Pirmasens FKP überrascht 1. FC Saarbrücken
PIRMASENS. Das haben nicht viele erwartet: Der FK Pirmasens hat gestern Abend in der Fußball-Regionalliga vor rund 1700 Zuschauern mit 2:0 (0:0) gegen Aufstiegsanwärter 1. FC Saarbrücken gewonnen – und das hochverdient.
In der ersten Halbzeit hatte der im Abstiegskampf steckende FKP, der ohne vier Stammkräfte antreten musste, gegen den hohen Favoriten aus dem Saarland noch reihenweise Topchancen versemmelt. In der 17. Minuten nutzte Charles Rugg einem Fehler von Steven Zellner. Der Amerikaner im „Klub“-Trikot lief ganz alleine auf FCS-Keeper Ricco Cymer zu, setzte aber den Ball links neben den Pfosten. Neun Minuten später leistete sich die Saarbrücker den nächsten Patzer. Daniel Döringer und Mario Müller waren sich nicht einig. Der starke Dominik Rohracker spritzte dazwischen, und auch er schaffte es nicht das Spielgerät, frei vor Cymer das 1:0 zu erzielen. Zu diesem Zeitpunkt spielte die Gäste bereits in Unterzahl, weil Manuel Zeitz äußerst ungeschickt einen Fehler seines Mannschaftskameraden Marco Holz ausbügeln wollte. Wieder preschte Rugg nach vorne, und der FCS-Kapitän zog die Notbremse. Referee Andre Klein zückte direkt die Rote Karte. FKP-Coach Peter Tretter hatte Manuel Grünnagel auf die rechte und Sascha Hammann (erstmals in der Startelf nach langer Verletzungspause) auf die linke Abwehrseite beordert. In der Mitte unterstützen die jungen Yannick Osee und Yannick Grieß Abwehrchef Marco Steil. Und mit wenigen Ausnahmen hatten die Fünfer-Abwehrkette die FCS-Offensive mit Top-Stürmer Patrick Schmidt unter Kontrolle. Vorne schluderte der FKP weiter mit seinen Chancen. Grieß kam nach feinem Rohracker-Freistoß frei zum Kopfball, traf das Tor aber nicht (22.). Patrick Freyer schoss aus aussichtsreicher Position den Ball auf den Torwart (36.), und Cymer reagierte nach Ruggs Schuss glänzend (43.). Nach der Pause allerdings zeigten die Saarbrücker, die von gut 800 Fans unterstützt wurden, warum sie in der Tabelle weit vor dem FKP stehen. Doch richtig dicke Chancen erspielten sich die Gäste nicht. Dagegen machte der FKP das, was er in der ersten Halbzeit versäumt hatte. Mit der ersten Chance nach der Pause erzielte der fünf Minuten zuvor eingewechselte Can Özer das 1:0. Rohracker hatte die herrliche Vorlage gegeben. Und es kam noch besser für die nun frenetisch von ihrem Anhang angefeuerten Pirmasenser. Özer schickte Hammann auf der linken Seite in den Strafraum, der legte den Ball an Sascha Wenninger vorbei, der Hamann foulte – Elfmeter! Freyer trat, Cymer konnte den harten Strafstoß zwar abwehren, doch „DJ Padde“ gelang im Nachschuss das 2:0 (81.). Stimmen zum Spiel —Patrick Freyer, Schütze des 2:0: Das war ein wichtiger Sieg. Den Elfmeter wollte ich so nicht schießen. Aber drin ist drin. —Can Özer, Schütze des 1:0: Rohracker spielt den langen Ball. Ich habe erst gedacht, der Torwart hat den. Er hat aber gezögert. Dann hab ich den Ball mit dem Außenrist ins Tor gespielt. Als Team haben wir gut zusammengearbeitet. —Marco Steil: Ich hatte keine große Bedenken, Osee und Grieß haben das richtig gut gemacht. Nach den beiden vergebenen Chancen habe ich gedacht, das kann doch nicht sein. Aber wir haben uns rausgekämpft. Es geht nur über den Einsatz. —Dominik Rohracker: Ich habe bei meiner Chance zu früh geschossen. Auf dem schlechten Platz sollte man den Ball nicht reinschieben, das hat sich auch bei Ruggs Topmöglichkeit gezeigt. Wir haben an unsere Chance geglaubt, auch wenn wir erst die Dinger nicht reingemacht haben. —FCS-Trainer Dirk Lottner: Die Enttäuschung ist riesengroß. Der Platz kam Pirmasens zugute. Pirmasens stellt sich nach der Pause trotz Überzahl hinten rein. Aber sie haben alles richtig gemacht. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. |pea