Pirmasens
Fakatec-Chef kritisiert Zahlungsmoral der Auftraggeber
Seit Mitte der 1990er Jahre gibt es das Unternehmen aus Waldfischbach-Burgalben. Seine Wurzeln hat es im Straßen- und Tiefbauunternehmen der Familie. „Früher hatten wir im Straßenbau viele Mitarbeiter und einen geringen technischen Einsatz. Heute hat sich das komplett gedreht. Dank der Technik kann die Arbeit von zwei Mitarbeitern erledigt werden“, erzählte Geschäftsführer Christian Fath. In der Ringstraße saniert das Unternehmen derzeit den Kanal.
15 mit Technik vollbepackte Fakatec-Fahrzeuge sind bundesweit im Einsatz. „Wir sind Spezialisten im Bereich grabenlose Reparaturen“, berichtete Fath. Insbesondere wenn es darum geht, Fremdwasser, das von außen in Rohrleitungen eindringt, zu stoppen, sind die Fachleute aus Waldfischbach-Burgalben gefragt. Mit Verfahrenstechniken, „die auch bei Hochwasser funktionieren“, so Fath, waren die Fakatec-Leute schon Helfer in der Not. Etwa in Venedig. „Das war bei meinen Mitarbeitern sehr begehrt“, erzählte Fath im Gespräch mit der Staatssekretärin, die als FDP-Spitzenkandidatin in die Landtagswahl 2021 zieht. Geeigneten Nachwuchs zu finden, sei schwierig. „Wir bilden uns unsere Fachkräfte selbst aus“, betonte Fath, „auf dem Markt finden wir die nicht.“
Corona hat sich bei Fakatec kaum auf die Auftragslage ausgewirkt, die Pandemie und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen hat dem Unternehmen aber höhere Kosten beschert und einige administrative Probleme bereitet, wie Fath auf Nachfrage von Schmitt berichtete. „Wir sind ein systemrelevantes Unternehmen, wir konnten das ganze Jahr durcharbeiten. Kurzarbeit gab es bei uns nicht“, sagte er mit Blick auf die 35 Mitarbeiter.
Etwas macht dem Unternehmer zu schaffen: „Die Zahlungsmoral ist sehr schlecht geworden, auch bei den öffentlichen Auftraggebern. Wir gehen mit unserer Arbeit in Vorleistung, da wäre es wichtig, wenn zumindest die öffentliche Hand zügig die Mittel anweist. Das würde mir mehr helfen, als alle Versprechungen der Politik für die Zukunft.“
Diese Kritik nahm Schmitt mit. „Bei solchen Termin kann ich eins zu eins hören, was die Unternehmer im Alltag beschäftigt“, sagte sie. Wenn es bei öffentlichen Aufträgen zum Zahlungsverzug komme, müsse an den Ursachen gearbeitet und die Abläufe und die Zusammenarbeit in der Verwaltung verbessert werden.
Der Blick über die Schultern der Fakatec-Mitarbeiter hat die Staatssekretärin beeindruckt. „Wir wollen solchen mittelständischen Unternehmen Sichtbarkeit geben. Viele Bewerber sehen nur die großen Unternehmen. Aber welche Mittelständler es gibt, bei denen es flache Hierarchien und interessante Berufsbilder gibt, welche Wege man da gehen kann, das wissen viele nicht“, sagte sie.
Schmitt war es ein Anliegen, am Tag der Bildung ein Unternehmen zu besuchen, das Fachkräfte ausbildet und beschäftigt. Es sei ein Ziel der FDP, das Finden von Fachkräften zu erleichtern. Die Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung sei ein wichtiges Anliegen der Liberalen.
Mit dem Landtagsabgeordneten Steven Wink und den Landtagskandidaten Sebastian Schäfer und Erika Watson bereiste sie gestern die Südwestpfalz. Von der Ringstraße aus ging es zum Strahlenzentrum im städtischen Krankenhaus.