Pirmasens Einbrecher-Banden ein Problem

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„Die Situation ist in keiner Weise besorgniserregend. Es gibt überhaupt keine Auffälligkeiten. Weder gibt es Straftaten gegen Flüchtlinge, noch von Flüchtlingen in der Region.“ Diese Bilanz zog Polizeipräsident Elmar May im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Der 54-Jährige kündigte an, dass die Polizei vor Ort personell verstärkt werden soll. Ein Sorgenkind sind Einbrecher-Banden.

May ist jetzt seit fünfeinhalb Monaten im Amt, sagt, er sei in der Westpfalz angekommen. Der Behördenleiter hat zuletzt intensive Gespräche mit Oberbürgermeister Bernhard Matheis und Landrat Hans Jörg Duppré geführt, betont, er sei regelmäßig in den Inspektionen vor Ort, zuletzt am Donnerstag in Waldfischbach-Burgalben. Die Polizei stehe aktuell vor zwei großen Herausforderungen: dem Umgang mit Flüchtlingen und dem Eindämmen der Einbruchserien. Bis Ende September registrierte das Polizeipräsidium Westpfalz 52 Einbrüche in Pirmasens und 92 in der Südwestpfalz, so viele wie lange nicht mehr. Vor allem im Landkreis Südwestpfalz. entlang der Grenze, sind die Fälle in die Höhe geschnellt, von 39 im Jahr 2013 auf 92 bis Ende September in 2015. Mays Problem: Die Aufklärungsquote ist gering. Sie liege mit 15 Prozent zwar etwas über dem Bundesschnitt, mehr aber auch nicht. „Es ist ganz schwer“, räumt der Polizeipräsident ein, auch wenn man in vielen Fällen Fingerabdrücke und DNA-Spuren habe. „Im Grunde müssen wir die Täter auf frischer Tat ertappen.“ Reagiert worden sei mit einer achtköpfigen Arbeitsgruppe, auch weil man davon ausgeht, dass da Banden unterwegs sind. Die Zusammenarbeit mit der französischen Polizei sei intensiviert worden, die Autobahnstreifen beispielsweise seien für das Thema sensibilisiert und würden immer auf den neuesten Stand gebracht, nach welchem Diebesgut beispielsweise gefahndet werde. Helfen könne aber jeder einzelne, etwa als aufmerksamer Nachbar oder indem er Einbrechern keine Gelegenheit biete: „Die suchen sich oftmals das einfachste Objekt, steigen ein, wo ein Fenster gekippt oder die Tür unverschlossen ist.“ In den seltensten Fällen würden Häuser im Vorfeld regelrecht ausbaldowert, erläutert May. Der Chef von 1150 Bediensteten, darunter 950 Polizisten, kündigte an, ab dem Jahr 2017 wirke sich die personelle Verstärkung der Polizei positiv auf die Region aus. „Wir stellen landesweit seit ein paar Jahren mehr Polizisten ein denn je, 2014 waren es über 400, zuletzt 475, im nächsten Jahr 500, so viel wie noch nie.“ Eine Verjüngung sei eingeleitet worden. „Im Wechselschichtdienst in Pirmasens haben wir einen Altersschnitt von 40 Jahren.“ Das sei ein absolutes Novum. Zu der zuletzt politisch geführten Diskussion über fehlendes Personal in den Dienststellen sagte May: „Wir sind immer zu wenig.“ Das bedeute aber nicht, dass es im ländlichen Raum ein Sicherheitsproblem gebe. Die kleineren Dienststellen seien ja eingebunden in eine Gesamtorganisation. „Wenn tatsächlich der Dahner Streifenwagen draußen ist und ein zweiter gebraucht wird, kommt Verstärkung aus Landau oder Bad Bergzabern oder Pirmasens.“ Das sei an anderen Standorten im Land nicht anders. „In der Polizeiinspektion in Pirmasens haben wir 80 Beamte, in Dahn nur 31, weil in Pirmasens mehr zu tun ist.“ Ein Ansatz für die Zukunft sei, mehr mit Präsenzstreifen zu arbeiten, die nicht an eine Inspektion gebunden sind, sondern dort zum Einsatz kommen, wo sie gebraucht werden. May versichert: „Wenn wir an einem Ort tatsächlich ein Sicherheitsdefizit hätten, würde ich es abstellen.“ Generell werde dort mehr Personal eingesetzt, wo mehr Unfälle passieren und mehr Straftaten verübt werden. Im Bereich der Polizeiinspektion Pirmasens sind aktuell 219 Beamte bei der Schutzpolizei und 43 bei der Kriminalpolizei eingesetzt. (cla)

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