FUSSBALL
FK Pirmasens: Ein starker Moment reicht gegen Kassel nicht
Exakt eine halbe Stunde lang war vom FKP nach vorne nichts zu sehen. Aber dann .... Ja, hatten die Hausherren etwa eine halbe Stunde lang an der Planung eines großartigen Spielzugs gefeilt? Aber mal ganz im Ernst: Extraklasse, wie sich die Elf von Patrick Fischer in Führung brachte. Eher amateurhaft hingegen, wie sie sich den Vorsprung unmittelbar vorm Pausenpfiff wieder nehmen ließ. „Verdammt ärgerlich“, sah Fischer den Ausgleich als Knackpunkt. Der Coach sprach von einem verdienten Sieg für den KSV. „Die haben das gut gemacht – eine der besten Mannschaften, die wir bisher hier hatten“, fand FKP-Kapitän David Becker lobende Worte für den Kontrahenten.
Kevin Klein hatte exakt nach einer Viertelstunde einen Schussversuch gewagt. Harmlos. Wieder dauerte es eine Viertelstunde, bis sich die Pirmasenser entschlossen statt zaghaft dem Hessen-Gehäuse näherten. Aber wie: Freistoß Zimmer. Der Ball schien schon links im Nirgendwo verloren, Salif Cissé aber krallte ihn sich, spielte Sascha Hammann an. Und dann ging’s ganz flott.
1:0 durch Krob
Konstantinos Neofytos kam an den Ball, servierte ihn dem klug in Position gelaufenen Cissé. Der erneut am linken Flügel agierende gelernte Defensiv-Mann drang mit mächtigem Antritt in den Strafraum ein, lief parallel zur Torlinie nach innen, schaute - und servierte vorzüglich. Der am langen Pfosten lauernde Dennis Krob durfte mühelos einschieben.
Dieser Lichtblick überstrahlte in der 30. Minute eine bis dato eher dürftige Vorstellung. Patrick Fischer hatte dieselbe Elf aufs Feld geschickt, die vier Tage zuvor noch in Hoffenheim eine überragende Partie gespielt, verdient mit 2:0 gewonnen – und nach Fischers Einschätzung der hohen Intensität nun hat Tribut zollen müssen. Zweimal hatten die Pirmasenser kein Gegentor kassiert, beide Male hatte Jan Schulz zwischen den Pfosten gestanden, In seinem dritten Saisoneinsatz aber riss seine „Serie“. Zweieinhalb Spiele lang stand die Null. Bis am Dienstag Mike Feigenspan kam. Auf den letzten Drücker des ersten Durchgangs durfte Feigenspan unbehelligt in den Strafraum marschieren und sich den Ball zum Abschluss zurechtlegen. Keine Chance für Schulz. Es war jenes ärgerliche Gegentor zum ungünstigsten Zeitpunkt, das Fischer verärgert hatte.
Elf Ausfälle bei Kassel
Gerade mal mit 13 Feldspielern waren die Gäste angereist, elf Ausfälle musste Coach Tobias Damm verkraften. Das Rest-Häuflein aber machte seine Sache gut, dominierte über weite Strecken. Vor allem aber: Es zeigte mehr an Willen, diese Partie für sich zu entscheiden. Erst recht nach dem Ausgleich. Vom Wiederanpfiff weg hatten die Gäste die Visiere offen,
Auffällig, dass sich die FKP-Offensivabteilung meist tief fallen ließ, statt wie sonst konsequent zu pressen. Kapitän David Becker rückte in der Grundformation weiter nach vorn als gewohnt, so dass mit Daniel Bohl ein Sechser verblieb. Im 4-1-4-1 rückten die Außen öfter weit auf, wenn der FKP denn mal den Vorwärtsgang einlegte. Das aber war seltener der Fall, als es sich die 382 Zuschauer im spärlich besetzten Framas-Stadion – Ende Oktober am Ende eines sonnigen Tages wieder zur Tiefkühltruhe mutiert – gewünscht hätten. Durchaus zufrieden mit der Vorstellung ihres Teams waren die 17 Fans des Kasseler Sportvereins, die am Zaun neben dem leeren, abgesperrten Gästeblock klebten. Das Geld für die Eintrittskarte hatte sich das ein ums andere Mal mit kurzen Anfeuerungs-Salven lärmende Grüppchen wohl sparen wollen.
Unmutsäußerungen
Während die Kasseler sporadisch brüllten, waren auf der Haupttribüne die Unmutsäußerungen nicht mehr zu überhören. Und in Minute 71 bekam das Fanklübchen Besuch: Jubelnde Löwen-Akteure sprinteten zum Zaun, nachdem Feigenspan mit seinem zweiten Treffer die Führung erzielt hatte. Das war viel zu einfach: Der starke Daniele Vesco hatte Feigenspan mit klasse Pass auf die Reise Richtung Tor geschickt. Nach dem Rückstand musste Krob gehen. Jabez Makanda kam – und vergab die Ausgleichschance, als er kurz vor Schluss den Ball übers Tor drosch.