Pirmasens Fast wie Weihnachten

Wenn der in unserer Gegend bestens bekannte Frauenkammerchor „ex-semble“ unter der Leitung von Chorleiter Christoph Haßler auftritt, kann der Veranstalter sicher sein, dass eine große Anzahl an Zuhörern dabei sein wird.
So war es auch am Sonntag in der Wallfahrtskirche Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben, als der Chor bei den diesjährigen Rosenberger Musiktagen vor rund 200 Besuchern Chorwerke unter dem Titel „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen“ erklingen ließ. Damit war bereits der erste Programmpunkt des Konzertabends angesprochen, denn der 26-köpfige Frauenchor im Altarraum sang aus dem Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy den wunderschönen dreistimmigen A-cappella-Satz „Hebe deine Augen auf“. Neben dem Chor in der Apsis hatte Organist Bernhard Haßler, Vater des Chorleiters, am Orgelpositiv Platz genommen und mit seinem einfühlsamen Spiel den stimmgewaltigen Chor musikalisch bei der „Messe in Es“ von Josef Gabriel Rheinberger begleitet. Nicht nur Frauenchor und Orgel ließen ihre musikalischen Töne im Kirchenraum schweben, auch die Harfenistin Sabrina von Lüdinghausen stellte ein herrliches Solo mit dem ersten Satz aus dem Harfenkonzert B-Dur op. 4, Nr. 6, von Georg Friedrich Händel vor. „Es ist immer ein bisschen wie Weihnachten, wenn der Chor ,ex-semble’ in der Wallfahrtskirche singt“, betonte Volker Sehy, Direktor des Wallfahrtsortes und des Geistlichen Zentrums Maria Rosenberg, bei seiner Begrüßung und hatte damit nicht nur die Freude auf das Fest im Dezember angesprochen, sondern besonders den großartigen Chor mit seinem Dirigenten gewürdigt. Und so sang der Frauenkammerchor mit Begleitung der Harfe „Ceremony of Carols“, charakteristische englische Weihnachtslieder von dem Engländer Benjamin Britten, mit dem besonders ergreifenden Harfensolo „Interlude“. Zu Gast war auch das „Stuttgarter Waldhornquartett“; zwei Damen und zwei Herren stellten in einem Arrangement von Kerry Turner überzeugend drei schöne Kompositionen aus Motetten, Liedern und Gesängen von Johannes Brahms vor. Zum Abschluss in der Kirche zeigten „ex-semble“, zwei Hörner und die Harfenistin mit „Vier Gesängen“ von Brahms wie die fantastischen und harmonischen Töne den Kirchenraum mit melodischem Klang erfüllten. Wie üblich bei den Rosenberger Musiktagen gab es noch im Wallfahrtshof bei herrlichem Sommerwetter einige Zugaben. Das „Waldhornquartett“ spielte neben dem Volkslied „Am Brunnen vor dem Tore“ auch einige Jazzstücke; die Harfenistin erzählte musikalisch bei „Watching The Wheat“ wie ein Barde in einem Weizenfeld seine verstorbene, blonde Maid betrauert. Auch „ex-semble“ zeigte im Freien, wie toll sie singen können und stellten unter anderem eine „Gavotte“ von Edvard Grieg in kurzen Silben, aber mit enorm rhythmischem Akzent vor. Zum Abschluss erklang mit dem Hornquartett, dem Frauenchor und den Besuchern gemeinsam das wunderschöne Abendlied „Der Mond ist aufgegangen“.