FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Kapitän Becker kehrt auf Trainingsplatz zurück – Bohls Verbleib offen

Hat seine Laufband-Geschwindigkeit auf 16 Stundenkilometer erhöht: FKP-Kapitän David Becker.
Hat seine Laufband-Geschwindigkeit auf 16 Stundenkilometer erhöht: FKP-Kapitän David Becker.

Das „Szenario 2“ beschäftigt derzeit David Becker in seinem Hauptberuf als Grundschullehrer. Aber natürlich ist der seit sechs Wochen verletzt fehlende Kapitän des Regionalligisten FK Pirmasens auch weiterhin nah dran an seiner Mannschaft, die am Sonntag um 14 Uhr den FC Gießen auf der inzwischen schneefreien Husterhöhe erwartet. Am Samstag macht Becker einen weiteren Schritt in Richtung Comeback.

Es passierte am 11. Dezember im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II: David Becker erlitt einen Muskelfaserriss am Bauch. Eine üble Verletzung, weil die Bauchmuskulatur bei fast allen Bewegungen beansprucht wird. Der defensive Mittelfeldspieler des FKP konnte daher zunächst gar kein Reha-Training machen, vor drei Wochen fing er dann mit dem Spinning-Rad an.

Spinning-Rad mit nach Hause genommen

„Ich habe mir ein Rad aus dem FKP-Kraftraum mit nach Hause genommen“, erzählt der 29-Jährige. „Die vergangenen zwei Wochen war ich fast täglich im Kraftraum und auf dem Laufband, dazu bin ich beim FKP-Physiotherapeuten Christian Frank in Behandlung.“ Über Beckers Laufband-Leistung staunt Trainer Patrick Fischer (39): „David hat die Geschwindigkeit auf 16 Stundenkilometer gesteigert. Ich könnte das nicht mehr laufen.“

Am Samstag kehrt Becker auf den Fußballplatz zurück. „Ich werde mit Co-Trainer Jens Schaufler einige fußballspezifische Übungen machen. Da wird sich zeigen, ob ich schmerzfrei bin – beim Laufen und Radfahren sind es ja immer nur gerade Bewegungen“, ist der Mann mit der Erfahrung von 153 Regionalligaspielen für Pirmasens noch zurückhaltend, was eine Prognose für sein erstes Spiel nach der Verletzungspause angeht. „Ich fühle mich schon fit, jetzt muss nur noch der Muskel halten.“

Becker bereitet Szenario 2 vor

In seinem Hauptberuf als Lehrer hat er zurzeit viel um die Ohren. „Wir bereiten gerade das Szenario 2, den Wechselunterricht ab 1. Februar, vor“, berichtet der an der Grundschule Weilerbach unterrichtende Becker. Seine 23 Schüler zählende Klasse werde zweigeteilt. Becker: „Die Präsenzpflicht ist zwar ausgesetzt, aber ich denke, dass die wenigsten Kinder daheim bleiben werden.“ Und auch für diese Schüler müsse er dann – nachmittags – ein Angebot machen.

Spiele in Ulm und Aalen live verfolgt

Zurück zum FKP: Die 0:4-Niederlage in Ulm erlebte Becker vor Ort, nach Aalen konnte er aus beruflichen Gründen nicht im Mannschaftsbus mitfahren. „Ich habe mir aber einen Zugang für den Livestream gekauft“, sagt Becker, der den vergebenen Chancen zum 2:0 nachtrauerte. Nun gelte es, „in den folgenden drei Partien gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf“ – morgen gegen Gießen, am Mittwoch gegen Alzenau und am 30. Januar bei Schott Mainz – „möglichst viele Punkte zu holen“.

Bohls Bleiben ist noch offen

Nur drei Tage nach Beckers schwerer Verletzung gegen Stuttgart verpflichtete der FKP Profifußballer Daniel Bohl, der seit dem Auslaufen seines Vertrags bei Drittliga-Absteiger Chemnitzer FC im Juli arbeitslos gewesen war. Der 26-Jährige aus Einöd (Saarpfalz-Kreis) machte seither alle vier Regionalligaspiele des FKP auf Beckers Position vor der Abwehrkette. Ob er in der am 31. Januar endenden Transferperiode zu einem anderen Verein wechselt, bleibt abzuwarten. Auf RHEINPFALZ-Anfrage wollte Bohl „nicht darüber reden“, aber über das vergangene und das kommende Spiel. „Vielleicht hat uns am Ende die Frische gefehlt, schließlich gehen viele unserer Jungs täglich arbeiten“, kommentierte der früher auch für Cottbus und Halle in der Dritten Liga spielende Bohl das 1:1 in Aalen nach starker erster Halbzeit und hochverdienter 1:0-Führung. Der nächste Gegner, der FC Gießen, habe Qualität.

FKP-Gegner holt drei Routiniers

Im Winter nahmen die von einem Notvorstand geführten Hessen erst Mittelfeldspieler Michael Fink (vier Champions-League-Spiele für Besiktas Istanbul, 137 Bundesliga-Einsätze für Frankfurt und Gladbach, zuletzt FC Hanau), den schon 41-jährigen Angreifer Gino Parson (Eintracht Stadtallendorf) und nun auch Ex-Zweitligastürmer Nejmeddin Daghfous (41/Kickers Offenbach) unter Vertrag. Die Spieler würden, so der FC, „extern finanziert“. Mit dem 38-jährigen Fink als Sechser – „eine sehr gute Verpflichtung“, so FKP-Coach Fischer – gewann Gießen drei seiner vier Partien in 2021.

Mann mit Champions-League-Erfahrung: Michael Fink (links) verstärkt seit diesem Monat den von seinem Trauzeugen Daniyel Cimen (r
Mann mit Champions-League-Erfahrung: Michael Fink (links) verstärkt seit diesem Monat den von seinem Trauzeugen Daniyel Cimen (rechts) trainierten FC Gießen.
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