FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FKP lässt bei 1:5-Testspielniederlage in Elversberg etliche gute Chancen aus

Mit Haken und Ösen: FKP-Gastspieler Kevin Frisorger (rechts) und Arne Neufang bearbeiten den Elversberger Offensivmann Thomas Gö
Mit Haken und Ösen: FKP-Gastspieler Kevin Frisorger (rechts) und Arne Neufang bearbeiten den Elversberger Offensivmann Thomas Gösweiner. Der Ex-Wormser traf doppelt im Testspiel in Grosbliederstroff. IM Hintergrund SVE-Stürmer Del Angelos Williams und Manuel Grünnagel (verdeckt).

1:5 – das klingt nach Klatsche. Doch war die Niederlage des FK Pirmasens im Testspiel bei der SV Elversberg noch nicht mal halb so wild. Die Truppe von der Husterhöhe hat den Regionalligakonkurrenten auf dessen Übungsterrain im französischen Grosbliederstroff munter beschäftigt. „Ich weiß, das klingt ziemlich absurd. Aber die besseren Chancen, die hatten doch wir“, zeigt sich FKP-Coach Patrick Fischer kein bisschen entsetzt.

Horst Steffen hat seine gute Laune aus dem Pokalfinale mühelos in den Trainingsalltag hinübergerettet. Da stand er nun kurz nach Abpfiff und plauderte über Konkurrenzkampf, „den es zwischen Kollegen doch eigentlich nicht gibt“. Steffens Team hat die restliche Regionalliga-Fachwelt fast geschlossen als Titelfavoriten auf dem Zettel. Der Trainer dementiert nicht. Und dass ihn ob weiterer Verstärkungen ein paar Luxusprobleme plagen, diese Behauptung nimmt der Ex-Bundesliga-Profi mal gelassen hin.

Hochkarätiges SVE-Ensemble

Das hochkarätige Ensemble von der Kaiserlinde kann nicht Maßstab für den FKP sein. „Aber gegen Pirmasens muss man ja auch erst mal fünf Tore schießen“, sagte Steffen – ehe er deutlich anmerkte, dass ihm das ein und andere nicht gefallen hat bei diesem letzten Härtetest vorm Rundenstart. Und das lag auch an den Gästen, die den Spielfluss der Saarländer meist wirkungsvoll einzudämmen wussten.

„Dumme Tore gefangen“

„1:5 – das klingt halt mal saublöd“, fand auch FKP-Verteidiger Manuel Grünnagel, der am Mittwochabend auf dem Trainingsplatz links der Saar die Kapitänsbinde trug, da David Becker beruflich verhindert war. „Wir haben dumme Tore gefangen“, grantelte Grünnagel, „das waren alles vermeidbare individuelle Fehler“.

Nun gut, das trifft zumindest auf das 4:1 nur bedingt zu; da war allenfalls ein Foul vermeidbar. Den Freistoß zirkelte Manuel Feil genial ins Netz – da konnte auch Keeper Benjamin Reitz nichts ausrichten, der sich im Übrigen wenig auszeichnen konnte. Auch das sagt einiges darüber, dass die Pirmasenser keinesfalls Spielball des Top-Teams waren.

„Gut – bis aufs Ergebnis“

„Das war ein gutes Spiel – bis aufs Ergebnis“, sah auch Patrick Fischer wenig Anlass, trübe dreinzuschauen. Er freute sich vielmehr über einen „super Test“, bei dem seine Mannschaft sogar die klareren Chancen gehabt habe, wie Fischer anmerkte.

Pfosten und Latte getroffen

Klar, es muss einem Trainer gefallen, wenn seine Jungs auch nach 1:5-Rückstand kurz vor Schluss noch derart starke Konter fahren können, wie in Minute 83 zu bewundern. Eingefädelt hatte den sehenswerten Zug Iosif Maroudis. Felix Bürger hätte krönen können, wuchtete den Ball aber an den Pfosten. Die Kugel war noch heiß, Djibril Diallo aber jagte sie aus kurzer Distanz an die Latte statt ins Netz (73.). Im Punkte- und Existenzkampf hätte Fischer nach Haupthaar fahnden müssen, um sich selbiges gehörig zu raufen. Ähnliches war schon in der 52. Minute angebracht, als Tim Hecker allein aufs Tor zueilte, jedoch an Keeper Eric Gründemann scheiterte. Heckers zweiten vielversprechenden Versuch kratzte ein Elversberger Abwehrbein von der Linie (72.).

Schön anzuschauen der Ehrentreffer. Flott ging’s über links, Gianluca Lo Scrudato und Benno Mohr waren gegen ihren Ex-Klub gekonnt am Werk, Mohrs Hereingabe drosch Käpt’n Grünnagel ins Netz (36.). Das hätte Applaus verdient gehabt, es war halt nur kein Unbeteiligter da, der hätte klatschen können bei diesem Geister-Testspiel. Wer da war, sah je zwei Treffer von Thomas Gösweiner und Manuel Feil, nachdem Kapitän Luca Dürholtz den Reigen eröffnet hatte.

Testspieler Frisorger

Salif Cissé, David Becker, Konstantinos Neofytos, Dennis Krob und Luis Kiefer schauten zu oder fehlten entschuldigt, der Rest durfte ran – und schlug sich wacker. Das gilt auch für Testspieler Kevin Frisorger, der in der Abwehrzentrale durchspielte, lichte und schattige Momente hatte und gegen Ende merklich ins Schnaufen kam. „Kein Wunder, er hat ja kein Mannschaftstraining; für einen Testspieler ist das eine ganz schwierige Situation“, wie Fischer anmerkte. Die Fitness ist das Geringste. Ob der Innenverteidiger bleibt, darüber wollte sich Fischer vorerst noch nicht äußern.

Samstag Generalprobe

Am Samstag, 14 Uhr, erwartet der FKP den Oberligisten TuS Mechtersheim zur Generalprobe im Stadion auf der Husterhöhe.

SO SPIELTEN SIE

FK Pirmasens: Reitz - Grünnagel (46. Dimitrijevic), Frisorger, Grieß (46. Zimmer), Lo Scrudato (46. Hammann) - Eichhorn (60. Jung), Neufang - Diallo (46. Hecker), Chessa (46. Maroudis), Mohr (46. Bürger) - Schmitt (60. Diallo)

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