Pirmasens
Fußball: SC Hauenstein lässt SG Eppenbrunn in Landesligaderby keine Chance
„Das war Angsthasenfußball“, befand Florian Opitz, der Trainer der SG Eppenbrunn, am Sonntag nach dem Wasgauderby der Fußball-Landesliga beim SC Hauenstein. Seine Mannschaft verlor vor 250 Zuschauern mit 0:3 und war dabei ziemlich chancenlos. Bester Mann auf dem Platz: SCH-Mittelfeldspieler Kai Schacker.
„Ich bin maßlos enttäuscht. Die erste Hälfte war unterirdisch und die zweite nicht viel besser. Man kann verlieren, aber nicht so. Darüber müssen wir noch reden“, ärgerte sich der Trainer des Tabellendritten nach dem Schlusspfiff maßlos.
U19-Spieler im Tor
Auf dem tiefen, schwer bespielbaren Platz zeigte Hauenstein von Beginn an durch bedingungslosen Einsatz, wer hier Herr im Hause ist. Auch aufgrund der angespannten personellen Lage, brachte Hauensteins Spielertrainer Niklas Kupper mit Kevin Schönborn, Justin Veith und Noel-Niklas Kästner drei Akteure von Beginn an, die bis Juni noch in Hauensteins A-Jugend spielen. Und im Tor stand der aktuelle U19-Keeper Hendrik Gräfe, da Stammtorwart Kevin Jung verletzt fehlte und Ersatzmann Fabian Titz unter der Woche krank und noch nicht wieder bei 100 Prozent gewesen sei, wie Kupper erläuterte. „Ich habe Mitte der Woche erfahren, dass ich spiele. Etwas aufgeregt war ich, aber insgesamt war alles positiv“, sagte Gräfe. Er machte seine Sache gut, bekam allerdings kaum etwas zu halten. Auch die drei Youngster im Feld zeigten mit einer guten Leistung, warum ihr Trainer ihnen das Vertrauen schenkte.
Überragender Schacker
Überragender Mann beim Sportclub war allerdings bis zu seiner Auswechslung nach 80 Minuten Kai Schacker. Dieses Mal auf der Sechserposition eingesetzt, war Schacker Initiator fast jeden Hauensteiner Angriffs. Zudem warf sich der 22-Jährige in jeden Ball und gewann nahezu jeden Zweikampf. „Er hat gezeigt, was Derby heißt“, merkte Eppenbrunns Trainer Opitz dazu an.
Rubeck schaut zu
Nach 54 Minuten bekam Hauenstein einen Freistoß auf Höhe der Mittellinie zugesprochen. Schacker legte sich den Ball zurecht, grüßte noch schnell seinen auf der Tribüne zuschauenden Ex-Trainer Peter Rubeck und schlug den Ball vor das Eppenbrunner Tor. SCH-Angreifer Thorsten Riggers und zwei Gäste-Abwehrspieler gingen hoch zum Kopfball, ohne dem Ball eine entscheidende Richtungsänderung geben zu können. So fiel der Ball dem aufgerückten Dennis Leininger vor die Füße, der aus der Drehung zum vorentscheidenden 2:0 traf.
Die erste Gelegenheit der Partie hatten allerdings die Gäste. Angreifer Mounir Rabahi bediente den gestarteten Jan-Luca Hahn, doch dieser schoss allein vor Gräfe etwas überhastet am Tor vorbei. Danach kämpfte sich Hauenstein in die Begegnung. In der 36. Minute schickte Veith Spielertrainer Kupper, der zum eingewechselten Tim Scherer passte. Der bereits nach 20 Minuten für den verletzten Schönborn gekommene Mittelfeldspieler überwand Gästetorwart Nicola Schillings mit einem schönen Schuss von der Strafraumgrenze.
Kupper macht alles klar
Der Tabellendritte aus Eppenbrunn blieb fast alles schuldig. Hauenstein versemmelte noch zwei gute Kontergelegenheiten, ehe Kupper nach 86 Minuten gegen sein Ex-Team mit dem 3:0 alles klar machte. Allerdings startete Vorlagengeber Kästner aus klarer Abseitsposition.
„Das war heute eine Top-Einstellung. Der Sieg ist hochverdient. Und unsere jungen Wilden haben gezeigt, dass sie sich ständig weiterentwickeln. Kai Schacker ist ein Phänomen. Er ist einfach brutal geil auf solche Spiele“, resümierte Kupper, der sich selbst nach einer verschleppten Mandelentzündung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sah.
SO SPIELTEN SIE
SC Hauenstein: Gräfe - Keller, Seibel, Ochs, Leininger - Schacker (80. Helfrich), Kästner - Schönborn (20. Scherer), Riggers, Veith (90. Hagen) - Kupper
SG Eppenbrunn: Schillings - Schmitt, Roman, Anschütz, Eichhorn - Bogdan, Mayer (64. Dreyer) - Jan-Luca Hahn, Marvin Hahn (81. Brunner), Buchheit - Rabahi
Tore: 1:0 Scherer (36.), 2:0 Leininger (55.), 3:0 Kupper (86.) - Gelbe Karten: Helfrich, Leininger, Schacker - Schmitt - Beste Spieler: Ochs, Schacker, Seibel, Veith – Bogdan, Schillings - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Schurer (TuS Frankweiler).