Tore, Träume, Temperamente
Eine lange Sperre, Rodalbens erste Niederlage und Erfweilers Hoffnungen
Sechs Monate Sperre
Jetzt liegt das Urteil auf dem Tisch: Der C-Jugend-Fußballer der SG Lemberg/Winzeln, der in der Partie gegen die JSG Wasgau ausgerastet war, darf ein halbes Jahr nicht mehr mitspielen. Zudem darf er sich ein weiteres halbes Jahr nichts zu Schulden kommen lassen, sonst muss er ein Jahr pausieren. Der Junge war in der Partie kurz vor Schluss tätlich geworden, als sich ein Mit- und ein Gegenspieler in die Haare bekommen hatten. Diese beiden Teenager erhielten eine Sperre von einer beziehungsweise zwei Partien. Zudem müssen beide Teams eine Geldstrafe bezahlen. Marc-Kevin Schaf, der Vorsitzende des SV Lemberg sprach von einem Urteil mit „Erziehungscharakter“.
Schaf, Präsidiumsmitglied des Südwestdeutschen Fußballverbands, referierte indes am Sonntag für den Sportbund in Mainz über Haushaltsplanung, Besteuerung und Buchführung für Vereine (fünf Stunden) und war stolz auf Alexander Bäcker. „Er hat in der vorigen Saison noch bei mir in der A-Jugend gespielt“, erzählte Schaf. Schaf war stolz, weil Bäcker beim 5:2-Erfolg des SV Lemberg in Clausen nicht nur sein erstes Tor in einem Herren-A-Klassespiel schoss, sondern derer gleich drei in 90 Minuten. Schaf: „Er ist motiviert und technisch stark.“
„Harte Feierei“
Nun hat es auch den FC 06 Rodalben erwischt. Am 28. von 30 Spieltagen in der B-Klasse Ost musste das bereits als Meister feststehende Team um Spielertrainer Daniel Wafzig erstmals ohne Punkte das Feld verlassen. Das 1:2 am Sonntag beim Tabellenzweiten TuS Erfweiler war die erste Saisonniederlage. Nun ist im Fußballkreis Pirmasens/Zweibrücken bei den Herren nur noch der Meister der C-Klasse Ost, der SV Rot-Weiß Pirmasens, ohne Niederlage.
„Wir haben in 27 Spielen den Druck immer hochgehalten und sind ohne Niederlage geblieben: Da darf man auch mal wieder verlieren“, hielt sich die Enttäuschung von Wafzig in Grenzen. Es sei „eine harte Feierei“ seit dem titelbringenden 3:0 gegen Leimen gewesen. Die Trainingsbeteiligung vor dem Match in Erfweiler habe zu wünschen übrig gelassen. Natürlich hätte der einstige Verbandsligist den Titel gerne ohne Niederlage gefeiert, aber, so Wafzig: „Vielleicht war das ja auch ein Dämpfer zur rechten Zeit, denn am 4. Juni steht noch ein großes Match an.“ Da steigt das Kreispokalfinale gegen Busenberg.
„Dieser Sieg war Gold wert“, freute sich indes Erfweilers Spielertrainer Dominik Seibel. Durch den Dreier blieb es bei zwei noch ausstehenden Spielen beim Vier-Punkte-Vorsprung auf Trulben. Dort gibt Erfweiler am kommenden Sonntag seine Visitenkarte ab und könnte sich im Kampf um die Vizemeisterschaft, die zwei sportlich wie wirtschaftlich attraktive Aufstiegsspiele bringt, gar eine Niederlage leisten, falls dann am letzten Spieltag beim SV Hinterweidenthal II gewonnen wird. „Wir wissen, um was es geht. Es wäre unser größter Erfolg in der Vereinsgeschichte“, verdeutlicht Erfweilers Top-Torschütze Kevin Pfeffer, wie wichtig der Sieg gegen Rodalben war und wie wichtig es sei, in Trulben zu bestehen.
Lang ist’s her
Und noch eine schöne Nebensächlichkeit: Am Sonntag gewann der SV Obersimten sein Auswärtsspiel beim FC Fischbach mit 2:0. Beim SVO ist es eher die Ausnahme, dass er in der Fremde gewinnt, ohne Gegentor wohlgemerkt. Zuletzt war dies beim 6:0 am 3. Oktober 2021 beim SV Ruhbank der Fall gewesen: Immerhin 19 Monate ist dies her.