Tischtennis
Ex-Nünschweilererin nach langer Pause für DM qualifiziert
Teilnahmen an Bezirks- und Kreisturnieren, Südwest- sowie nationalen Meisterschaften gab es für die ehemalige Spielerin des TTC Nünschweiler im Wochenrhythmus. Dort, wo es regional um etwas ging, da war auch die Gymnasiastin des Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasiums, einer Eliteschule des Sports, zu finden. „Die zuletzt abgebrochene Saison war für mich ziemlich kurz. Ich hatte drei Spiele in der Regionalliga, mehr war es nicht. Wir hatten auf Turniere gehofft, die wurden aber immer wieder verschoben oder abgesagt“, sagt Schütt, die auch schon mehrfach an nationalen Titelkämpfen der Damen teilnahm.
Bei den BTTF Zweibrücken hatte sie in jungen Kinderjahren erstmals den Schläger in der Hand, spielte dort später auch in der Pfalzliga. Ihr Talent wurde erkannt. Schütt ging auch früh ins Stützpunkttraining des Pfälzischen Tischtennis-Verbandes und weckte Begehrlichkeiten anderer Klubs. Im Sommer 2016 wechselte sie zum damaligen Oberligisten TTC Nünschweiler, wurde dort von Peter Becker trainiert. Ihr größter Einzelerfolg war der 14. Platz beim Top-24-Bundesranglistenturnier der Jugend (U18) im Jahr 2018, als sie gegen die nationale Elite eine sehr gute Figur abgab. Sie gehörte bundesweit auch mal zu den Top 10 ihrer Altersklasse. 2018 wechselte sie von Oberliga-Absteiger Nünschweiler zur DJK Heusweiler, mit der sie aus der Regionalliga abstieg. Es folgte der Wechsel zum ambitionierten 1. FC Saarbrücken, der mit seiner Herren-Mannschaft schon lange in der nationalen und europäischen Spitzenklasse mitmischt.
Profiwunsch nur als vages Ziel
In der Südweststaffel der Regionalliga führt sie das Team an, spielt dort mit dem größten Saar-Talent, der 14-jährigen Magdalena Hübgen, Ann-Kathrin Renkes und Ninar Al-Khatib zusammen. Eine vollständige Saison erlebte sie mit den Blau-Schwarzen coronabedingt aber weder im Spieljahr 2019/20 noch in 2020/21. In ihren drei Partien der Runde 2020/21 erspielte sie sich eine Siegbilanz von 4:5, verlor aber mit ihrer Mannschaft alle drei Partien. Doch in ihrer ersten Saison an der Saar gelangen der Zweibrückerin auch schon Siege gegen Hochkaräter der vierthöchsten Liga.
Vorteil an Eliteschule
Schütt hegt nur noch einen vagen Profiwunsch. „Es ist sehr schwer und nicht mein Hauptziel, dass ich mit Tischtennis Geld verdienen möchte. Ich würde gerne versuchen, mich so weit wie möglich hochzuarbeiten“, bemerkt Schütt, die auch ein großes Augenmerk auf ihre schulischen Leistungen legt. „Wenn ich mit der Schule fertig bin, sehe ich, wie gut mein Niveau ist. Ob ich dann Profi werde oder studieren gehe, das werde ich danach sehen. Es wäre ein Traum, aber es ist ein langer Weg, das zu erreichen.“
Durch den Besuch der Eliteschule des Sports hatte Schütt den Vorteil, dass sie bereits seit Anfang des Jahres wie gewohnt trainieren konnte. Beim FCS wird zum Teil, vor allem bei den Herren, unter Profibedingungen trainiert. „Ich hoffe einfach, dass es mit der Mannschaft in der Regionalliga wieder losgeht und Turniere auf nationaler Ebene stattfinden“, sagt die Offensivspielerin. „Ich will wieder in den Wettkampfrhythmus reinkommen. Ich will fokussiert und konzentriert spielen, will positiv bleiben und alles geben, auch wenn es am Anfang vielleicht ein bisschen holprig läuft“, erklärt Schütt.
Ticket nach Bremen ist gesichert
Eines jedoch ist Schütt in den vergangenen Monaten wirklich nicht leicht gefallen. „Es war schwer, mich in manchen Phasen für das Training zu motivieren und fleißig weiter zu trainieren. Man hatte in den vergangenen Jahren eben Turniere, auf die man hingearbeitet und danach Dinge gesehen hat, die man verbessern konnte“, erklärt die FCS-Akteurin. Nun bleibe nur der Vergleich mit immer denselben Konkurrentinnen im Training. „Die Turniere fehlen doch sehr“, betont die 18-Jährige daher. Sie wird auch in der anstehenden neuen Saison 2021/22 für den 1. FC Saarbrücken aufschlagen.
Ein erster Erfolg ist noch ganz frisch: Am Wochenende hat sich die Zweibrückerin erneut für die Deutschen Meisterschaften im Tischtennis qualifiziert. Sie gewann in Saarbrücken das Finale beim Qualifikationsturnier des saarländischen und pfälzischen Verbandes gegen Magdalena Hübgen in vier Sätzen. In der Vorrunde siegte Schütt gegen ihre frühere Mannschaftskameradin Karina Gefele in vier Durchgängen und gegen die Regionalliga-Spielerin Nina Merkel (TSG Kaiserslautern) deutlich in drei Sätzen. Im Halbfinale bekam sie es dann erneut mit einer Spielerin der TSG Kaiserslautern zu tun: Ihre frühere Mitspielerin Sarah Badalouf bezwang sie mit 11:9, 11:7 und 11:5. Die deutschen Meisterschaften sind am 28./29. August in Bremen.