Pirmasens Ein Spiel auf zwei Plätzen

Karlsruhe. Ein Spiel auf zwei Plätzen: Was in Liga und Pokal nicht erlaubt ist, machten am Samstag der Karlsruher SC II und der FK Pirmasens in ihrem Testspiel auf den Nebenplätzen des Wildparkstadions. In der ersten Halbzeit kickten die U23 des badischen Zweitbundesligisten und der Regionalligist aus der Westpfalz auf einem teilweise noch mit Schnee bedeckten Feld, dann wechselten sie auf das schneefreie, inzwischen nicht mehr von einem Jugendspiel belegte Nachbarfeld. Der FKP gewann mit 2:1 (2:0).
„Vor dem Spiel hat einer mit dem Bulldog die Strafräume geräumt, war dann aber auf einmal weg. Auf dem ganzen mittleren Drittel lag noch Schnee“, erzählt FKP-Trainer Peter Tretter, der sich zudem darüber wunderte, dass die U14 des KSC und des VfB Stuttgart ihr fast paralleles Vorbereitungsspiel auf dem besser bespielbaren Platz machen durften. Tretter sah in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel seiner Elf, die körperlich überlegen war und mehrere Kopfballchancen hatte. Per Kopf erzielte Winter-Neuzugang Benjamin Auer sein erstes Freiluft-Tor für den FKP. Der Ex-Torschützenkönig der 2. Bundesliga, der einst auch für Karlsruhe stürmte, verwertete eine Flanke von David Becker zum 2:0 (38.). Zuvor war Auer schon allein auf KSC-Keeper Yannik Dressler zugelaufen, lupfte den Ball aber aufs Tornetz. „Normal macht er den“, sagte Tretter zu dieser Großchance seines „sehr präsenten“ Mittelstürmers. Insgesamt habe das Spiel seiner Mannschaft „durch die drei Neuen an Qualität gewonnen“. Adam Bouzid spielte auf der Doppel-Sechs an der Seite von Becker unspektakulär und fast fehlerlos, der mit ihm vom SVN Zweibrücken gekommene Jannik Sommer zeigte auf der rechten Seite seine Schnelligkeit. Allerdings lief in der ersten Halbzeit viel über die linke Seite mit Sascha Hammann (Tretter: „Einer der Besten in diesem Spiel“) und Dennis Gerlinger. Der wieder fitte Gerlinger schnappte sich in der 28. Minute selbstbewusst den Ball, als der Schiedsrichter nach Foul am guten Robin Mertinitz Elfmeter pfiff. Gerlinger verwandelte zum 1:0. Mertinitz spielte auf der Zehn – Kapitän Sebastian Reinert kam wegen seines krankheitsbedingten Trainingsrückstands erst nach 50 Minuten – und nutzte seine Chance, wobei die Platzverhältnisse einem leichten, wendigen Spieler wie ihm entgegen kamen. Tretter: „Robin hat sich eine aggressivere Spielweise angeeignet. Jetzt ist er bei uns angekommen.“ Zurück zu Hammann: Dieser hat gute Chancen, im ersten Regionalligaspiel im neuen Jahr zur Startelf zu zählen, auch weil Karsten Schug nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt ist. In der Innenverteidigung setzte Tretter am Samstag auf den bisherigen Sechser Simon Maurer an der Seite von Marco Steil; der diese Saison bisher gesetzte Alexander Heinze schaute zunächst nur zu. „Im Zentrum habe ich jetzt fünf, sechs gute Leute“, merkte Tretter dazu an. Reinert und der ebenfalls eingewechselte Christopher Ludy vergaben in der zweiten Halbzeit Chancen zum dritten Pirmasenser Tor gegen einen KSC, der auf dem schneefreien Feld nun seine spielerischen Qualitäten präsentierte. Einen gefährlichen Freistoß von Muhammed Calhanoglu, jüngerer Bruder des Leverkusener Bundesligaprofis Hakan Calhanoglu, konnte FKP-Torhüter Frank Steigelmann nur nach vorne abwehren, und Kai Luibrand staubte zum 1:2 ab. Beim FKP fehlten der erkrankte Niklas Kupper und der beruflich verhinderte Ersatzkeeper Ronny Fahr. Das für gestern geplante Testspiel gegen Alemannia Waldalgesheim fiel witterungsbedingt aus.