Pirmasens Erfüllt von lieblichen Harmonien

Zwanzig Jahre schon finden die Rosenberger Musiktage am Wallfahrtsort Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben statt. Mit einer feierlichen Festtagsmesse am Pfingstmontag in der voll besetzten Wallfahrtskirche wurde die Reihe der diesjährigen geistlichen Musik eröffnet. Sie steht unter dem Jubiläumsmotto „Te deum laudamus“ – „Dich, Gott, loben wir“ und wird in den drei noch folgenden Konzerten ebenfalls Thema sein.
Der bekannte Hassler-Chor aus Münchweiler unter der Leitung seines langjährigen Chorleiters Bernhard Haßler hatte für diesen Festgottesdienst die „Missa brevis in B“ des zeitgenössischen englischen Komponisten Christopher Tambling einstudiert. Der etwa 30-köpfige gemischte Chor stand vor der Pietà im Seitenaltar, davor dirigierte Haßler und daneben spielte Dekanatskantor Manfred Degen die Chororgel. Den Eröffnungsgesang der Messe übernahmen Chor und Gemeinde mit dem Lied „Komm, Heiliger Geist“ von Johann Sebastian Bach, souverän dirigiert von Haßler und einfühlsam von Degen begleitet. Chor und Gemeinde sangen gemeinsam unter anderem zum Gloria, aus dem Psalm 22 „Sende aus deinen Geist“ oder den Fürbittruf „Veni Sancte Spiritus“ passend zum Pfingstfest. Das „Kyrie“ aus der „Missa brevis“ wurde zunächst fein und zart vom Frauenchor gesungen, ehe die Tenöre und Bässe einstimmten. Ergreifend schön stellte der Chor das „Sanctus/Benedictus“ vor, später erklang das „Agnus Dei“ aus der „Missa brevis“. Tamblings Komposition dieser Messe ist erfüllt von lieblichen, hinreißenden Harmonien und wunderschöner Musik, die zu Herzen geht. Als im September 2014 in Landau in der Pfalz diese Messe uraufgeführt wurde, ahnte niemand, dass am dritten Oktober 2015 Tamblings Todestag sein würde; er starb im Alter von nur 51 Jahren. Volker Sehy, Direktor und Wallfahrtspfarrer von Maria Rosenberg, zelebrierte den Gottesdienst und hielt auch die Predigt, die intensiv auf die religiöse Thematik des Tages abgestimmt war. Er brachte Beispiele von Menschen, die viele Fehlschläge und negative Erfahrungen schon in jungen Jahren machen mussten; auch der Apostel Paulus wusste, dass er falsch gehandelt hatte: aber die Niederlage soll nicht total niederschmetternd sein, sondern mit Gottes Kraft zur Aufrichtung führen. Der Chor stellte zum Ende des Gottesdienstes als Dankgesang das Gnadenlied „Armolaulu“ des Finnen Kari Tikka vor, einfühlsam begleitet von Degen an der Chororgel. Ganz am Schluss der feierlichen Messe nach dem Segen wechselte die Chorgruppe vor den Hauptaltar der Kirche und sang a cappella das „Ave maris stella“ von dem norwegischen Komponisten Edvard Grieg. Eine würdige und ergreifende Festtagsmesse läutete das Festival geistlicher Musik zum zwanzigjährigen Jubiläum der Rosenberger Musiktage ein. (sgg)