FUSSBALL
FK Pirmasens II gegen SV Hermersberg: Ausgleich in der letzten Minute
Schon die erste Minute des Fußball-Verbandsliga-Derbys am Sonntag im Stadion auf der Husterhöhe machte deutlich, vor welch großer Aufgabe die junge zweite Mannschaft des FK Pirmasens steht. Wem würde es gelingen, den Co-Spielertrainer des SV Hermersberg, Patrick Freyer, in den Griff zu kriegen? Das Spiel gab die klare Antwort. Niemand! Ob der 33-jährige Ex-Regionalligastürmer gegen seinen alten Verein über die rechte oder die linke Seite oder durch die Mitte kam – er war nicht zu bremsen. Wo nimmt er diese Energie her? „Die Couch sieht mich eher selten“, antwortete der auch als Kampfsportler bekannte „Padde“ Freyer nach 90 ereignisreichen Minuten und fügte hinzu: „Ich hab’ mich echt gefreut, mal wieder hier im Stadion zu spielen.“
Ludy und Freyer überragen
So gehörten die ersten zehn Minuten den Gästen, die voll auf Offensive setzten. Doch dann nahm der zweite Verbandsliga-Ausnahmespieler auf dem Platz, FKP-Spielertrainer Christopher Ludy, den Ball mit auf die linke Seite. Marius Dausmann konnte seine Flanke von der Grundlinie nicht verhindern, und Nico Schauß drückte zum 1:0 ein (12.). Die Partie wogte hin und her. Freyer tankte sich rechts durch, flankte, Florian Weber setzte sich gegen Martin Stuppy durch – 1:1 (25.).
Das 2:1 (35.) war eine Kopie des Führungstreffers. Ludy flankte von links, Lennart Vogt drückte den Ball aus fünf Metern über die Linie. Richtig sauer war dann Freyer, als ihm nach Doppelpass Jonas Simon den Ball nicht noch einmal vors Tor brachte, sondern ans Außennetz schoss (45.).
„Tor des Monats“
Der Ärger war gleich nach der Pause verraucht. Hereingabe von rechts, Weber setzte gegen Stuppy den Körper ein, blockte ihn weg, ließ den Ball durch, und der hinter ihm lauernde Freyer schoss ein – 2:2 (47.). Dann spielte sich FKP-Außenangreifer Tim Hecker bis zur Grundlinie durch, brachte den Ball flach vors Tor, und der durchstartende Schauß erzielte das 3:2 (55.). Kurz darauf vergab Hecker die Riesenchance zum 4:2 (59.). Dieses gelang eine Minute später Vitor Palmeira Abbehusen mit einem „Tor des Monats“ aus 20 Metern exakt in den Torwinkel (60.). Marc Erhart scheiterte im Eins-gegen-eins an SVH-Keeper Luca Layes (64.). „Wir liegen 4:2 vorne, können noch erhöhen, bringen frische Kräfte, um auch das Spiel zu beruhigen. Was passiert? Wir schlagen lange Bälle, spielen hektisch und laden den Gegner noch zum Toreschießen ein“, ärgerte sich FKP-Spielertrainer Ludy hinterher über diese Spielphase.
Statt des 5:2 fiel das 4:3: Freyer tanzte im Strafraum Gegenspieler Stuppy dreimal aus und schoss ins lange Eck ein (66.). Der FKP stand tief, zu tief. Freyer trickste wieder zwei Gegenspieler aus, Keeper Benedikt Fath hielt seinen Schuss (73.). Das 4:4 fiel dann erst in der 90. Minute durch einen 16-Meter-Drehschuss von Johannes Mendel.
Fast erdrückt
„Wenn du eingewechselt wirst und dann mit dem Schlusspfiff mit deinem Treffer den verdienten Ausgleich erzielst, ist das ein überragendes Gefühl“, sagte später Mendel, der vom jubelnden SVH-Anhang fast erdrückt wurde.
„Wir haben einen großen Kampf abgeliefert. Das Spiel hat sicher auch den Zuschauern großen Spaß gemacht – egal für wen sie die Daumen gedrückt haben“, kommentierte SVH-Trainer Mayer. Kollege Ludy war enttäuscht vom Verhalten seiner Elf nach der 4:2-Führung: „Wir haben zwei Punkte hergeschenkt.“
SO SPIELTEN SIE
FK Pirmasens II: Fath - Kläs, Stuppy, Skorski, Dahler (46. Hauk) - Hecker (77. Schäfer), Palmeira, Vogt (84. Wohlgemuth), Erhart (68. Herbert) - Ludy, Schauß
SV Hermersberg: Layes - Simon, Dausmann, Deho, Kolb - Freyer, Freiler (84. Berg), Masch, Lelle (73. Jochum) - Dudek (56. Mendel), Weber (59. Gries)
Tore: 1:0 Schauß (12.), 1:1 Weber (26.), 2:1 Vogt (36.), 2:2 Freyer (47.), 3:2 Schauß (55.), 4:2 Palmeira (60.), 4:3 Freyer (66.), 4:4 Mendel (90.) - Gelbe Karten: Schauß - Freiler - Beste Spieler: Ludy - Freyer, Freiler, Deho - Zuschauer: 250 - Schiedsrichter: Hilsberg (Leiningerland).