Pirmasens
Fehrbacher Eichfeldrunde: Kurzer Spaziergang mit großer Aussicht
Sie ist nur der kurze Nachmittags- oder Feierabendspaziergang, die „Eichfeldrunde“ bei Fehrbach – und von Abgeschiedenheit in der Natur kann keine Rede sein: Nicht nur, dass eine Hälfte der Tour direkt neben der vierspurigen Bundesstraße 10 entlangführt, der betonierte und asphaltierte Wirtschaftsweg wird auch rege frequentiert. Diese etwa halbstündige Runde wird gerne von den Fehrbachern genutzt, für den Spaziergang mit den Kindern, als Gassirunde mit dem Hund oder einfach zur kurzen Erholung an der frischen Luft.
Mit den Vororttouren in Gersbach und Windsberg ist die „Eichfeldrunde“ die dritte Route, die auch mit Kinderwagen, Kinderfahrrad und ähnlichem zu absolvieren ist. Allerdings ist fraglich, ob sie noch lange in dieser Form existiert: Genau auf diesem Gelände erschließt die Stadt Pirmasens in den nächsten Jahren nämlich ein Gewerbegebiet. Wenn die „Eichfeldrunde“ überhaupt noch existiert, dann wird sie sich stark verändern.
Parken am Straßenrand
Aber bleiben wir in der Gegenwart – und da natürlich beim Start der 2,3-Kilometer-Tour. Wer mit dem Auto anfährt, um sie zu nutzen, muss sich nach einer Parkgelegenheit umsehen, in der Nähe des Kreisverkehrs auf dem Staffelhof, in der anschließenden oberen Tiroler Straße oder in der Lambachstraße. Ausgewiesene Stellplätze für die kleine Vororttour gibt es nicht. Dafür sind in unmittelbarer Nähe Bushaltestellen zu finden, die Anfahrt mit dem Bus ist unproblematischer.
Der Einstieg in die „Eichfeldrunde“ ist am Staffelhof-Kreisel oder in beiden Straßen möglich. Ich habe meinen Startpunkt in der Tiroler Straße gewählt, bin zwei Minuten bergab gelaufen, danach rechts in die Lambachstraße eingebogen, die nach wenigen Gehminuten in einen teils asphaltierten, teils betonierten Wirtschaftsweg mündet. Dieser führt für rund einen Kilometer flach zum Kreisverkehr an der B10-Anschlussstelle Petersberg/Thaleischweiler-Fröschen. Kurz bevor dieser Verkehrskreisel erreicht ist, rückt am rechten Wegrand eine Bank mit einem grauen Steinkreuz in den Fokus.
96 Jahre altes Gedenkkreuz
Dieses Gedenkkreuz stand bis zum vierspurigen B10-Ausbau noch in Sichtweite der Bundesstraße und erinnert an einen Verkehrsunfall vor 96 Jahren an der heutigen Anschlussstelle Thaleischweiler-Fröschen. Am 22. Mai 1930 wurde eine aus Höheischweiler stammende Frau auf dem Weg zum Gottesdienst von einem Auto erfasst und getötet. Ihr Mann hat zu ihrem Gedenken das Steinkreuz errichten lassen, das im Zuge des vierspurigen Ausbaus der Bundesstraße an den Feldweg versetzt wurde. Die Stadtverwaltung hat die Bank daneben aufgestellt, den Treppenaufgang der kleinen Anlage hat der CDU-Ortsverband Fehrbach gesetzt. Die Inschrift auf dem Sockel des Kreuzes endet mit den Worten: „O Wanderer bete mit uns für sie.“ Wer sich auf der Bank niederlässt, kann bei klarem Wetter eine grandiose Fernsicht in Richtung Westen genießen. Über Gersbach, Hengsberg und Höheischweiler hinweg reicht der Blick bis auf die Höhenzüge im Zweibrücker Land.
Wenige Schritte nach dem Gedenkkreuz biegt die „Eichfeldrunde“ rechts ab, führt über einen asphaltierten Wendeplatz, um kurz danach erneut rechts in einen Wirtschaftsweg einzubiegen, der unmittelbar neben der vierspurigen Bundesstraße 10 zurück nach Fehrbach führt. Nachdem der Asphaltweg sanft angestiegen ist, befindet sich der Spaziergänger plötzlich auf der alten B10 – schön zu erkennen an der verblassten Fahrbahnmarkierung. Nach etwa zehn Minuten wird das Tunnelportal der neuen Bundesstraße erreicht, über das die „Eichfeldrunde“ nach einem kleinen Linksschwenk zum Kreisverkehr am Staffelhof führt. Ein Blick zurück lohnt sich, um noch einmal die Fernsicht nach Westen zu genießen. Jetzt noch rechts abbiegen in die Tiroler Straße, um nach zwei Minuten wieder am geparkten Auto anzukommen.
Mal kurz an die frische Luft
Mit zwei, drei kurzen Stopps hat die kleine Spazierrunde eine knappe halbe Stunde gedauert, wer gemütlicher unterwegs ist, wird 30 bis 40 Minuten brauchen. Die „Eichfeldrunde“ ist sicher die Pirmasenser Vororttour, die den geringsten Zuspruch auswärtiger Wanderer erhalten wird, dafür ist sie zu kurz und einfach. Aber sicher wird der ein oder andere Pirmasenser, wenn er mal kurz an die frische Luft will, Gefallen an dieser kleinen Runde mit der großartigen Aussicht finden. Wer sich dafür interessiert, sollte sich beeilen: Wer weiß, wie sie aussieht, wenn das Gelände in ein Gewerbegebiet verwandelt wurde.
Info
Länge: 2,3 Kilometer, Höhenunterschied: 17 Meter, Gehzeit: 30 bis 40 Minuten, Schweiß: wirklich nicht.
