Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel FK Pirmasens: Das ganz besondere Wochenende des Michael Wiktorski

In diesem brennenden Auto saß Michael Wiktorski kurz zuvor noch – er war als Co-Trainer des Pirmasenser U17-Teams unterwegs zum
In diesem brennenden Auto saß Michael Wiktorski kurz zuvor noch – er war als Co-Trainer des Pirmasenser U17-Teams unterwegs zum Verbandsligaspiel in Speyer.

FKP-Verbandsligastürmer Michael Wiktorski feiert erst sein Comeback nach neun Monaten Verletzungspause und hat dann ein Horror-Erlebnis mit einem brennendem Auto.

Anfang Juli 2023, da hatte gerade die Saisonvorbereitung begonnen, riss bei Michael Wiktorski das Kreuzband. Seither musste der Neue beim Fußball-Verbandsligisten FK Pirmasens II zuschauen – bis zu seinem ersten Einsatz am vergangenen Samstag. Tags darauf hatte er ein Horror-Erlebnis mit einem brennenden Auto. Peter Seibel sprach mit dem Angreifer auch über dieses besondere Wochenende.

Herr Wiktorski, vorigen Samstag beim 1:1 bei Tabellenführer Idar-Oberstein wurden Sie in der Schlussphase eingewechselt. Wie war es, nach so langer Zeit wieder auf dem Platz zu stehen?
Es war ein Riesengefühl. Ich war total aufgeregt, und das hat man auch gemerkt. Es war, als ob ich Neuland betreten hätte. Den ersten Ball habe ich verstolpert. Da hätte ich allein vor dem Tor stehen können. Der zweite Ballkontakt war ein Fehlpass, der zu einem Konter führte. (lacht) Da ist noch Luft nach oben.

Der ersehnte Moment: Michael Wiktorski kommt in Idar-Oberstein für Corvin Ayers auf den Platz.
Der ersehnte Moment: Michael Wiktorski kommt in Idar-Oberstein für Corvin Ayers auf den Platz.

Wie ging es dem Knie während des Spiels?
Ich habe ja schon einige Zeit das „Go“ vom Arzt und bin schmerzfrei. Schnelligkeit und Beweglichkeit sind da. Zu viel Belastung merke ich allerdings noch. Aber das ist vermutlich normal.

Torjäger Michael Wiktorski kam vorigen Sommer vom FC Fehrbach zum FKP-Verbandsligateam.
Torjäger Michael Wiktorski kam vorigen Sommer vom FC Fehrbach zum FKP-Verbandsligateam.

Der nächste Tag war weniger schön ...
Ja. Ich war als Co-Trainer mit der U 17 des FKP zum Spiel in Speyer unterwegs. Kurz vor dem Ziel habe ich im Auto leichten Geruch wahrgenommen. Nur wenige Sekunden später hat mein Beifahrer Qualm gesehen. Dann ging schon der Motor aus. Der Beifahrer ist sofort raus. Bei mir hat erst kurz die Tür geklemmt, dann war ich auch draußen. Kurze Zeit später sind schon die Flammen hochgeschlagen. Wahrscheinlich aufgrund der Hitze hat die angezogene Handbremse versagt, und das Auto ist brennend in einen Bauzaun gerollt. Die Feuerwehr war dann ziemlich schnell vor Ort. Am Ende war es noch Glück im Unglück.

Verliere niemals die Hoffnung – dieses Motto steht auf Michael Wiktorskis Arm.
Verliere niemals die Hoffnung – dieses Motto steht auf Michael Wiktorskis Arm.

An Fußball war dann wahrscheinlich nicht mehr zu denken…
Nein. Eltern von Spielern haben mich dann abgeholt und sich um mich gekümmert. Dafür bin ich sehr dankbar. Auch die Spieler sind alle gekommen. Die erste Hälfte saß ich nur am Rand. Die zweite Hälfte war ich beim Team, habe aber nicht gecoacht. Später am Sonntag waren dann noch meine Mitspieler Francis Sesay und Bastian Skorski bei mir, um zu sehen, wie es mir geht. Das ist eine tolle Kameradschaft und hilft mir, das wegzustecken. Und natürlich auch die Unterstützung durch meine Familie. Das war jetzt schon einiges in der letzten Zeit. Ich hätte vielleicht schon in Zeiskam spielen können, musste aber wegen entzündeter Weisheitszähne eine Woche pausieren.

Wie geht es in der nächsten Saison mit Ihrem Engagement als Co-Trainer der B-Jugend weiter?
Da sich in der U17 viel mit der U23 überschneidet, habe ich Jugendleiter Andreas Kamphues mitgeteilt, dass ich ausscheide. Ich will mich jetzt erst mal auf meine Tätigkeit als Spieler der U23 konzentrieren. Und wenn mal Not am Mann sein sollte, habe ich gezeigt, dass auf mich Verlass ist. Ich habe jetzt fast ein Jahr verloren. Trotzdem habe ich mich in vielen Bereichen verbessert und fühle mich extrem fit.

Was haben Sie sich für die laufende Runde, die am Sonntag um 15 Uhr mit dem Heimspiel gegen den TSV Gau-Odernheim fortgesetzt wird, noch vorgenommen?
Ich denke, die Trainer und das Team sehen, dass ich mich voll reinhänge. Auch wenn die kommende Runde Vorrang hat, bin ich auch in dieser Saison noch lange nicht satt. Vielleicht klappt es in den verbleibenden Partien noch mit meinem ersten Treffer in der Verbandsliga. Und wenn wir weiter so als Mannschaft auftreten und uns pushen, holen wir bestimmt auch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt.

Zur Person

Der in Pirmasens bei seinen Eltern wohnende Michael Wiktorski arbeitet in Pirmasens als Integrationshelfer für die Lebenshilfe. Bevor er zum FKP wechselte, spielte der schnelle Stürmer neuneinhalb Jahre für den FC Fehrbach. Stationen davor waren die SG Grenzland und der FC Höheischweiler. Seit dieser Saison fungiert der 22-Jährige als Co-Trainer der FKP-U17.

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