FUSSBALL
Finanzielle Abfindung für Hermersberg und Weselberg durch FCK bahnt sich an
Seit Donnerstag ist in Rheinland-Pfalz Fußballtraining mit Abstand nicht nur für Kinder bis 14 Jahre, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene wieder erlaubt, falls – wie im Landkreis Südwestpfalz – fünf Tage in Folge eine Corona-Inzidenz unter 100 besteht. Die Meisterschaftsrunde 2020/21 ist indes bereits ohne Wertung abgebrochen worden. So könnte die Rückkehr zum Mannschaftstraining für die am 30. Juni endende Saison allenfalls (aus Wettkampfsicht) den Teilnehmern an den noch nicht abgebrochenen Pokalwettbewerben zugutekommen.
Immerhin stehen zwei Vereine aus dem Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken, der SC Weselberg und der SV Hermersberg, im Verbandspokal-Viertelfinale. Weselberg hätte ein Heimspiel gegen den Verbandsligisten TSV Gau-Odernheim, und der SV Hermersberg sollte gar den einst so großen 1. FC Kaiserslautern empfangen. Im Kreispokal sind drei Partien des Achtelfinals ausgetragen, das Viertelfinale stünde an.
Doch noch ist nicht sicher, ob die Pokalwettbewerbe ausgetragen werden. Am kommenden Montag trifft sich (virtuell) der Spielausschuss des Südwestdeutschen Fußballverbandes (SWFV), um auf diese Frage eine Antwort zu finden. Die acht im Verbandspokal verbliebenen Vereine haben bereits miteinander kommuniziert. Der Tenor: Es besteht bei den sieben Amateurvereinen wenig Enthusiasmus, nach über sechsmonatiger Pause bald wieder in den Pokalwettbewerb einzusteigen.
Mayer: Sportlich sinnlos
Das ist auch die Meinung von Hermersbergs Spielertrainer Jens Mayer. Jetzt auf den Platz zu gehen und mit Abstand zu trainieren, sei zwar besser als gar nichts gemeinsam zu tun, habe jedoch „wenig mit richtigem Fußball zu tun“, sagt der 35-jährige Ex-FKP-Oberligaspieler. Für ihn sei eine Fortsetzung des Wettbewerbs „kein Thema“. Das sei natürlich sehr bitter für den Landesligisten, denn das Match gegen den FCK wäre, gerade weil es ein Pflichtspiel gewesen wäre, „das größte Spiel in der Geschichte des SV Hermersberg gewesen“. Im Moment deute vieles darauf hin, dass der FCK mit seinen Drittligaprofis als ranghöchstes Team für die Teilnahme am DFB-Pokal gemeldet wird und die restlichen sieben Vereine finanziell abfindet. Gleichwohl werde der SVH versuchen, als zusätzlichen „Ausgleich“ noch ein Freundschaftsspiel gegen den vierfachen Deutschen Meister zu bekommen. Gerade weil der FCK in der noch nicht beendeten Drittliga-Saison voll im Saft steht, seien die ohnehin schon geringen Chancen, gegen ihn zu bestehen, jetzt „gleich null“, urteilt Mayer. Denn die Hypothek, mehr als ein halbes Jahr nur individuell trainiert zu haben, lasse sich auch binnen sechs Wochen nicht wettmachen. Mayer: „Sportlich macht das wirklich keinen Sinn.“
Sponsor spricht auch noch ein Wörtchen mit
Volker Reinig, Spielleiter des Bezirksligisten SC Weselberg, ist gleicher Ansicht. „Die Zeit ist knapp, und die meisten der acht Vereine wollen eh gar nicht mehr spielen“, ergänzt er. Die Tendenz beim SCW geht dahin, ein finanzielles Angebot des FCK anzunehmen und dann zu verzichten. Die Erlaubnis zum eingeschränkten Training werde der SCW aber „annehmen“. Es tue den Spielern gut, mal wieder zusammen mit einem Ball auf dem Grün zu sein.
Auch über die Fortführung des Kreispokalwettbewerbs wird am Montag entschieden, informiert Reiner Ehrgott, der Vorsitzende des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken. Dabei sollen die Vereine mit ins Boot geholt werden. Wie Kreispokal-Spielleiter Alexander Beuerle anmerkt, müsse allerdings auch noch der Sponsor des Wettbewerbs, die Bitburger-Brauerei, gefragt werden. Schließlich habe dieser für den gesamten Wettbewerb bezahlt und nicht nur für einen Teil davon. Ehrgott veranschlagt „mindestens sechs Wochen Vorbereitung“, um wieder in einen Wettbewerb einzusteigen. Und angesichts von maximal 100 erlaubten Zuschauern (ab 21. Mai) und bei Inzidenz unter 100) ist der Wettbewerb auch finanziell wenig lukrativ.
Gleichwohl freut sich Eric Groh, der Coach des SV Trulben, über die Möglichkeit, wieder trainieren zu können. „Wir werden uns sofort treffen. Hauptsache ist, mal wieder zusammen zu sein, und der Ball ist dabei“, betont der Ex-Oberligaspieler. Ob dann im Kreispokal weiter gespielt wird, sei nachrangig.
