Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Frühere FKP-Spieler in den USA und bald wohl noch einer

Am Hudson River: Arne Neufang, der sich nach seinem Master in Business Administration auf Immobilien-Analyse spezialisieren will
Am Hudson River: Arne Neufang, der sich nach seinem Master in Business Administration auf Immobilien-Analyse spezialisieren will.

Nach drei Regionalliga-Jahren beim FK Pirmasens wechselte Arne Neufang 2021 mit einem Fußball-Stipendium nach Kansas City. Er erzählt von seiner Zeit in der Division 1, der politischen Stimmung und warum er nun in New York auf Kleinfeld spielt.

Drei Jahre, von 2018 bis 2021, spielte Arne Neufang im zentralen Mittelfeld für den FK Pirmasens in der Fußball-Regionalliga – erst unter Trainer Peter Tretter, dann unter Patrick Fischer. Dann wagte der heute 26-Jährige den großen Schritt und wechselte für Sport und Studium in die USA. Er nahm ein Fußball-Stipendium an der University of Missouri in Kansas City an und lief für die Kansas City „Roos“ in der Division 1 der National Collegiate Athletic Association (NCAA) auf.

Im Trikot der Kansas City „Roos“, dem Division-1-Fußballteam der University of Missouri: Ex-FKP-Spieler Arne Neufang.
Im Trikot der Kansas City »Roos«, dem Division-1-Fußballteam der University of Missouri: Ex-FKP-Spieler Arne Neufang.

„Ich bin durch den College-Fußball in 25 Bundesstaaten gewesen, wir sind zu Spielen nach Denver oder Atlanta geflogen – das war schon eine coole Erfahrung“, erzählt Neufang. „Das Athletiktraining am College war super, ich war da physisch richtig fit.“ Generell machte er aber die Erfahrung, „dass Fußball in Amerika ganz anders gelebt und verstanden wird als in Deutschland“.

Schlussstrich nach Draft

Im Mai 2023 machte Neufang, der zuvor schon einen Bachelor in Sportwissenschaft hatte, seinen Master in Business Administration, einer Art Betriebswirtschaftsstudium, mit Schwerpunkt Datenanalyse. „Ich sollte dann in die MASL, die Major Arena Soccer League, zu den Kansas City Comets gedraftet werden. Als Spieler hat man da in den USA kein Mitspracherecht“, berichtet Neufang. Eine Saison in einer Hallenfußball-Liga auf Kunstrasen mit Rundum-Bande – das wollte er nicht. „Ich hatte mir ja schon zweimal das Kreuzband gerissen, habe immer wieder mit Problemen gespielt. Deshalb habe ich dann im Grunde mit dem Fußball abgeschlossen und keinen Vertrag bei den Comets unterschrieben.“

Als der jetzige Zweitligist SV Elversberg und der FKP noch in einer Liga spielten, war Arne Neufang ein „Blauer“, hier mit SVE-P
Als der jetzige Zweitligist SV Elversberg und der FKP noch in einer Liga spielten, war Arne Neufang ein »Blauer«, hier mit SVE-Profi Patryk Dragon.

Was nun? „Meine Eltern kamen zu Besuch. Wir machten einen Ostküsten-Trip. Sie flogen danach wieder nach Hause, ich blieb für drei Monate bei einem Freund in New York“, erinnert sich Neufang. Über den Freund bekam er Kontakt zu einem großen Fitness-Studio in der Metropole – und wurde als dessen Leiter (General Manager) eingestellt.

Jetzt noch Doktorarbeit

Doch die Arbeitsgenehmigung in den Vereinigten Staaten endet ein Jahr nach dem Master-Abschluss. Er verlängerte sie, indem er nun noch den Doktor macht. „Ich muss dafür alle drei Monate nach Miami, ansonsten geht das alles online.“ Er werde sich wohl auf Immobilien-Analyse spezialisieren.

Inzwischen arbeite er zwar als Freelancer in Teilzeit weiter für das Fitness-Studio, aber auch als Model für Bekleidung. Neufang: „Ich habe einen Vertrag mit einer Agentur unterschrieben.“

General Manager in einem großen Fitness-Studio in New York: Arne Neufang, der seinen Bachelor in Sportwissenschaft machte.
General Manager in einem großen Fitness-Studio in New York: Arne Neufang, der seinen Bachelor in Sportwissenschaft machte.

Seit eineinhalb Jahren ist er nun in New York und will, „so wie es aussieht, dort die nächsten Jahre bleiben“. Fußball spielt er in New York auch, allerdings nicht mehr als Leistungssport. „Ich habe da die Herbst-, die Frühling- und noch mal die Herbstliga für Kleinfeld-Hobbymannschaften gespielt, war dreimal Torschützenkönig“, sagt Neufang. Er sehe das Fußballspielen dort in erster Linie als gute Möglichkeit, in der riesigen Stadt „Freunde zu finden“, wobei ihm das Sieben-gegen-sieben-Spiel Spaß mache.

„Sehr, sehr leises New York“

Den Wahlkampf in den USA hat er natürlich verfolgt. Sein Eindruck: „Das Land ist gespalten. Es herrscht großer Hass.“ New York sei „eine Bubble der Demokraten“ und direkt nach dem Sieg von Donald Trump „sehr, sehr leise“ gewesen – „dabei ist New York normal nie leise“. Die Menschen seien in der Weltstadt „politisch interessierter als in Kansas City“, lautet Neufangs Erfahrung. Für die Bundestagswahl am 23. Februar in Deutschland werde er sich „noch mal genau informieren“ und auf jeden Fall „Briefwahl machen“.

Über Weihnachten war Arne Neufang in der Heimat, traf dabei auch seinen ehemaligen Mitspieler beim FK Pirmasens, Luka Dimitrijevic, der an Heiligabend Geburtstag hat. Das Abschneiden des FKP verfolge er via Internet weiterhin.

Ex-FKP-Spieler in All-America-Team

Ein Ex-Teamkollege Neufangs in Pirmasens, Luis Kiefer, spielt übrigens auch in den USA College-Fußball. Der schnelle, aus Homburg stammende Angreifer schoss im Dezember beim Finale der Division 2 ein Tor zum 3:2-Sieg der Fighting Knights, dem Team der Lynn University of Florida, gegen Charleston. Als Top-Scorer der „kämpfenden Ritter“ wurde der 25-Jährige sogar ins dritte All-America-Team berufen.

Wie zu hören ist, könnte es bald auch einen Spieler des aktuellen FKP-Kaders in die USA verschlagen. Ex-FCK-Profi Aaron Basenach liebäugelt dem Vernehmen nach mit einem Studium und College-Fußball in New York.

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