Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Enttäuschter Kammerchor: Doch nicht bei „Voices of the North“ dabei

Der Kammerchor des Immanuel-Kant-Gymnasiums beim Schulkonzert im Jahr 2018.
Der Kammerchor des Immanuel-Kant-Gymnasiums beim Schulkonzert im Jahr 2018.

Der Kammerchor des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums unter der Leitung von Volker Christ darf nun doch nicht an der Euroclassic-Premiere in der Stadt mit dem Titel „Voices of the North“ teilnehmen. Grund dafür ist der aktuelle Corona-Hygieneplan für Schulen in Rheinland-Pfalz.

„Wieder einmal werden Enthusiasmus und Kreativität von Jugendlichen durch Paragrafenreiterei gekappt“, echauffiert sich Volker Christ. Grund für die untersagte Teilnahme sei der vom rheinland-pfälzischen Bildungsministerium ausgegebene Hygieneplan für Schulen, der den Schülerinnen und Schülern für die ersten beiden Wochen nach den Ferien die Maskenpflicht auferlege. Das Konzert am Samstag fällt in genau diesen Zeitraum. Am Freitag endet die erste Schulwoche im neuen Schuljahr.

Singen mit Maske sei zwar möglich, aber habe bei einer folkloristischen Darbietung nur wenig Sinn, meint der Leiter des Kammerchors. Das Bildungsministerium schreibt in seinem „Leitfaden für musikpraktisches Arbeiten in Schulen“ zu diesem Thema, dass Singen mit Maske im Innenbereich „zwar grundsätzlich möglich, aber als musikpraktisches Arbeiten nicht sinnvoll durchführbar“ sei. Weiter heißt es: „Beim Singen wird insgesamt überdurchschnittlich viel verbrauchte Atemluft freigesetzt; dabei entstehen Aerosole sowie Tröpfchen. Durch Dauer und Intensität des Singens erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Maske durchfeuchtet und ihre Schutzfunktion abnimmt.“

Die Enttäuschung bei seinen Schützlingen sei nun ziemlich groß, sagt Volker Christ. Denn immerhin habe sich die Gruppe monatelang auf den besonderen Auftritt vorbereitet: Sie hätten Seite an Seite mit Profis aus Skandinavien gesungen.

Verlegung in die Festhalle

Die Stadt hat die RHEINPFALZ im Laufe der Woche darüber informiert, dass das Konzert „Voices of the North“ in die Festhalle verlegt werde. Christ zeigt wenig Verständnis für diese Verlegung: „Die Wetterprognose fürs Wochenende erscheint mir fantastisch.“

Auf dem Joseph-Krekeler-Platz, also im Freien, sei eine Beteiligung des Chors möglich gewesen. Das lässt sich auch aus besagtem Leitfaden für musikpraktisches Arbeiten herauslesen. Laut Stadt habe die Wettervorhersage fürs Wochenende zu Beginn der Woche noch nicht so gut ausgesehen: Für den Samstagabend seien Windböen angekündigt gewesen.

„Die Verlegung in die Festhalle ist der Tatsache geschuldet, dass für die Veranstaltung eine größere Bühne benötigt wurde“, informiert Stadt-Sprecherin Talea Meenken. Wegen einzuhaltender Abstände wäre auf dem Joseph-Krekeler-Platz eine Bestuhlung nur noch mit Sichteinschränkungen möglich gewesen, begründet die Stadt ihre Entscheidung. „Eine Veränderung der Bauweise der Bühne – ohne Seitenwände – für bessere Sicht der Zuschauer hätte wiederum die Tontechnik stark beeinträchtigt, vor allem bei ungünstigen Windverhältnissen“, sagt Meenken.

Volker Christ ärgert sich jedenfalls. „Es ist ein unglückliches Zusammentreffen von Verlegung nach innen und Hygienevorschrift“, sagt er. „Eine Ausnahmeregelung war nicht zu erreichen. Das Ministerium stellt sich quer.“ Grotesk findet er zudem, dass die Anbindung seines Chors an eine Schule den Auftritt nicht möglich mache. „Wäre es eine andere Art von Chor, dürfte dieser ganz normal mitmachen dürfen“, sagt der Chorleiter.

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