Pirmasens „Gebranntes Kind“ Fischer findet Krümel in 5:0
«PIRMASENS.» Nichts ist sooo gut, dass sich nicht noch irgendetwas dran verbessern ließe. „Klar, ich bin sehr zufrieden“, bekannte denn auch der Trainer. Aber: Patrick Fischer hat am Donnerstagabend so einige Krümel in der eben nur beinahe makellosen Darbietung seiner Mannschaft entdeckt. Immerhin: Der FK Pirmasens II ist furios in die neue Fußball-Verbandsliga-Saison geprescht, erteilte dem TB Jahn Zeiskam beim 5:0 (4:0) erteilte die Elf dem TB Jahn Zeiskam eine Lehrstunde – wir berichteten gestern im überregionalen Teil.
Die Lehrstunde dauerte – so wie die Schulstunde – exakt 45 Minuten. Hatte der FKP die Turnerbund-Truppe in Halbzeit eins schlichtweg vorgeführt, so schalteten die Gastgeber mit komfortabler 4:0-Führung im Rücken mal zwei, drei Gänge zurück. Spricht das nicht eher für Cleverness? Für vernünftiges Haushalten mit den Kräften zum Aufgalopp einer sicherlich nicht leichten Saison? Aus Fischers Munde kam ein entschiedenes „Nein“. Denn: „Wir sind gebrannte Kinder“, sagte der Coach, und erinnerte an zwei Partien der vergangenen Saison, die sein Team trotz klarer Führung und guter Vorstellung noch in den Sand gesetzt hatte. Etwa gegen Absteiger ASV Winnweiler: „Wir führen 4:1, es müsste 8:1 stehen – sagt der Winnweilerer Trainer“, erinnert sich Fischer nur allzu gut. Zum Schluss mussten sich er und seine Kicker mit einem Pünktchen zufriedengeben. Und gegen Rüssingen gab’s nach 3:0 am Ende gar ein 3:4. Was der Trainer monierte: „Wir haben die Kontrolle zu oft aus der Hand gegeben, hatten zu viele Ballverluste, waren zu lange am Ball.“ Einige hätten nicht mehr zügig nach höchstens drei Kontakten abgespielt. Indes gab Fischer grinsend zu, dass er es genoss, an diesem besonderen Abend mal auf hohem Niveau jammern zu dürfen. Daheim angekommen ist am Mittwochabend Jannik Nagel. Wie einen verlorenen Sohn hatte ihn der Stadionsprecher in Minute 74 jubelnd aufs Feld eskortiert. Eine Erkältung hatte die Spielverderberin gegeben und den Startelf-Einsatz beim Comeback verhunzt. Egal: „Im nächsten Spiel werde ich wohl auflaufen. Auch weil die Verstärkung von oben nicht dabei sein wird“, schaute Nagel voraus. Als spielender Co-Trainer legte auch er den Finger in die Wunde, die ja nur ein Ritzerchen war: „Wir haben zurückgeschaltet – und das war so nicht abgesprochen. Wir wollten eigentlich so weitermachen wie vorm Wechsel“, sah der Ex-Kapitän die Pausenabmachung nicht ganz angekommen. „Wir hätten ja weiter Gas geben können, wir sind doch topfit.“ Genau. Und das war in Halbzeit eins zu sehen. Da waren alle, aber auch alle FKPler stets schneller als die Zeiskamer. Die Elf von Sahin Pita wirkte nicht nur orientierungslos, sondern hinkte auch gedanklich hinter den mit flotten Offensiv-Aktionen aufwartenden Hausherren weit hinterher. Eine starke Vorstellung gab Patrick Freyer. Nicht nur auf dem Feld, auch danach: Selbstkritisch zürnte er, dass seine Torausbeute höher hätte ausfallen müssen, dass ihm längst nicht alles gelungen sei. Der jüngst gegen Ulm erzürnt in die Kabine geflohene, weil nicht eingewechselte Regionalliga-Stürmer hatte mit hohem Engagement an vorderster Front getobt, mit Luca Eichhorn und Heraldo Jorrin flotte Ballwechsel auf den Rasen gezaubert. TB schaute staunend zu. Dem Cheftrainer ist Freyers Antwort auf dem Platz nicht entgangen: Peter Tretter war nach dem Training mit der Ersten sofort zur Tribüne geeilt. Was die zum Regionalliga-Kader Zählenden boten, war prima bis okay. Ohne Fehl und Tadel Christian Schubert, der als Elfmeterschütze zum 2:0 den Keeper eiskalt verlud. Jorrin traf zum 3:0 und 4:0, zeigte gute Ansätze. Yasin Özcelik agierte phasenweise glücklos, bereitete aber Jorrins Treffer vor und verwandelte den Elfer zum 5:0. Bärenstarker Staubsauger: Sebastian Brenner. Überragend, was der spielfreudige Luca Eichhorn lange Zeit bot. Weil Zeiskam später nicht mehr Verstecken spielte, durfte sich auch Keeper Matthias Gize auszeichnen. So spielten sie FK Pirmasens II: Gize - Rebmann, Eitel, Valentini, Schubert (82. Klug) - Brenner - Jorrin (52. Bischof), Eichhorn (74. Nagel), Kempf, Özcelik - Freyer.