FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Fast ein Tor mit dem Hinterteil beim 1:0 des FK Pirmasens gegen Hermersberg

Während es für seine FKP-Teamkollegen das erste Spiel nach vier Monaten Corona-Zwangspause war, spielte Sascha Hammann (rechts),
Während es für seine FKP-Teamkollegen das erste Spiel nach vier Monaten Corona-Zwangspause war, spielte Sascha Hammann (rechts), der sich Mitte Januar im Training schwer verletzt hatte, erstmals seit 2019 wieder – und das vorzüglich. Am Ball ist Felix Bürger, verfolgt vom Hermersberger Christian Schweig.

Nur zu gerne hätte FKP-Trainer Patrick Fischer beim ersten regulären Kick nach 160 Tagen Zwangspause 22 Männer spielen lassen – jeden eine Halbzeit. Der Verband aber war dagegen. Nur je 15 durften ran beim 1:0 in der Testpartie des Regionalligisten gegen den sich prächtig schlagenden Landesligisten SV Hermersberg. Kurz vor Schluss durchbrach Tim Hecker die virusbedingt ultralange Trefferflaute. Vom Resultat abgesehen aber gab es nur Gewinner.

Minute 55 läuft in der ersten Partie der FKP-Geschichte, bei der weitestgehend „vermummte“ Beobachter das Spielfeld säumen. Marius Dausmann will den Ball aus dem Hermersberger Strafraum schaufeln, der SVH-Innenverteidiger wuchtet die Kugel allerdings dem schon abdrehenden Iosif Maroudis mit Vehemenz ans Hinterteil. Das Spielgerät hüpft zurück in Richtung Pfosten. Keeper Reiner Schwartz ist spät dran, fischt und fuchtelt im Fallen, der befürchtete Flurschaden aber bleibt aus. Ums Haar hätte ein recht kurioser Treffer für die eigentlich überfällige Führung der Gastgeber gesorgt.

Dreimal Alu getroffen

Fünf Minuten zuvor war Maroudis schon nah dran, seine Premiere im FKP-Trikot mit einem Treffer zu krönen. Der Schuss des früheren griechischen Juniorennationalspielers aber hatte nur den Pfosten wackeln lassen. Bereits in Minute zehn hatte Luca Eichhorn die Latte zittern lassen. Und als Sascha Hammann fünf Minuten vor dem Schlusspfiff zum dritten Male die Aluminium-Tauglichkeit der Trainingsrasen-Tore getestet hatte, da glaubte wohl keiner mehr so recht daran, dass in dieser Partie auch das Netz mal strapaziert werden sollte.

Erstes Tor nach 160 Tagen

Doch kam es anders: Sage und schreibe 160 Tage lang hat „die Klub“ kein Tor erzielt. Letztmals hatte am 15. Februar bei der 1:2-Testspielniederlage in Trier der inzwischen abgewanderte Christoph Batke eingenetzt. In der letzten Ligapartie vor der Virus-Zwangspause war der FKP beim SC Freiburg II ohne Torerfolg geblieben. In der Regionalliga hatte zuletzt Sven Sellentin am 7. Dezember zum 1:1 in Gießen getroffen.

Heckers „dreckiges Tor“

Dass das erste „echte“ Spiel nach 145 Tagen denn doch noch von einem Torerfolg gekrönt wurde, war letztlich Tim Hecker zu verantworten. „Tja, das war ein dreckiges Tor“, kommentierte der nach Schulterblessur wieder beschwerdefreie Außenstürmer seinen schon zu verunglücken drohenden Abschluss. Die Vorbereitung war allerdings top: Salif Cissé hatte einen Angriff gestoppt, nach links raus auf Hammann gespielt. Der probte Doppelpass mit Gianluca Lo Scrudato und durfte – derart schön freigespielt – in aller Ruhe flanken. Miguel Deho und Arne Neufang konnten nicht kontrolliert köpfen, der Ball landete bei Hecker, der ihn irgendwie vom Strafraumeck ins Tor bugsierte. Ein Treffer fürs FKP-Geschichtsbuch.

DFB-Pokal-Held kann’s noch

„Echt sehr ärgerlich“, grummelte Reiner Schwartz, der allerdings schon wieder lachen konnte. „Ich komme so gern hierher zurück“, sagte der Elfmeterheld vom DFB-Pokal-Sensationssieg gegen Werder Bremen anno 2006. Dass er`s noch immer kann, hatte Schwartz mehrmals beeindruckend bewiesen. „Ja. Klasse Reaktionen. Wir haben es ihm aber auch einfach gemacht und schon auf den Mann geschossen“, legte FKP-Coach Patrick Fischer den Finger in eine Wunde, die da mangelnde Abschlussstärke und -konzentration heißt.

Starke Hermersberger

Klar, Gelegenheiten hatte der Regionalligist zur Genüge. Dass „nur“ ein 1:0 dabei herauskam, ist mit das Verdienst einer verdammt stark spielenden Landesliga-Truppe. „Das hat mir richtig gut gefallen“, freute sich Hermersbergs Trainer Jens Mayer. Von seiner Truppe hätte er sich nur noch „ein bisschen mehr Mut“ gewünscht.

Lo Scrudato überzeugt

tImmerhin gute Ansätze hatte Benno Mohr gesehen, der sich nach 45 Premiere-Minuten im FKP-Dress zuversichtlich zeigte, dass „die Klub“ eine gute Saison spielen kann. „Ich möchte Teil dieses Teams sein“, sagte der Ex-Elversberger, wobei er sich das Attribut „wichtig“ verkniff. Aber genau das soll er verkörpern: eine wichtige, eine Führungsfigur. Stark: Lo Scrudato, neben Mohr und Maroudis – der schon die Ausführung der Standards beansprucht – dritter Neuer in Spiel eins nach langer, langer Pause.

SO SPIELTEN SIE

FK Pirmasens: Reitz - Lo Scrudato (46. Grünnagel), Grieß (46. Cissé), Zimmer (71. Grieß), Hammann - Becker, Maroudis (71. Eichhorn) - Mohr (46. Hecker), Eichhorn (46. Neufang), Bürger (71. Lo Scrudato) - Neofytos

SV Hermersberg: Schwartz - Schweig (84. Juner), Dausmann, Deho, Metzger - Mendel (69. Sommer), Bold - Freiler (84. Vogt), Dudek, Kolb (46. Gries) - Weber

Tor: 1:0 Hecker (89.) - Beste Spieler: Lo Scrudato, Hammann - Schwartz, Bold - Zuschauer: 250 – Schiedsrichter: Stahl (Zweibrücken).

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