Pirmasens
Fußball: Die bitteren Erfahrungen des Lars Oeßwein (FK Pirmasens) am Mainzer Bruchweg
Zwei Spieler stehen am Freitag (19 Uhr) im Regionalligamatch des FK Pirmasens beim FSV Mainz 05 II im Blickpunkt: der bei den Nullfünfern gnadenlos aussortierte, nun beim FKP auf der linken Seite glänzende Lars Oeßwein und Florian Bohnert, der nach einem guten Jahr in Pirmasens das Angebot aus der Landeshauptstadt annahm.
Lars Oeßwein redet nicht gerne über seine Ausmusterung bei Mainz 05 II, nur so viel: „Ich bin da selbst nicht so ganz schlau daraus geworden.“ Fakt ist, dass der gut ausgebildete (48 Junioren-Bundesligaspiele für den 1. FC Kaiserslautern), schnelle und konditionsstarke Mann aus dem südpfälzischen Rheinzabern bis zum 1. Dezember 2018, dem 0:0 in Pirmasens, Stammkraft im Mainzer Regionalligateam war und nach der Winterpause unter Trainer Bartosch Gaul nur noch eine (!) Minute spielen durfte. Dann lief der Vertrag aus, Oeßwein war erst mal arbeitslos. Als sich kein neues Engagement im Profifußball ergab, fragte sein Vater beim neuen FKP-Trainer Patrick Fischer nach, der einst seinen Filius im südpfälzischen DFB-Nachwuchs-Stützpunkt in Schaidt betreute.
Weiter Hoffen auf Profikarriere
So landete Lars Oeßwein Ende August bei den Feierabendfußballern auf der Husterhöhe, um sich dort für einen neuen Arbeitgeber zu empfehlen. Denn noch hat er keine Ausbildung in einem anderen Beruf oder ein Studium angefangen, noch hofft er auf eine Zukunft im Profifußball: „Ich will mir das noch offenlassen.“ Um körperlich weiter topfit und robust zu bleiben, absolviert der 21-Jährige neben dem Training in Pirmasens weiterhin sein seit Jahren erprobtes „Kraft-, Dehn- und Stabiprogramm“ in einem Studio in Rheinzabern.
Beim FKP, wo er neben Sven Sellentin, Konstantinos Neofytos und Dennis Chessa einer von vier arbeitslos gemeldeten Berufsfußballern ist, fühle er sich wohl. Er wolle alles dafür tun, dass die Pirmasenser auch nächste Saison der Regionalliga angehören. „Wir sind gut drauf, es sind noch vier beziehungsweise sechs Punkte bis Gießen und Frankfurt. Ich bin optimistisch, dass wir das noch schaffen“, sagt Oeßwein auch unter dem Eindruck der starken Vorstellung beim 2:0 gegen Astoria Walldorf, womit der FKP nun seit vier Spielen ungeschlagen ist (zwei Siege, zwei Remis).
Bissig auf der linken Seite
Gegen Walldorf gab Oeßwein mal wieder einen ungemein bissigen, zweikampfstarken Linksverteidiger. Eine Woche zuvor beim 1:1 in Balingen habe er seine Aufgaben im linken Mittelfeld, so Trainer Fischer, „sehr, sehr gut“ erfüllt. Jede Position sei ihm so lieb wie die andere, versichert Oeßwein: „Ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt und wo ich der Mannschaft am besten helfen kann.“
Am Freitagabend im Bruchwegstadion wird er wohl wieder ins linke Mittelfeld vorrücken, da Abwehrchef Marco Steil seine Sperre abgesessen hat und damit Manuel Grünnagel wieder rechts und Sascha Hammann wieder links verteidigen kann.
Mal gegen Ronaldo, mal Ersatzbank
Beim Tabellensechsten Mainz II ist Florian Bohnert, vergangene Saison als Außenangreifer in Pirmasens gesetzt, nicht immer erste Wahl. Und Bartosch setzte den 21-Jährigen zuletzt nicht außen, sondern in der Sturmspitze ein. Für Luxemburgs A-Nationalmannschaft spielte Bohnert vor einem knappen Monat in der EM-Qualifikation als Außenverteidiger gegen Europameister Portugal und damit gegen Superstar Cristiano Ronaldo.
Zurück zu Oeßwein und seiner Beziehung zu Ex-Verein Mainz 05: „Ich bin jetzt beim FKP und schaue nach vorne. Aber natürlich ist das ein besonderes Spiel, beim Gegner kenne ich viele Spieler“, sagt er und antwortet auf die Frage, ob dem FKP der zweite Sieg in Folge gelingt: „Auf jeden Fall!“