Pirmasens Facebook ja, aber lieber von Auge zu Auge

Heute: Horst Brill (rechts), 76 Jahre alt, kümmert sich als sportlicher Leiter des PSV Pirmasens um Spieler, die seine Enkel ode
Heute: Horst Brill (rechts), 76 Jahre alt, kümmert sich als sportlicher Leiter des PSV Pirmasens um Spieler, die seine Enkel oder gar schon Urenkel sein könnten.

Er ist mittlerweile 76, weiter ziemlich fit und immer noch sportlicher Leiter der Fußballer des PSV Pirmasens. Horst Brill, der in den 1960er Jahren zu den besten deutschen Linksaußen zählte, Spieler, Trainer und Präsident des FK Pirmasens in der zweiten und dritten Liga war, ist heute mit dem Polizeisportverein Pirmasens in der Fußball-B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West zu Hause. Die jetzt von ihm betreuten Spieler könnten vom Alter her alle seine Enkel oder gar schon Urenkel sein. „Ich mache halt mein Ding und tue, was getan werden muss“, erzählt Brill. Natürlich, manchmal gibt es zwischen dem 1941 mitten im Zweiten Weltkrieg geborenen Pirmasenser und den Hobby-Fußballern des PSV aus der Smartphone-Generation keine gemeinsame Schnittmenge. Für Kabinenpartys nach den Spielen sei er nicht mehr zu haben. Allenfalls stelle er dem Team noch „etwas zu trinken“ zur Verfügung. Nach den Spielen zögen sich die meisten PSV-Kicker in eine Sishabar zurück. „Die rauchen da ihre Pfeife. Das ist nichts für mich“, sagt Brill. Kommunikationstechnisch befindet sich der ehemalige Inhaber von Sportgeschäften zwar auf dem neuesten Stand – „in Facebook haben wir eine Gruppe, in der wir Nachrichten austauschen“ –, doch bevorzuge er es, mit einem Spieler von Auge zu Auge zu sprechen oder zu telefonieren, anstatt Nachrichten hin und her zu schreiben. Sportlich läuft es beim PSV nach verpatztem Saisonstart (0:2 gegen Großsteinhausen II und gar 0:9 gegen Titelfavorit TSC Zweibrücken II) wieder besser. Die nächsten vier Partien gewann der Vizemeister der Vorsaison allesamt. Die Ursache der Anlaufprobleme war wohl der immense Personalwechsel. 20 neue Spieler hatten sich zu Rundenbeginn dem PSV angeschlossen. „Jeder spielte seinen eigenen Stil, keiner kannte den anderen gut genug, und die räumliche Abstimmung stimmte überhaupt nicht“, nennt Brill Gründe für die Auftaktniederlagen. Trotz der zahlreichen Zugänge hatte der PSV vorigen Sonntag beim 8:2-Sieg bei Rot-Weiß Höhmühlbach nur elf Spieler zur Verfügung. „Wir haben zurzeit viele Verletzte und in Urlaub befindliche Spieler“, erklärt Brill. Das Match am Sonntag, 15 Uhr, gegen den Tabellenzweiten TV Althornbach (15 Punkte) könnte richtungsweisend sein. Gewinnt der auf Rang vier vorgerückte PSV (12), bleibt er ganz vorne dabei, allerdings hinter dem sehr starken TSC Zweibrücken II (16). Verliert das Team um Spielertrainer Christian Gessner, wird es vom grauen Tabellenmittelfeld geschluckt. Was dem PSV fehlt, sind nicht nur die finanziellen Mittel, um das Ziel, den Aufstieg in die A-Klasse, zu realisieren, sondern vor allem Zuschauer. Nur wenige Betrachter finden den Weg ins Stadion Spesbach, wo der PSV seine Heimspiele austrägt. „Zaubern kann ich auch nicht“, sagt Brill zu diesem Thema. Der 7. B-Klasse-Spieltag B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West: VB Zweibrücken II - Wattweiler (Samstag, 15 Uhr), Wallhalben - Herschberg II (Samstag, 15.30 Uhr), Martinshöhe - TSC Zweibrücken II (Sonntag, 11 Uhr), Höheinöd - Stambach, Harsberg/Schauerberg - Höhmühlbach, PSV Pirmasens - Althornbach, Hornbach - Großsteinhausen II, Thaleischweiler - SVN Zweibrücken (alle Sonntag, 15 Uhr). B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken Ost: Busenberg - Hilst (Samstag, 16 Uhr), Hinterweidenthal II - Ruhbank (Sonntag, 13.15 Uhr), RW Pirmasens - Bundenthal II, Hochstellerhof - Burgalben, Bruchweiler - Merzalben, Lemberg - Ruppertsweiler, FC Rodalben - TV/SC Hauenstein III (alle Sonntag, 15 Uhr), Heltersberg/Geiselberg - FC/VfB Münchweiler (Sonntag, 16 Uhr). B-Klasse Kaiserslautern/Donnersberg Süd: u. a. Trippstadt/Schmalenberg - Erlenbach (Sonntag, 15 Uhr).

1966: Horst Brill (links) als FKP-Spieler in der Bundesliga-Aufstiegsrunde gegen Fortuna Düsseldorf.
1966: Horst Brill (links) als FKP-Spieler in der Bundesliga-Aufstiegsrunde gegen Fortuna Düsseldorf.
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