Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: FK Pirmasens wahrt Stabilität – Kapitän Steil wohl doch nicht schwer verletzt

Rettete dem FKP mit seinem schönen Tor in der Nachspielzeit einen Punkt: Sven Sellentin (links), hier mit Ricardo Antonaci vom F
Rettete dem FKP mit seinem schönen Tor in der Nachspielzeit einen Punkt: Sven Sellentin (links), hier mit Ricardo Antonaci vom FC Gießen. Foto: Friedrich

Seit dem 31. August hat der FK Pirmasens in 14 Fußball-Regionalligaspielen nur noch dreimal verloren: gegen die Top drei der Liga, Saarbrücken, Elversberg und Steinbach Haiger. Das miserabel gestartete Team von Trainer Patrick Fischer hat mit der Zeit an Stabilität gewonnen. Im letzten Match vor der Winterpause gab’s ein 1:1 beim FC Gießen.

Am Samstag war dieser Trend in Gefahr. Bis zur 89. Minute lag der FKP beim Viertletzten 0:1 in Rückstand. Eine Niederlage beim Viertletzten und damit fünf Zähler Rückstand auf den ersten potenziellen Nicht-Abstiegsplatz wären ein herber Rückschlag gewesen. Doch der Spirit lebt: Sven Sellentins Traumtor in den Winkel kurz vor dem Abpfiff rettete Pirmasens einen Zähler im Duell zweier Abstiegskandidaten.

„Auch wenn der Ausgleich in der Schlusssekunde glücklich ist, ist er verdient“, sagte Trainer Fischer. „Wir haben uns das in den letzten Wochen erarbeitet mit dem Aufwand, den wir immer wieder betreiben. Viele meinen, dass ein Punkt in Gießen in unserer Situation zu wenig ist. Aber wir haben uns in den letzten Wochen herangekämpft, wir sind bis auf zwei Zähler an Gießen dran.“ Torschütze Sven Sellentin meinte: „Unsere Form ist okay. Wenn wir besser aus der Winterpause kommen als wir in die Saison gestartet sind, dann ist noch einiges drin.“

Zwei Traumtore

Von einer „gefühlten Niederlage“ sprach Gießens Außenverteidiger Ricardo Antonaci. Und FC-Trainer Daniyel Cimen meinte: „Wenn du den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gibst, ist es ärgerlich. Es hat aber zum Spiel gepasst: Wir machen kurz vor der Pause mit einem Traumtor das 1:0, Pirmasens gleicht kurz vor Schluss mit einem Traumtor aus.“

Die Partie im Waldstadion bot bis auf die ansehnlichen Treffer keine Fußball-Feinkost. Die Pirmasenser hatten mit dem frühen verletzungsbedingten Ausscheiden ihres Kapitäns Marco Steil zu kämpfen, mussten umstellen und kamen in Hälfte eins „immer einen Schritt zu spät“ (Fischer). Nach der Pause steigerte sich der Drittletzte, Gießen dagegen verwaltete vornehmlich – so hatten beide Teams ihre starke Halbzeit. „Gerade in den letzten 20 Minuten hat sich Pirmasens den Ausgleich verdient“, musste Cimen einräumen. So spielte Pirmasens zum achten Mal remis (kein anderer Südwest-Regionalligist teilte sich öfter die Punkte) und alles bleibt zunächst beim Alten: Zwei Zähler Rückstand auf Gießen, sieben Punkte Rückstand auf den ersten garantierten Nicht-Abstiegsplatz.

Erst Laktat-Test, dann Pause

Für die FKP-Spieler steht nun Anfang dieser Woche noch der Laktattest an, dann geht’s in die Winterpause. Am 15. Januar trommelt Fischer seinen Kader zum Trainingsauftakt zusammen, am 21. Januar steigt auf dem Betzenberg das erste Testspiel bei den FCK-Profis, für 22. Februar ist das erste Punktspiel in 2020 auf der Husterhöhe gegen Ulm terminiert. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Aufholjagd nach dem Winter hat „die Klub“ am Samstag geschaffen.

Kurz-Interview mit Marco Steil

Schlimmes war zu befürchten, als Marco Steil, Kapitän und Abwehrchef des Fußball-Regionalligisten FK Pirmasens, am Samstag in Gießen Mitte der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden musste. Tags darauf sprach Peter Brandstetter mit dem 32-Jährigen.

Herr Steil, wie geht es Ihnen?
Ich kann meinen Fuß bewegen. Ich denke, dass es nur eine Prellung ist. Aber zur Sicherheit lasse ich mich am Dienstag noch röntgen.

Was ist genau passiert?
Wir sind zum Kopfball hoch, der Gegenspieler tritt beim Runterkommen auf mich, trifft den Bereich Achillessehne/Ferse. Der Stollenabdruck ist zu sehen, es ist geschwollen. Ich konnte nicht mehr weiterspielen.

Wie sehen Sie das 1:1 in Gießen?
Der Punkt in einem chancenarmen Spiel war verdient. In der ersten Halbzeit waren wir nicht so griffig wie zuletzt, in der zweiten war’s dann besser.

Ihr Partner in der Innenverteidigung, Moritz Zimmer, hatte einen stressigen Samstag, kam wegen einer Klausur am Morgen in Saarbrücken erst spät nachgereist ...
Er war eine knappe Stunde vorm Anpfiff da, hat auch an der Sitzung teilgenommen. Moritz hat das locker weggesteckt und super gespielt.

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