Pirmasens Ein Stück Welt zeigen

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„Was träumst du?!“ lautet das Motto der Ausstellung von Peter Padubrin-Thomys (Hinterweidenthal), die am Freitag durch die örtliche Volkshochschule im Rathaus der Verbandsgemeinde Rodalben eröffnet wurde. Bunte, aus den Normen des Körperhaften geratene Figuren geistern hier auf den Acryl- und Holzdruckarbeiten umher und provozieren, in eine fremdartige Welt einzutauchen.

Dies geschieht, um hinter der Fiktion das Reale zu entdecken. Der Betrachter begibt sich also von Bild zu Bild auf eine Entdeckungstour. Denn hinter der fantasievoll entweichenden Fassade öffnet sich die reale Welt und das echte Leben. In Rodalben stellt Peter Padubrin- Thomys zum dritten Mal aus. Der Vergleich mit damals zeigt die enorme künstlerische Entwicklung. Padubrin-Thomys hat seinen eigenen, unverwechselbaren Stil gefunden, ein Merkmal namhafter Künstler. Das Gegenständliche mit den Motiven Blumen und Landschaften, die vor Jahren schon in stark reduzierten Formen erschienen, hat sich weiter zum Abstrakten hin verschoben, ohne jedoch ganz im Abstrakten aufzugehen. Der Bezug zur wirklichen Welt bleibt trotz aller Verfremdung gewahrt, alles Lebendige und alles Gegenständliche bleibt deutlich erkennbar. Die großen Figuren auf den Acrylbildern lassen sich der Spezies Mensch zuordnen, auch wenn die Beine nur als Striche auftauchen und statische Gesetzmäßigkeiten missachtet werden, der Kopf über die Folgen der Schwerkraft hinweg Übergröße erlangt, Augen in unterschiedlichen Farben leuchten, der Hals viel zu lang ausfällt. Gleiches trifft auf die Tierwelt zu. Die Tierarten sind eindeutig wahrzunehmen, auch wenn Fische nur auf einer Seite Flossen tragen oder diese ganz fehlen, wenn Vögel ihre Flügel als Arme benutzen, wenn Insekten auf drei Beinen stehen. Im Gegenständlichen findet dieses Prinzip seine Fortsetzung. Der Betrachter erkennt das Produkt „Auto“ trotz eines viereckigen Rades, und er erkennt das Haus, auch wenn es eine Mütze trägt. Sprechblasen symbolisieren Worte, Luftblasen Gedanken. Der Künstler mag diese Vereinfachung der Darstellung. Dafür gibt es Gründe. Die einfachste Begründung lautet zum Beispiel: Diese Ausdrucksform des Malens macht dem Künstler offensichtlich Spaß, oder: Die funktionale Unrichtigkeit entwickelt ihren eigenen Charme, erweckt Aufmerksamkeit, lässt die Bilder zum „Hingucker“ werden. Die Begründung lautet aber vor allem: Peter Padubrin-Thomys will sich nicht mit technischen Belangen oder mit Anatomie aufhalten. Er will Szenen einfangen und ihnen Gestalt verleihen, ein Stück Welt zeigen, ohne den Anspruch, Welt zu erklären. Seine Malerei erzählt von Aufgeregtheit („Geschnatter“) und Gelassenheit, Freude und Trauer, Träumen (das Bild hängt an der Rückwand im hinteren Raum) und Tränen („Don’t let me down“) oder dem Verlangen nach Bewunderung („Die Prinzessin“), wenngleich es an Schönheit mangelt. Ähnliche Themen greifen die acht kleinformatigen Holzdrucke im angrenzenden Raum auf. Sie zeigen Menschen im Gespräch, im freudigen Aufeinanderzugehen, in Abwehrhaltung. In ihrer reduzierten Form ähneln die Drucke gemalten Telefonnotizen. Und dann gibt es da noch die Serie an großformatigen Acrylbildern, dem Thema Prachtstraßen – wie Kurfürstendamm oder Sunset Boulevard – und Auto gewidmet. Sie veranschaulicht die Dominanz der Technik. Maltechnisch befinden sie sich im erläuterten Rahmen. Die schwarze Leinwand und der weiße Hintergrund bringt die Malerei zum Leuchten. Spachtelmasse und Sand schaffen räumliche Eindrücke auf der Fläche. Eine Sonderstellung erlangen die Arbeiten in der Vitrine. Sie widmen sich den Skulpturen von Trude Stein und zeigen eine Illustration als Hommage an Ernst Jandl, der das Gedicht aus seinem Material, der Sprache, revolutioniert hat. Ausstellung Die Ausstellung ist bis zum 18. März im Rodalber Rathaus zu sehen. Sie ist geöffnet während der Dienstzeit der Verwaltung: montags, dienstags und mittwochs von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr, donnerstags bis 17 Uhr, freitags bis 12 Uhr.

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