Pirmasens Freies Internet am Start

„Ich bin drin.“ Seit gestern kursiert dieser Satz vielfach auf dem Pirmasenser Exerzierplatz. Ein so genannter Hotspot macht es möglich. Er überstrahlt den zentralen Platz, ermöglicht freies Surfen mit dem Smartphone oder Tablet im Internet. Damit ist wenige Tage vor der Kommunalwahl ein Zeichen gesetzt worden. Bis Sommer soll das freie Wlan in der ganzen Pirmasenser Innenstadt kommen.
Im Endausbau soll es zehn Hotspots geben, vom Bahnhof über den Rheinberger bis zum Schlossplatz. Auch die Messe und der Badepark Plub sollen angebunden werden. Der Zeitplan sieht vor, dass bis zum Start der Sommerferien die zentrale Innenstadt „drin ist“. Das kündigte Oberbürgermeister Bernhard Matheis an. Sein Ziel sei es, an allen „höher frequentierten Stellen “ freien Zugang ins weltweite Datennetz anbieten zu können. Das bringe einen „Mehrwert für die Bürger, aber auch für Touristen“, sei ihm vor allem auch mit Blick auf die jungen Leute in der Stadt sowie Studenten ein wichtiges Anliegen, so der Oberbürgermeister. Hintergrund der Aktion: Die Zukunftsinitiative Westpfalz schickt Pirmasens und Kaiserslautern als Vorreiter für Freies Surfen in der City ins Rennen, übernimmt einen Teil der Kosten in Höhe von 60.000 Euro und kümmert sich um die Technik. Dem Vernehmen nach teilen sich Stadt, Zukunftsregion und Stadtwerke die Investitionen. Für Hans-Günther Clev, Geschäftsführer der Zukunftsregion, kommt dem freien Internetzugang für Bürger große Bedeutung zu, wenn eine Stadt zukunftsfähig sein will. Weil Pirmasens damit früher dran sei als andere Städte im Land, lege er auch viel Wert darauf, dass die Hotspots auf jeden Fall noch in der Freiluftsaison in Betrieb gehen. Josefa Schön, Vorsitzende des Jugendstadtrats, bestätigt die Einschätzung, dass freies Wlan wichtig ist für die Attraktivität des Wohnorts, zumal längst nicht alle Jungen eine Internetflat hätten und die Geschwindigkeit an Hotspots viel besser sei. Aber auch für Dietmar Brose vom Seniorenbeirat kommt das Projekt gut an. „Auch die Älteren nutzen das, klar“, betont er und verweist darauf, dass für Senioren regelmäßig Kurse zur richtigen Internet- und Smartphonenutzung angeboten werden, die das Land fördert. Aktuell ist das Surfen im Netz am Exe für eine halbe Stunde frei, im Endausbau wollen die Pirmasenser Stadtwerke ihren Kunden, sozusagen als kleines Bonbon für die Treue, einen zeitlich unbegrenzten freien Zugang gewähren, wie Stadtwerke -Chef Klaus Kreibich angekündigt hat. Was ihn an dem Projekt begeistert: Es bringt eine Kooperation mit den Stadtwerken in Kaiserslautern, weil deren Tochter K-Net unter der Regie von Geschäftsführer Guido Hartmann den Ausbau übernimmt. Hartmann zufolge sollen in den nächsten Wochen zu jedem Hotspot Glasfaserkabel verlegt werden. Die Hauptsteuerung mit Surfer werde in Kaiserslautern sitzen. Angebunden wird auch der Fachhochschul-Campus in Pirmasens. „Von uns aus steht im Sommer die Leitung“, sagte Kanzler Rudolf Becker am Donnerstag. Studenten und Wissenschaftler, auch von außerhalb, erhielten über das Netzwerk „eduroam“ Zugang - kostenlos und unbefristet. „Das hat dann zudem den Vorteil, dass unsere Studenten, die auf der Husterhöhe ein bisschen ab vom Schuss sind, künftig auch in der Innenstadt bei einem Espresso arbeiten können“, so Matheis. (cla)