Pirmasens Frauen auf schweren Maschinen
180 Motorradfahrerinnen des Clubs „Ladies of Harley“ (LOH) fuhren gestern auf dem Produktionsgelände des Schuhherstellers Caprice in Pirmasens ein und boten dem Zuschauer einen eindrucksvollen Anblick. Die Präsidentin der „Ladies of Harley“, Mary Mölder, hatte den Ausflug nach Pirmasens innerhalb des 22. jährlichen Treffens der LOH in Heidelberg initiiert. Sie ist ein großer Caprice-Fan und gab nun den Mitgliedern die Möglichkeit, sich die Produktionshallen anzusehen und Schuhe zu shoppen.
Mit ihren schweren Maschinen der Marke Harley-Davidson rollten die Frauen immer in kleinen Achtergruppen an. Die „Ladies of Harley“ gehören dem weltbekannten Motorradclub Harley Owners Group (HOG) an und der Clou dabei ist: Männer sind nicht erlaubt. „Wir sind die Braven der HOG“, sagte Mölder. Brav sehen sie allerdings nicht unbedingt aus mit den Biker-Jacken, auf denen ihre jeweiligen Ortsgruppen-Embleme aufgenäht sind, und den Kopftüchern und T-Shirts mit dem Logo von Harley-Davidson. „Tradition, Design und wertvolle Materialien“ – das verbinde die „Ladies of Harley mit Caprice“, so Jürgen Cölsch, der Geschäftsführer des Unternehmens, der die Schuhfabrik in der dritten Generation führt. Thomas Cölsch, der Marketingleiter von Caprice, erhofft sich, dass die Ladies rausfahren und die Begeisterung für Caprice teilen. „Die Fahrerinnen kommen aus ganz Europa. Sie sollen den Geist von der Schuhstadt Pirmasens mit in die Welt nehmen.“ Die Bikerinnen hatten Gelegenheit, als erste die neue Frühjahrskollektion in Augenschein zu nehmen. Im Outlet konnten sie einkaufen, die Schuhe bekommen sie zugeschickt. „Sie sollen sich rundum wohlfühlen. Das ist auch Werbung für die Region und kommt bei den Damen gut an“, so Cölsch. Was auch gut ankomme und nicht selbstverständlich sei, sei die herzliche Begrüßung und die kostenlose Verpflegung, sagte Mary Mölder. „Das Schöne an den Motorradfahrten ist das besondere Gefühl, ganz born to be wild“, ergänzte der bekennende AC/DC- und Rammstein-Fan. Seit 23 Jahren organisiert sie schon die Treffen. Auch Ulrike Gröger aus Hohenlohe ist schon eine lange Zeit dabei: seit 1996 mit Unterbrechungen. „Wir schauen mal, was es so gibt an Schuhen, aber das Schönste ist ja das Ausfahren mit dem Motorrad.“ Angelika Wagner aus Düsseldorf gefallen vor allem die schönen Straßen in der Pfalz. „Man kann super die Harley ausfahren und die Natur genießen. Von den anderen kennt man nur den Vornamen, aber der Rest ist unwichtig. Man hat einfach zusammen Spaß.“ Einen weiteren Reiz mache aus, dass bei den LOH keine Männer erlaubt sind. Auch stehe die Marke Harley-Davidson nicht nur für hochwertige Motorräder. „Die Marke verbindet auch. Sie ist generationenübergreifend“, erzählt Wagner. Tatsächlich sind die Mitglieder zwischen 20 und 75 Jahren alt, wie Mary Mölder berichtete. Eine der älteren Ladies, Wally Ludwig, fährt mit ihren 65 Jahren eine Harley-Davidson Sportster, weil man da „so schön um die Kurven schwingen kann“. Die Damen beeindruckten. Heute werden sie den Harley-Davidson-Händler in Bensheim besuchen. Zunächst steht aber am Abend der Höhepunkt des Wochenendes an: eine Poolparty im Hotel, wo die Ladies von Mittwoch bis Sonntag nächtigen. |tmj