Pirmasens
Gäste schwärmen vom Sommerintermezzo: „Einfach wunderbar!“ – mit Bildergalerie
Drei Abende voller musikalischer Kontraste: Von Jazz und Blues über Rockpoesie bis hin zu italienischen Welthits verwandelte die Sommerintermezzo-Reihe den Joseph-Krekeler-Platz drei Tage lang in eine Freiluftbühne. Die RHEINPFALZ war am Samstagabend beim Auftritt der Stuttgarter Band „Poems on the Rocks“ dabei.
Vor der prächtigen Kulisse des Forums Alte Post scheint die Sonne auf den Platz. Stühle, Bänke und Tische stehen schon, hier und da auch Schirme, die vielleicht vor Regen schützen müssen. Die ersten Gäste sind schon früh gekommen, Bühne und Technik sind schon lange aufgebaut. Auch die Musikinstrumente stehen bereit und warten auf ihren Einsatz.
Die Stuttgarter Formation „Poems on the Rocks“ spielt heute Abend bei freiem Eintritt. Sie zählt zu den ersten Bands in Deutschland, die bekannte englischsprachige Rocksongs mit deutschen Übersetzungen verbinden. Dadurch eröffnen sie ihrem Publikum einen neuen Zugang zu den Liedern und machen Inhalte verständlich, die im Originaltext oft verborgen bleiben. In Pirmasens sind sie keine Unbekannten, schon einmal waren sie hier, in einem ausverkauften Haus.
„Die Sommerintermezzo-Reihe finde ich wunderbar. Ich war auch am Freitagabend hier und wollte mir das Programm heute ebenfalls nicht entgehen lassen. Ich bin eine Kulturliebhaberin, muss man sagen, und richtig froh, dass in Pirmasens so viel geboten wird“, sagt Margit Wittvogel-Wolf. Sie ist mit ihrem Mann und Freunden gekommen und fand allein die Stimmung am Freitagabend gigantisch, als die Band „Mama Shakers“ das Publikum regelrecht verzauberte, wie sie schwärmt.
Spanisch-kubanisches Flair
Andere Besucher versorgen sich währenddessen mit Tapas, spanischem Bier, einem Glas Wein oder mit bunten Cocktails von der Bar „Bodega Estación“. Inhaberin Rita de las Mercedes Figueredo Veliz hat auf dem Joseph-Krekeler-Platz ihre Zelte aufgeschlagen, sorgt aus kulinarischer Sicht mit ihrem Team für spanisch-kubanisches Flair und hat sichtbar alle Hände voll zu tun.
Pünktlich um 19 Uhr beginnen dann die Rockpoeten um den ausgebildeten Schauspieler Jo Jung zu spielen. In lyrischer Form rezitiert er mit einmaliger Mimik und Sprache. Stimmgewaltig ist Sänger Jörg Krauss: Er liefert gemeinsam mit seiner Band den mitreißenden Groove zu den Songs, bei denen sich manch einer nicht mehr auf seinem Stuhl halten kann. Hier und da steht jemand auf und tanzt selbstvergessen, wer sich das nicht traut, singt zumindest leise mit. Lieder wie „Superstition“ von Stevie Wonder, „Man in the Mirror“ von Michael Jackson oder auch „All along the Watchtower“ von Bob Dylan vertreiben die garstigen Regenwolken, zaubern aber Dominik Lieblang aus Völklingen ein Lächeln ins Gesicht: „Ich bin als Betreuer einer Gruppe von geistig beeinträchtigten Menschen im Rahmen einer Freizeit nach Pirmasens gekommen. Wir sind in der Jugendherberge untergebracht und heute Abend gibt es für uns ein bisschen Live-Musik. Die Lieder kennen auch viele aus unserer Gruppe, wir finden es einfach toll hier“.
„Habe gerade einen richtig schönen Abend“
Mit ihrem Mann und einer Freundin hat die Pirmasenserin Ingrid Burgmann den Weg auf den Joseph-Krekeler-Platz gefunden. Auch sie ist restlos begeistert von der Atmosphäre, die hier herrscht. „Das Sommerintermezzo ist abwechslungsreich gestaltet, da ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Und auch allein rein optisch macht die Alte Post als Kulisse was her. Ich habe gerade einen richtig schönen Abend“, sagt sie.
Während die „Poems on the Rocks“ das Publikum mit „Another Brick in the Wall“ von Pink Floyd zurück ins Jahr 1979 entführen, beobachtet Kulturamtsleiterin Heike Wittmer gelassen die Szenerie. Sie freut sich, dass das Wetter nun doch hält und so viele Leute den Weg hierher gefunden haben. „Viele Leute, die ich hier sehe, sind Wiederholungstäter. Sie waren schon im letzten Jahr hier und auch gestern Abend. Die Stimmung ist super und die Bands kommen gut an. So soll es sein“, freut sich Wittmer.
Zwischen den Konzertbesuchern spielen Kinder, doch niemand stört sich daran. Und die Musik ist nicht so laut, dass man sich nicht mehr unterhalten kann. Ein Abend, der sich nicht nur gut anhört, sondern auch gut anfühlt.