Pirmasens
Famoses Trio rockt die Bulliwerkstatt
Die Location, in Halle 3a hinter dem ehemaligen Helmitin-Komplex in der Zweibrücker Straße angesiedelt, entwickelte sich seit dem Startschuss im Herbst 2022 vom Geheimtipp zum angesagten Livemusik-Treffpunkt in Pirmasens. Die Halle ist mit unzähligen Utensilien aus dem Rockmusikbereich und selbstredend mit zahlreichen handverlesenen Bulli-Gimmicks des Veranstalterpaars Roman Novak und Christiane Schellenbaum schön und einladend dekoriert.
Bis dato gaben sich hier bereits regionale Top-Musiker wie Los Dos Hombres (Manuel Bastian und Marko Burkhart), Father & Son (Gerd Schlick und Mark Schlick) sowie der „The Voice of Germany“-Teilnehmer Jan-Luca Ernst die Klinke in die Hand.
Spannend umarrangiert
Das in zahlreiche Bands involvierte Ehepaar Graf aus Hauenstein und Harald Laudenbach aus Rheinzabern, der sich seine Meriten bereits als Pianist, Komponist, Dirigent und Kirchenmusiker verdiente, hatte sich nun ein exzellentes zweigeteiltes Programm mit zwei Dutzend Liedern zurechtgelegt. Die Gruppe servierte die durchweg spannend umarrangierten Stücke von der Hingucker-Bühne des Bulli T4 im Martini-Design. Wurde der Crosby, Stills, Nash & Young-Klassiker „4 + 20“ noch von Philipp Graf und Laudenbach als Tandem eindrucksvoll interpretiert, so strapazierte Sängerin Katrin Graf bei „9 to 5“ (Dolly Parton) erstmals ihre beeindruckend guten Stimmbänder und heimste entsprechenden Beifall ein.
Da Philipp Graf und Harald Laudenbach schon mehrmals als Akustik-Duo Konzerte gaben, präsentierte man sich dementsprechend gut aufeinander abgestimmt. Letztgenannter erwies sich bei seinem Pirmasens-Debüt als versierter Multiinstrumentalist: Er wechselte auch innerhalb eines Lieds von Percussion zu Akustikgitarre und wieder zurück und spielte zudem das Keyboard. Ihre großen Momente hatten die beiden Instrumentalisten bei den in ausschweifenden Jam-Versionen vorgetragenen Titeln „Can’t You See“ (The Marshall Tucker Band), „Red House“ (Jimi Hendrix) und „Whippin’ Post“ (The Allman Brothers). Insbesondere Graf demonstriert hierbei seine Extraklasse.
Als Publikumslieblinge hingegen entpuppten sich das unkaputtbare „I Shot the Sheriff“ (Eric Clapton) und die von Katrin Graf gesungenen Hits „Bei mir bist du schön“ (The Andrew Sisters), „Ironic“ (Alanis Morrissette), „Piece of My Heart“ (Janis Joplin) sowie das französische flott-fluffige „Je veux“ (Zaz) – Stücke, die alle heftig umjubelt wurden.
Ein ganz besonderer Gast
Eine echte Überraschung gab es ebenfalls: Zu „Layla“ (Eric Clapton) wurde der legendäre einheimische Gastsänger Ralf Maxstadt (Gentle Jackets, The Palantine Brothers Band) unter großem Jubel auf die Bühne gebeten. Einst spielten Philipp Graf und Maxstadt in der Clapton-Tribute-Band Mister Slowhand zusammen, und am Bühnenrand herrschte nun ein reges Fotografen-Treiben wie bei den ganz Großen der Musikszene. Der souverän gemeisterte Auftritt wurde vom Publikum regelrecht abgefeiert.
Zwei weitere Bonbons hatte man sich bis zum Ende hin aufgespart: den siebenminütigen Deutschrock-Klassiker „Am Fenster“ (City), ein Paradestück der Grafs in ihren zahlreichen Formationen, sowie „Crazy Train“. Dieser Klassiker wurde im Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ozzy Osbourne in abgespeckter Akustikversion gespielt.
Eine Zugabe muss sein
Auch um eine Zugabe ließ sich das Trio nicht lange bitten und kredenzte den Zuschauern „Redemption“ (Bob Marley) und den Dolly-Parton-Ohrwurm „Jolene“. Fazit: Ein durchweg Laune machender Konzertabend in sehr gemütlichem Ambiente. Dass fast alle Besucher ein fröhliches Grinsen im Gesicht hatten, spricht Bände. Auf die weiteren Events in der Bulliwerkstatt darf man freudig gespannt sein.