Pirmasens Einfühlsam und selbstbewusst

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Die jungen Stimmen des Hugo-Ball-Gymnasiums machten es der Jury am Dienstag alles andere als leicht, eine Entscheidung zu treffen. Deswegen dauerte die Beratung sehr, sehr lange. Dafür wurde am Ende nicht nur die Siegerin verkündet, sondern jedem Talent eine detaillierte Einzelbewertung mit auf den Weg gegeben. Auf der Bühne im Musiksaal sangen sechs Schüler zwischen elf und 18 Jahren, um zu entscheiden, wer zum Halbfinale am 9. Mai in Herxheim auftreten darf.

14 Schulen nehmen am Wettbewerb „Vocal heroes – Die Pfalz sucht die neue Stimme“ teil. Aus der Südwestpfalz sind zwei Schulen mit an Bord: die Integrierte Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben und das Ball-Gymnasium in Pirmasens, das am Dienstag an der Reihe war. Die teilnehmenden Talente am Hugo-Ball sind allesamt aus der Musical AG von Simone Helfrich, obwohl es auch einen Schulchor und ein Instrumental-Ensemble am Gymnasium gibt. Das sei purer Zufall, lächelt die Musiklehrerin, die Veranstaltung wurde an der gesamten Schule beworben. Aber die Motivation von Samantha (11), Katharina (12), Sarah (18), Christian (18), Lisa (16) und Janine (18) war ausschlaggebend, dass Simone Helfrich die Schule beim Wettbewerb angemeldet hat. Auch Schulleiter Ulrich P. Klein ist von der Idee begeistert, bei dem Projekt des Fördervereins Europäisches Jugend Musical Festival, mitzumachen. Die Präsentation verging dann wie im Flug. Jeder Schüler sang zwei Lieder nach eigener Wahl. Natürlich waren viele Musical-Stücke zu hören und die Sängerin Adele erfreut sich wohl großer Beliebtheit. Dann zog sich die Jury zur Beratung ins Lehrerzimmer zurück – und ließ sich Zeit. Viel zu lange, wie man immer wieder vom Publikum hörte. Aber dann kehrten die fünf Juroren mit dem Ergebnis zurück und gaben allen Schülern eine individuelle Bewertung und wertvolle Tipps mit auf den Weg. Die Qual der Wahl hatten Rolf Schlicher aus dem Elternbeirat, der Latein- und Mathematiklehrer Wilfried Lingenberg, die Musiklehrerinnen Eva Burghard und Simone Helfrich sowie die Schülerin Mina Windecker. Sie hätte eigentlich auch auf die Bühne gehört, ließ sich aber nicht überzeugen. Ihr reicht es, bei der Theater AG auf der Bühne zu stehen. Bei dem Stück „Die Welle“ in der Festhalle verkörperte sie eine der tragenden Rollen. Dafür übernahm sie die schwere Aufgabe, die Gewinnerin zu verkünden. Es ist Sarah Guth. Ihr wird das größte Stimm-Potenzial zugesprochen. Die junge Frau konnte es nicht glauben. Ihr Gesang wurde von der Jury als „emotional“ empfunden, die ihr auch „sehr schöne Übergänge“ attestierte. Mit „House of Gold“ von den „21 Pilots“ und mit „Wie ich bin“ aus dem Musical „Wicked“ hatte sie sich den Sieg ersungen: einfühlsam und ruhig, selbstbewusst und sicher. Mitte April wartet nun ein Coaching-Wochenende auf sie, um ihren Auftritt auf der Großen Bühne vorzubereiten und sie wird auf der CD „Die Pfalz sucht die junge Stimme“ vertreten sein. Sollte sie es ins Finale schaffen, könnte sie eine Reise nach Zug in die Schweiz gewinnen, wo der nächste „SongContext Vocal Heroes“ in zwei Jahren stattfinden wird, und ihr stünde ein Sommercamp zur gesanglichen Vorbereitung in Landau frei. Eine Besonderheit des Abends sei unbedingt erwähnt. Die Lieder wurden komplett unplugged vorgetragen. Klaus Eichenlaub, sozusagen der Ideengeber des Festivals, war angenehm überrascht, dass die Stimmen aus der „Südwestecke der Pfalz“ pur und ehrlich vorgetragen wurden und auch ohne Mikrofon klanglich Raum füllten. Simone Helfrich strahlte: „Über ein tolles Material“ verfügen ihre Schuler, und „eine Mords-Leistung hätten sie erbracht“. (ckkm)

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