Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Firma Reppa besteht seit 50 Jahren und beschäftigt 240 Mitarbeiter

Neuheiten im Jubiläumsjahr des Münzenversandhandels Reppa präsentieren Carsten Nann und Ralph Reppa (von links).
Neuheiten im Jubiläumsjahr des Münzenversandhandels Reppa präsentieren Carsten Nann und Ralph Reppa (von links).

„Wir stehen auf drei Beinen“, sagt Ralph Reppa und zählt auf: „Der klassische Einzelhandel; der kooperative Großhandel innerhalb von Deutschland und unsere internationale Großhandelsfirma Allcollect GmbH.“ Zusammen fügen sich die drei Beine zum Pirmasenser Münzenversandhaus Reppa, das sein 50-jähriges Bestehen feiert.

Die Begeisterung für moderne Münzen komme allerdings auf den konventionellen Münz- und Tauschbörsen kaum auf. Nur der Münzenverkauf durch große werbetreibende Unternehmen kreiere neue Sammler, weiß Reppa. „Wir besuchen zum Beispiel viele Schulen und versuchen die jungen Leute fürs Münzensammeln zu begeistern“, sagt Carsten Nann. Außerdem würden Vorträge über das Thema gehalten. „Hier an der Hochschule in Pirmasens haben wir einen langen Vortrag über die Logistik gehalten, die dahinter steht, um überhaupt die Münzen aus dem Ausland hierher zu bekommen und dann in den Vertrieb zu bringen. Das hat uns alleine zwei Bewerbungen aus dem Logistikzweig der Hochschule beschert, wofür wir sehr dankbar sind. Weil wir Manpower am meisten brauchen.“ Ständig schreibe das Unternehmen Stellen aus, aktuell weist die Karriereseite des Reppa-Shops davon zehn aus.

Viele administrative Jobs entstanden

Inklusive der Werbeagentur seien rund 240 Mitarbeiter bei Reppa beschäftigt; darunter 15 Azubis. „Durch die Größe, die wir erreicht haben, sind bei uns auch ganz viele administrative Jobs entstanden“, sagt Ralph Reppa. „Da ist die Münze als Handelsprodukt relativ weit weggerutscht“. Und er verdeutlicht: „Die ersten Lehrlinge, die wir vor vielen Jahren eingestellt haben, wurden ganz nah an die Münze herangeführt. Das Administrative kam erst mit der Größe, die wir erreicht haben“, erinnert sich der Firmenchef.

Heutzutage müsse man sich nicht mal für Münzen interessieren und finde trotzdem bei Reppa einen Job. Neben den Münzen sei die Logistik „eine unserer Kernkompetenzen“. Viele Menschen aus Pirmasens und Umgebung sind für das Unternehmen tätig. „Die machen eine Präzisionsarbeit: Da muss man einfach Respekt zollen. Eine Münze oder ein Goldnugget millimetergenau in Folie einzuschweißen oder ähnliche Dinge, da ist ein Schuh was Grobes dagegen.“

Höchster Umsatz in der Firmengeschichte

Allerdings erreiche das Versandhaus aktuell mit seiner großen Mitarbeiterzahl einen Punkt, an dem über neue Organigramme und Organisationswege nachgedacht werden müsse. „Das ist momentan auch unsere größte Aufgabe, weil wir glücklicherweise in unserem Jubiläumsjahr auch den höchsten Umsatz in unserer Firmengeschichte erreicht haben. Der zeigt uns, dass wir organisatorisch wachsen müssen“, sagen Reppa und Nann.

Mehr als 20 Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem vergangenen Jahr (auf 60 Millionen Euro) hat die Reppa GmbH 2020 erreicht. Fürs nächste Jahr „sind wir ein bisschen vorsichtiger unterwegs. Wir wären froh, wenn wir das Jahr 2020 wiederholen könnten“, sagt Carsten Nann. Und begründet dies auch gleich: „Wir sind tatsächlich an viele Grenzen gestoßen, sowohl auf der Beschaffungs- als auch auch auf der Verkaufsseite.“

Auch räumlich platze die Firma (mal wieder) aus allen Nähten. Benötigt würde eigentlich ein zweites, gleichgroßes Gebäude wie das, in dem die Firma derzeit residiert: im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Telekom in der Albrechtstraße. Die Konsequenz aus der räumlichen Enge war eine Rückkehr eines Teiles der Mitarbeiter ins ehemalige Betriebsgebäude in der Schwanenstraße. „Das haben wir innen komplett modernisiert und zu unserem Servicecenter ausgebaut“, sagt Ralph Reppa.

Wunsch: Familienbetrieb bleiben

Allerdings gebe es einen Silberstreifen am Horizont; denn in der Albrechtstraße stehe der Firma eine Fläche von 5500 Quadratmeter zur Verfügung. „Darauf dürfen wir uns ausbreiten“, hat Reppa von der Stadt grünes Licht bekommen. Der erste Bauabschnitt wäre dann eine Mischung aus Logistikgebäude und Büroräumen. Dazu sei eine Investition zwischen drei und fünf Millionen Euro notwendig. Damit würde zugleich die Zukunft des Familienbetriebes gesichert, denn die nächste Generation stehe bereits in den Startlöchern. „Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als mein Sohn sich im März entschlossen hat, hier einzusteigen“, sagt Ralph Reppa und er hat auch die Hoffnung, dass die Kinder seines Bruders ins Geschäft eintreten. „Das heißt, wir bleiben ein Familienunternehmen. Und wenn das funktioniert, was sich Herr Nann und ich vorstellen, nämlich dass wir in sieben Jahren in Rente gehen, schrecken wir auch vor keinerlei weiteren Investitionen zurück, wenn wir bis dahin unseren Unterbau nochmals stärken können.“

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