Pirmasens
Fußball: Niederlage als Hoffnungsmacher für FK Pirmasens
Sport ist nicht immer gerecht. Das erlebten die Regionalliga-Fußballer des FK Pirmasens bei der 0:2-Niederlage beim VfR Aalen. Die Mannschaft von Patrick Fischer bleibt weiter punktlos, überzeugte aber mit einem guten Spiel und ihrer Mentalität.
„Das glaubt uns in Pirmasens wieder niemand, wenn wir das erzählen“, sagte Manuel Grünnagel und wirkte verzweifelt. Gerade hatte der FKP-Rechtsverteidiger mit seinen Kollegen auch das sechste Regionalliga-Saisonspiel verloren. Das war schlimm genug, aber ärgerlicher wurde alles dadurch, dass das Resultat wenig mit den Ereignissen auf dem Feld zu tun hatte.
Grünnagel, aus der FKP-Jugend entsprungen und bereits 83-mal in der Regionalliga für Pirmasens am Ball, erlebt gerade die schwerste Zeit mit dem Klub. Der 23-Jährige ist zwar 2017 unglücklich mit dem FKP aus der Regionalliga abgestiegen, aber so bitter wie im Moment sah es noch nicht aus. Null Punkte haben Grünnagel & Co. in sechs Partien geholt, und in dieser Zeit auch erst einen Treffer erzielt – am ersten Spieltag beim 1:3 gegen den 1. FC Saarbrücken. Das klingt nach der Bilanz eines heillos überforderten künftigen Absteigers. Doch die Leistung auf dem Rasen der Ostalb-Arena entsprach so gar nicht dem düsteren Tabellenbild.
Pirmasens spielte beim VfR Aalen, der gerade aus der Dritten Liga abgestiegen ist und den Anspruch hat, zumindest eine ordentliche Rolle in der Regionalliga zu spielen. Pirmasens kassierte früh ein Gegentor, lag 0:1 zurück, schüttelte sich kurz und spielte den VfR danach zeitweilig förmlich an die Wand. „Wir treffen die Bude nicht, obwohl wir so oft durchgekommen sind“, bemängelte Grünnagel. Der 23-Jährige dachte mit Grausen an die vielen Torchancen, die sich der FKP erarbeitete – und durchaus auch erspielte. Das Aalener Torhüter-Urgestein Daniel Bernhardt wurde zum besten Spieler auf dem Platz, was viel über die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen aussagte.
Dennis Krob scheiterte in der 31. Minute mit einem Volleyschuss aus 14 Metern am Keeper, Sascha Hammanns Schlenzer in der 41. Minute lenkte Bernhardt gerade noch über die Latte. Nach der Pause stand Krob alleine vor dem VfR-Torwart (51.), scheiterte aber ebenso wie vier Minuten später David Becker mit einem eigentlich raffinierten 16-Meter-Schuss (55.). Es war zum Verzweifeln, und wurde noch schlimmer, weil Moritz Zimmer einen Kopfball knapp über das Tor setzte (67.), ehe Grünnagel selbst die letzte Großchance des FKP vergab, als er den Ball freistehend nicht richtig traf und deshalb weit über das Tor drosch (87.). Die Aalener spielten schwach, waren aber brutal effektiv und besiegelten die Niederlage der Pirmasenser mit dem 2:0 in der Nachspielzeit.
Es klingt paradox, aber die sechste Niederlage im sechsten Saisonspiel lieferte mehr positive Ansatzpunkte für den FKP als negative. Das Tabellenbild sieht schlecht aus, und das wird in den kommenden Wochen für viel Druck sorgen, aber mit ihrem Einsatz und der vorgelebten positiven Mentalität nährte die Mannschaft die Hoffnung, sich aus dieser vertrackten Situation befreien zu können, auch wenn Grünnagel das direkt nach dem Spielende noch nicht so recht glauben konnte. „Wenn es so läuft wie gerade bei uns, dann wird etwas, was du liebst, auf einmal zur Qual“, sagte der 23-Jährige. Fußball kann grausam sein.
Die Pirmasenser Spieler zeigten bei der Niederlage in Aalen allerdings ihre Charakterstärke, weil sie sich mit vereinten Kräften gegen die Pleite zur Wehr setzten. Das war so nach dem schnellen 0:1 nicht zwingend zu erwarten – und gibt Grünnagel Hoffnung: „Die anderen Mannschaften unten punkten ja auch nicht. Wir sind noch nicht abgeschlagen.“