FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FKP-Geschäftsstellenleiter spielt mit SV Hinterweidenthal gegen Pirmasenser Regionalligateam

Geschäftsstellenleiter beim FK Pirmasens und Landesliga-Fußballer beim SV Hinterweidenthal: Christoph Radtke.
Geschäftsstellenleiter beim FK Pirmasens und Landesliga-Fußballer beim SV Hinterweidenthal: Christoph Radtke.

Christoph Radtke ist Geschäftsstellenleiter des FK Pirmasens und Fußballer beim SV Hinterweidenthal. Am Dienstag tritt das FKP-Regionalligateam zu einem Vorbereitungsspiel beim Landesligisten an. Eine besondere Partie für Radtke, den 38-jährigen Diplom-Betriebswirt für Steuerrecht und Sportmanager aus Hinterweidenthal.

Herr Radtke, werden Sie am Dienstagabend gegen Ihren Verein, den FKP, auflaufen?
Mit 38 bin ich noch als Stand-by-Spieler im Landesligakader dabei. Eigentlich wollte ich mich nach der vergangenen Runde zurückziehen, auch wegen der Familie – ich habe zwei dreieinhalb Jahre und zehn Wochen alte Töchter. Aber als die Saison dann abgebrochen wurde, habe ich mir gesagt, dass ich so nicht aufhören will, bin also weiter dabei, wenn mich der SV Hinterweidenthal braucht. Im letzten Testspiel gegen den SV Ruhbank habe ich sogar ein Tor geschossen. Ansonsten spiele ich mit der zweiten Hinterweidenthaler Mannschaft in der B-Klasse. Ja, und es ist schon ein kleiner Wunsch von mir, am Dienstag gegen den FKP ein paar Minuten auf dem Platz zu sein.

War das schon ein Thema bei den FKP-Spielern, dass Sie am Dienstag gegen Sie spielen?
Ja, bei unserem kleinen Grillfest am vergangenen Samstag nach dem Spiel bei Borussia Neunkirchen haben Krob, Reitz oder Becker schon mal nachgefragt und natürlich auch gefrotzelt. Ende vergangener Runde wollten Sie auch schon mal, dass ich mittrainiere. Aber das wollte ich da nicht, weil ich als Amateurfußballer ja so lange nicht auf den Platz gedurft hatte, daher nicht so fit war.

Jetzt sind Sie aber fit – oder?
In Hinterweidenthal trainieren wir seit sechs Wochen. Für eine halbe Stunde reicht es immer. Wenn bei uns Michael Helfrich nicht dabei sein sollte, werde ich mit Abstand der älteste Spieler auf dem Platz sein.

Wann beginnt das Spiel eigentlich, denn es kursieren zwei Anstoßzeiten, 18.30 und 19 Uhr?
Ja, das hatte mich auch irritiert, weshalb ich mich noch mal rückversichert habe, dass es um 19 Uhr losgeht. 18.30 Uhr wäre auch schwierig gewesen, weil ich ja genau genommen bis 18 Uhr in der FKP-Geschäftsstelle arbeiten muss.

Der FKP-Präsident wird Sie aber rechtzeitig gehen lassen ...
Ich muss ihm dann am Abend in Hinterweidenthal eine Bratwurst bezahlen. (lacht)

Saarlandligist Borussia Neunkirchen hat gegen den FKP am Samstag 0:8 verloren. Wie wird sich der SV Hinterweidenthal gegen die drei Klassen höher spielenden Pirmasenser schlagen?
Für jeden beim SV Hinterweidenthal ist das Spiel gegen eine Regionalliga-Mannschaft eine große Sache. Wir gelten auf unserem kleinen Platz als abwehr- und heimstark. Wir wollen nicht so hoch wie die Neunkirchner verlieren.

Erwarten Sie viele Zuschauer?
Es werden schon einige kommen. Gegen den SV Ruhbank hatten wir immerhin schon 150 Zuschauer, beim Spiel der 1b gegen Bruchweilers C-Klasse-Mannschaft waren es sogar 200 bis 250.

Sie sind beim SV Hinterweidenthal auch im Ausschuss engagiert. Gibt es Corona-Beschränkungen für das Publikum bei der Partie gegen den FKP?
Die Zuschauer – wir nehmen Eintritt, der zum Teil an die Hochwasser-Opfer geht – werden in der Luca-App registriert. Am Imbiss und im Toilettenbereich muss man eine Maske tragen, ansonsten gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln.

In jungen Jahren standen Sie mal auf dem Sprung in den höherklassigen Fußball. Wieso wurde daraus nichts?
Als A-Jugendlicher hatte ich beim damaligen Oberligisten SC Hauenstein zwei Einsätze im Pokal unter Trainer Robert Jung. Dann musste ich aber zur Bundeswehr nach Kassel, Robert Jung sagte mir, dass ich so keine Einsatzchancen hätte, und da bin ich zum FC Dahn gewechselt, wo mein Vater Vorsitzender war. Wir sind dort immerhin Landesliga-Dritter geworden. Zusammen mit Denis Jung habe ich in Dahn auf der linken Seite gespielt. Wir wurden gute Freunde. Es hat mich sehr gefreut, als mich Denis Jung eines Tages anrief und mir mitteilte, dass er mein Trainer in Hinterweidenthal wird. Mit 36 bin ich dann noch mal mit Hinterweidenthal in die Landesliga aufgestiegen.

Sind Sie eigentlich Dahner oder Hinterweidenthaler?
Hinterweidenthaler mit starkem Bezug zu Dahn. In Dahn bin ich geboren, bin dort zur Schule gegangen, habe dort Fußball gespielt und habe dort ein Geschäft, die „Weinkiste“. Aber ich lebe von Geburt an in Hinterweidenthal.

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