Pirmasens
Fußball: Dennis Brödel, der kleine Top-Torjäger der Hauensteiner Verbandsliga-U19
Nur 1,66 Meter groß und 52 Kilo leicht ist Dennis Brödel – und dennoch hat der bis Sommer noch in der Kreisliga spielende Rodalber diese Saison in 13 Verbandsligaspielen 20-mal für Hauensteins A-Junioren getroffen.
Auf dem Bolzplatz neben dem St.-Bernhard-Kindergarten in Rodalben erlernte Dennis Brödel den feinen Umgang mit dem Fußball. Dort traf er sich, seit sie vier Jahre alt waren, nach eigenen Worten „eigentlich jeden Tag“ mit den Brüdern Samuel und Elias Welter sowie deren Cousin Joe zum „Schepperles“ und anderen Spielarten. „Dabei brauchten wir kein Handy, weil wir in der Nähe wohnen und die Verständigung einfach per Türklingeln funktionierte“, erzählt Brödel schmunzelnd, wenn er an diese Zeiten denkt.
Perfekte Zidane-Drehung
Auf dem Bolzplatz am Kindergarten hat sich der heutige U19-Stürmer des SC Hauenstein auch die „Zidane-Drehung“ so perfekt beigebracht, dass er – mit einmal rechts den Ball zurückziehen, um ihn dann gleich mit links zurückzuziehen, und das in vollem Lauf – Gegenspieler in der Verbandsliga reihenweise austanzt.
Außenstürmer statt Zehner
Zwei Dreier- und zwei Doppelpacks sind dem Linksaußen, der von seinem Trainer Kai Schacker vom Zehner zum Außenstürmer umfunktioniert wurde, in seiner ersten Verbandsligarunde schon gelungen. Beim 6:0 gegen Idar-Oberstein traf Brödel zweimal und bereitete alle anderen Treffer vor. „Zuerst war ich mit der Rolle des Außenstürmers nicht so glücklich, aber inzwischen passt das. Je nach Spielverlauf oder Gegenspieler rücke ich mal auf die rechte Seite oder darf auf die Zehn hinter die Spitzen“, sagt er. Er habe gelernt, dass ihm das hilft, ein kompletterer Spieler zu werden.
In Landesliga mal 33 Saisontore
Zu E-Jugendzeiten waren die Rodalber unter Trainer und Papa Michael Brödel so stark, dass sie bei der Hallenkreismeisterschaft den FK Pirmasens mit 3:0 schlugen. Im zweiten D-Jugendjahr wechselte Dennis Brödel erstmals zum SC Hauenstein. Unter Trainer Alexander Seibel schoss er 33 Saisontore, war damit Zweiter der Landesliga-Torjägerliste. Mitspieler damals wie heute: Leon Schröder, Luca Schmidt und Nico Rüdiger.
Doch nicht mit dem Cousin
„Eigentlich wollte ich diese Saison mit meinem Cousin Dominik Grünnagel in der Herren-Mannschaft des FC Rodalben spielen, da es in Rodalben keine A-Jugend mehr gab und Dominik mein Vorbild als Fußballer ist“, berichtet der 18-Jährige. Doch SCH-Coach Schacker sei hartnäckig gewesen und habe ihn überzeugt, nach Hauenstein zurückzukehren. „So kam alles anders. Dominik spielt jetzt auf der Ruhbank, und ich probiere, mich zwei Klassen höher durchzusetzen“, stapelt der wendige und antrittsschnelle Brödel tief.
Früh bei Herren mittrainiert
„Dennis ist ein vorzüglicher Eins-gegen-eins-Spieler. Er hat gute Laufwege und ist im Abschluss abgebrüht“, lobt Schacker. Die Umstellung von der Kreis- zur Verbandsliga sei ihm so schwer nicht gefallen, da er in Rodalben zusätzlich zu den U19-Einheiten auch bei den Herren mittrainiert hatte.
„So hoch wie möglich“
Es ist das letzte Spieljahr in der Jugend für Dennis Brödel. Wo soll die Reise hingehen? „Ich will so hoch wie möglich spielen. Ich bin auch bereit, alles dafür zu geben“, versichert der Bayern-Fan.
Nicht mehr Nachwuchstrainer
Sein Engagement als Nachwuchstrainer in Rodalben beendete er, weil es „zeitlich nicht mehr gegangen“ sei. Die Ausbildung zum Krankenpfleger im Rodalber Krankenhaus mit derzeit täglicher Fahrt in die Schule nach Neustadt lasse zwar noch Raum fürs Spielen auf Verbandsliga-Niveau, nicht aber für die Trainingsleitung.