Pirmasens Eine echte Passivhaus-Kindertagesstätte

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„Das wird ein echter Höhepunkt im Winzler Viertel.“ Baudezernent Michael Schieler ist voll des Lobes für den Neubau der Kindertagesstätte in der Maria-Theresien-Straße, der kurz vor der Fertigstellung steht. 4,9 Millionen Euro kostet das zweigeschossige Gebäude mit der markanten Architektur. Zwei Jahre lang dauerten die Bauarbeiten.

Um dem Rechtsanspruch für die Betreuung von Kleinstkindern, also unter Dreijährigen, gerecht zu werden, musste die Stadt einen neuen Kindergarten bauen. Die Zeit drängte zwar, da der Rechtsanspruch ab August 2013 bestand. Durch eine Zwischenlösung im Banana-Building auf der Husterhöhe konnte die Stadtspitze das Neubauprojekt jedoch entspannter angehen und die Arbeiten in größerer Ruhe fertigstellen lassen. Für den Entwurf bediente sich die Stadtverwaltung eines Architekturbüros aus Fulda. In einem europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb wurde der Entwurf ermittelt. 117 Bewerber reichten Pläne ein. Die Jury entschied sich nach elfstündiger Sitzung für das Büro Ollertz in Fulda und bei den Außenanlagen für die Landschaftsarchitekten Sommerland-Haase-Kahli aus Gießen. Die Präsentation von Ollertz überzeugte die Jury wegen der besonderen Form des Entwurfs mit einem geschwungenen Baukörper, der sich gut in die Umgebung einpassen soll. Außerdem begeisterte sich die Jury über die attraktive Eingangssituation mit einem Foyer, das sich über zwei Etagen erstreckt und sehr offen gehalten ist. Erschlossen wird das Haus im Foyer mit einer dominanten Treppenanlage sowie einem Aufzug. Das Foyer wird im übrigen später nicht nur für die Kindertagesstätte nutzbar sein. Vereine aus dem Winzler Viertel können den Raum ebenfalls als eine Art Mehrzweckraum für Singstunden, Versammlungen und anderes nutzen, versprach Schieler bei einem Rundgang. Das Gebäude wurde als Passivhaus geplant. Das bedeutet, dass für die Beheizung des Hauses fast keine Energie nötig sein wird. Dies erreichen die Architekten durch massive Gebäudedämmung und Wärmerückführung beim Lüften. Zudem wurden alle Funktionsräume nach Süden ausgerichtet, womit allein die Sonneneinstrahlung durch die Fenster schon zur Beheizung des Hauses kräftig beitragen wird. Im Gegensatz zu der ebenfalls im Bau befindlichen Kita in Erlenbrunn wird es in der Maria-Theresien-Straße auch ein echtes Passivhaus. In Erlenbrunn musste das Projekt wegen Fehlern des Planers abgespeckt werden, womit der Passivhaus-Status verloren ging. Der Gebäudekörper wird in der von alten Alleebäumen gesäumten Maria-Theresien-Straße nicht klotzig auffallen trotz des großen Bauvolumens. Das Gebäude wurde mit einer dezenten Holzfassade versehen und passt sich mit seiner geschwungenen Form gut in den Landschaftspark rund um die Pauluskirche ein. „Wenn noch der Pauluskindergarten abgerissen wird, gibt das eine schöne Parkanlage“, ist sich Baudezernent Schieler sicher. Die Außenanlagen der Kita sollen das ihre dazu beitragen. Dabei hat hier die Stadtspitze kräftig den Rotstift angesetzt. Von den geplanten 700.000 Euro blieben noch 350.000 Euro übrig. Der Außenbereich ist jetzt naturnah mit vielen Spiel- und Erlebnismöglichkeiten und einer spannenden Geländemodellierung versehen worden. Die üblichen Spielgeräte wie Wipptiere, Zieräpfel, Rutsche, Kletterrampe und Baumstämme gibt es aber dennoch. Zusätzlich wurden noch 17 neue Parkplätze auf einem eigenen Parkplatz angelegt, was weitere 72.500 Euro kosten wird. (kka)

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