FUSSBALL
FK Pirmasens: Keine Team-Quarantäne und ein Adi-Hütter-Schüler
Vergangene Saison gab es in der Regionalliga immer wieder Corona-Fälle, teils waren ganze Mannschaften in Quarantäne und hatten dann ein extremes Nachholprogramm. Der FK Pirmasens blieb davon verschont – bis jetzt. Wie der Verein am Freitagnachmittag bekanntgab, hätten sich diese Woche drei Spieler und ein Betreuer infiziert. Keiner zeige schwerwiegende Symptome, bei allen anderen Spielern und den übrigen Mitgliedern des „Staffs“ seien die PCR-Tests negativ ausgefallen. Mannschaftsarzt Nils Veith habe mit dem Gesundheitsamt gesprochen, das keine Quarantäne für das Team verhängt habe. Daher wird die Partie am Samstag (Anstoß: 14 Uhr) im Framas-Stadion gegen Kickers Offenbach ausgetragen.
Sechser gesucht
„Wir haben immer noch genug Spieler und versuchen trotzdem, eine gute Leistung zu zeigen“, sagte am Freitagabend FKP-Trainer Patrick Fischer, der schon vor Bekanntwerden der Testresultate seine prekäre Personallage im defensiven Mittelfeld so geschildert hatte: „Daniel Bohl und David Becker sind nach der fünften Gelben Karte gesperrt, Salif Cissé konnte am Mittwoch noch nicht voll mittrainieren. Damit fallen alle unsere Sechser aus, und ein Aufrücken eines Innenverteidigers ist nicht möglich, da auch Yannick Grieß ausfällt.“
Nun, vielleicht kann Cissé, der am 15. September in der Partie gegen den VfB Stuttgart II einen Muskelfaserriss erlitt, doch gegen Offenbach spielen. „Eine Ultraschalluntersuchung am Freitag hat ein gutes Ergebnis gebracht“, berichtete Fischer, der über Cissés Einsatz erst nach einem Belastungstest im Abschlusstraining am Freitagabend entscheiden wollte.
Ein Jahr Eintracht-Profi
Ein Spieler in Fischers Kader wohnt zwar inzwischen in Pirmasens, hat aber länger in Offenbach am Main gelebt: Jabez Makanda. Seit einem Monat ist er beim FKP, um sich mit guten Leistungen in der Regionalliga für einen neuen Profivertrag zu empfehlen. In der vergangenen Saison, seiner ersten bei den Herren, war der 20-Jährige noch Berufsfußballer bei Eintracht Frankfurt, ohne allerdings für die lange auf einem Champions-League-Platz liegenden Hessen auch nur eine Minute in der Bundesliga zu spielen. „Die Eintracht hatte eine erfolgreiche Mannschaft, die zudem die älteste der Liga war. Da war es für mich als junger Spieler schwer, ins Team zu kommen“, erzählt Makanda, der nur in zwei Testspielen gegen den 1. FC Nürnberg und die Würzburger Kickers mal ran durfte. Dennoch sei es für ihn kein verlorenes Jahr gewesen: „Ich habe von Trainer Adi Hütter und den gestandenen Profis viel gelernt.“
Die lange Zeit ohne Spielpraxis ist gewiss ein Grund, warum es der ehemals überragende Stürmer der Nürnberger U17 (22 Tore in 24 B-Junioren-Bundesligaspielen) bisher nicht in die erste Elf des FKP schafft. Dreimal spät eingewechselt, dreimal 90 Minuten zugeschaut – das ist seine nüchterne Einsatzbilanz. „Außerdem muss ich mich noch an die Pirmasenser Spielweise gewöhnen. In der Jugend war ich immer in Mannschaften, die viel den Ball haben. Hier geht es mehr über den Kampf“, erklärt der im Alter von zehn Jahren aus Angola nach Deutschland gekommene Makanda, der mit 16 schon bei den Nürnberger Zweitligaprofis mittrainierte.
Trainer unter Druck
Zurück zu Kickers Offenbach: Beim einstigen Bundesligisten und DFB-Pokal-Sieger ist die Stimmung nach der 0:1-Schlappe am Dienstag gegen Schott Mainz und nur 14 Punkten aus neun Spielen ziemlich gereizt. Die eher defensive Taktik von Sreto Ristic (als Spieler 1998 mit dem VfB Stuttgart im Finale des Europapokals der Landesmeister gegen den FC Chelsea) steht in der Kritik. Eine Niederlage in Pirmasens könnte sein Aus als Kickers-Coach bedeuten.