Szene, die ums Haar zwei Zähler gekostet hätte. Weil aber André Kilian den Ball in Minute 95 in den trüben Himmel hieb, siegte gestern Abend neben Heinzes Gerechtigkeitssinn auch Fußball-Regionalligist FK Pirmasens. Peter Tretters Team hat mit dem 1:0 (1:0) über den FC Homburg den Auswärtserfolg beim FCK II veredelt und binnen fünf Tagen sechs Punkte geholt.
„Ich werd’ umgestoßen, der Ball geht was weiß ich wohin – und der pfeift Elfmeter“, ließ Heinze kopfschüttelnd den Aufreger in der vierten Nachspielminute noch mal Revue passieren. Schiri Zorn lastete Heinze Handspiel an – und zog sich so den geballten Zorn der FKP-Elf und vieler der 1294 Zuschauer im Stadion Husterhöhe zu. „Mir fehlen die Worte“, war auch Kläs nach dem Schlusspfiff noch konsterniert. „Ist natürlich reine Spekulation, ob ich den gehalten hätte. Aber: Ich kenne Kilians bevorzugte Ecke“, sagte der Keeper schmunzelnd. Welche? „Verrat’ ich nicht.“ Glück, Geschick und Kläs waren gestern Abend drei Faktoren, die zum Heim-Dreier beitrugen. Der Keeper half beim Eintüten fleißig mit, reagierte mehrmals glänzend. Die ganz dicken Dinger aber versiebten die Gäste allein, ohne Störfeuer der mit Verve verteidigenden „Klub“. Thiery Steimetz hätte drei Treffer markieren müssen: Nach einem genialen Pass des überragenden Timo Cecen in die Tiefe frei vor Kläs auftauchend, wollte Steimetz den noch besser postierten Manuel Fischer bedienen. Die Vorlage aber ging in die Hose, der Ball holperte ins Toraus. Sechs Minuten später machte es Steimetz selbst, zielte aber wieder schlecht, der Ball zischte am Pfosten vorbei. Das waren zwei von vier, fünf hochkarätigen Chancen für die Grün-Weißen, die nach der Pause zwei Klassen besser spielten. „Überragende zweite Halbzeit; wir waren präsent, haben Chancen kreiert – aber kriegen nichts rein“, rätselte Co-Trainer Pascal Bach, der gestern zum zweiten Mal den erkrankten Jens Kiefer vertrat. Bei Bachs Premiere gegen Saarbrücken hatte der FCH am Samstag in der Nachspielzeit das 3:3 kassiert. „Wir haben uns vorgenommen, dafür eben heute spät noch was zu holen“, seufzte Bach. Nix war’s. Bis auf die Null-Ausbeute war es eine starke Vorstellung, Bach konnte mit der Leistung in Durchgang zwei hochzufrieden sein. So wie Tretter mit der ersten. Da hatte seine Elf „richtig gut gespielt“. Mit Blick auf die zweite sprach Trainer Treffer von einem glücklichen Sieg. „Aber verdient“, fand Manuel Grünnagel, der erst Marc Gallego den Zahn gezogen, später auch gegen Ex-Zweitliga-Wirbelwind Chadli Amri nichts hatte anbrennen lassen. „Wir haben nicht viel zugelassen, der Homburger Schwung ist verpufft“, sah der Linksverteidiger in einer kämpferisch überzeugenden Darbietung den Schlüssel zum Sieg. „Anders geht’s für uns aber auch nicht. Wir spielen in dieser Liga ja keinen Gegner nieder“, sagte Grünnagel. Die Abwehr hielt Homburgs Dauer-Attacke stand. Auch 8:0 Ecken für die Saarländer nach dem Wechsel belegten die Dauerpräsenz der Gäste in der FKP-Hälfte. Entlastung brachten nur Konter-Fragmente. Bei der besten Gelegenheit flitzte Patrick Freyer beherzt auf und davon, spielte sich aber fest. „Ich hätte wohl früher abschließen sollen“, haderte der zweifache Torschütze vom Freitag mit sich. Vor Freyers Doppelschlag hatte in Lautern Dominik Rohracker getroffen. Gestern markierte der erneut hellwache Wirbler auf rechts abermals die Führung (38.) und damit das goldene Tor. Rohracker: „Ich bin ja geholt worden, um Tore vorzubereiten und selbst zu schießen. Wenn’s klappt, bin ich glücklich.“ Dass der FKP verhaltener als zuletzt ans Werk ging, war eine Vorgabe Tretters. „Das ist der Belastung geschuldet. Die Profis haben halt ein paar Körner mehr“, erklärte Heinze. Bericht im überregionalen Sportteil