Pirmasens Erste Vorverträge unterzeichnet
Ihre Person möchten Rolf Schäfer, Patrick Buch und Christoph Arnold am liebsten hintenan stellen und lieber über das Projekt reden. Die ersten Mietvorverträge seien abgeschlossen, sagte Schäfer gestern. Das Trio arbeitet derzeit auf die nächste Stadtratssitzung hin, um den Fragenkatalog von Verwaltung und Rat zu erledigen, der für die endgültige Zusage der Stadt und den Ankauf der städtischen Grundstücke nötig ist. Unter anderem geht es dabei um die Finanzierungsbestätigung mit der nötigen Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Danach soll es in die Feinplanung gehen. Arnold will im Frühjahr 2020 mit dem Bau beginnen. Ein Jahr später soll eröffnet werden. Die Gesellschaft „Schuhstadt Projektentwicklung GmbH“ wurde mittlerweile in das Handelsregister eingetragen mit Schäfer und Buch als Geschäftsführer. Arnolds Name taucht im Handelsregister nicht auf. „Ich sehe mich mehr als Dienstleister bei dem Projekt“, betont der Architekt. Sein Büro in der Volksgartenstraße kümmere sich um Bau und Planung. Das Projekt selbst ist Sache von Schäfer und Buch. Der Gersbacher Rolf Schäfer, Jahrgang 1956, ist vielen Pirmasensern ein Begriff. Marketing und Handel habe er im Rahmen seines Betriebswirtschaftsstudiums erlernt. Er arbeitete bei großen Markenartiklern, wie er erzählt. Unter anderem bei Südmilch in Stuttgart, wo er lange gewohnt hat. „Ich war für die Innovationen zuständig“, meint Schäfer und nennt als Beispiel das Sahnekännchen für die Kaffeesahne, das den Umsatz bei Südmilch gut angekurbelt habe. In Pirmasens war er zeitweise bei Leder Schmenger tätig und hatte dort Prokura. Vor einigen Jahren hat er sich im Leder-Großhandel selbstständig gemacht und betreibt noch einen Handel mit medizinischen Schaffellen. „Mein Vater hatte eine Schuhfabrik. Da kriegt man ein Gefühl dafür. Wir leben Schuhe“, sieht Schäfer seine Bestimmung mit dem Schuhstadt-Projekt auf dem richtigen Gleis. Der in Schellweiler bei Kusel lebende Patrick Buch ist in Pirmasens durch die Aktivitäten der Energiebau Ramstein am Sommerwald und im Schachen bekannt. Der alleinerziehende Vater, Jahrgang 1979, hat Betriebswirtschaft studiert und sich auf Immobilienprojekte spezialisiert. Unter anderem in Mannheim und Ludwigshafen war er nach eigener Aussage bei der Erschließung von Neubaugebieten der Kaiserslauterer Kafitz-Immobilien mit involviert. Inzwischen sei er als Projektentwickler mit eigener Gesellschaft aktiv und als Berater für das Mainzer Wirtschaftsministerium tätig. Unter anderem arbeitet er immer noch für die Energiebau Ramstein und entwickelt zusammen mit Arnold in Hütschenhausen ein so genanntes Boardinghouse, in dem sich Leute einquartieren können, die dort auch hotelähnliche Leistungen erhalten. Buch war unter anderem in der Suche nach Investoren für die Schuhstadt aktiv. Das Eigenkapital für das Projekt soll von zwei bis drei Investoren kommen, die in einem Umkreis von 30 Kilometer rund um Pirmasens leben, sagt Buch. Das Investitionsvolumen beziffert er auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Der Pirmasenser Christoph Arnold ist einer der drei Geschäftsführer von Arnold & Partner, Partnerschaft mit beschränkter Berufshaftung (mbB) in der Volksgartenstraße. Als Kammersprecher der Pirmasenser Architektenkammergruppe engagiert er sich ehrenamtlich für die Baukultur. Sein Büro hat etliche große Projekte in der Region realisiert wie die Sanierung der Alten Post, den Neubau der Kita Erlenbrunn oder die Neuapostolische Kirche in der Arnulfstraße. Große Industriebauten wie die Werkhalle von Kubota in Zweibrücken mit 5000 Quadratmetern gehören auch zum Portfolio seines Büros. Bei der Schuhstadt sieht er sich „ein bisschen mehr als nur der Architekt“. Mit dem Kaufhallenareal sei er schon vor Jahren als Gutachter in Berührung gewesen, kennt also das Gebäude und das Potenzial bestens. Die Beschwerden von Anliegern wie dem Restaurant „Drebbelbrinche“ oder der Weingalerie will Arnold nicht überbewerten. Die Schuhstadt-Macher seien mit allen im Gespräch, erst am Montag habe er mit dem Inhaber vom „Drebbelbrinche“ gesprochen. „Die Höfelsgasse wird nicht zur Riesenbaustelle“, versichert Arnold. „Wir verbessern das bauliche Umfeld. Das wird für alle besser“, verspricht er und verweist auf die Sanierung der Zweibrücker Fußgängerzone. Während der Bauzeit habe der dortige Handel trotzdem noch gute Umsätze machen können. Die derzeitige Konfusion in der Höfelsgasse und dem direkten Umfeld werde sich legen, wenn die Planungen konkreter werden und dann auch ganz dezidiert auf die Wünsche der Betroffenen eingegangen werden kann, zeigt sich der Architekt zuversichtlich.